Das war die Sommerpost der Gruppe 7

Der Sommer ist zu Ende. Astronomisch übermorgen, und meteorologisch eh schon vor drei Wochen. Die Sommerpost auch, und heute zeige ich, was die Post mir den Sommer über ins Haus gebracht hat. Blau waren die Briefe diesmal, und die Stoffe samt der schönen Karten zieren noch meine Pinnwand:

Den Anfang machte meine Dahlie, dann kam Ruths Drache (hier schon gezeigt).

Angelika von GedankenKlang schickte einen Vogel, und Anette (ohne Blog) einen SomMeer-Sonnendruck.

Uta (ohne Blog) entwarf einen Kinderkreis, die Entstehungsgeschichte hat sie hier beschrieben. Und Carmen (auch ohne Blog) hat ein tolles Mosaik mit Quadraten mit unterschiedlichsten Mustern geschaffen. Die Muster entstanden durch Mark Making auf Folie und die Strukturen wurden dann mittels Cyanotypie auf den Stoff übertragen.

Und zum Schluss hat uns Sabine alias Miss Herzfrisch noch mit einen Fisch beglückt.

Viele, viele schöne Stoffquadrate sind entstanden, die sich in der Linkliste zur Sommerpost versammeln. Ein toller Erfahrungsschatz ist das! Danke an Michaela und Tabea!

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Kulturbeutel mit Dahlie

Nach dem Flow beim Taschen-Nähkurs habe ich mich gleich nochmal getraut. Diesmal ist eine Kulturtasche nach dem Schnittmuster der Carpet Bag von Frau Machwerk entstanden.

Für dieses Projekt habe ich sozusagen meine Aktivitäten der letzten Wochen zusammengelegt: Taschen nähen und Cyanotypie.

Der Außenstoff wurde cyanotypisiert. Für die Taschen-Vorderseite kam wieder meine Dahlie aus der Sommerpost zum Einsatz, die Rückseite bekam ein Muster mit Locher-Konfetti, und die Taschenecken und Laschen aus „Veganes Leder“-Zeugs wurden mit Überbleibseln aus Gaze aus der Werkbund-Werkstatt abgedeckt.

Der Stoff war diesmal noch nicht ganz trocken, das Wasser ist dann unter der Scheibe in der Mittagssonne gleich kondensiert und hat sein ganz eigenes Muster entworfen. Dadurch ist das Blau nicht gleichmässig, für die Tasche ok. Würde glatt mal interessant, herauszufinden, wie das bei einem ganz nassen Stoff aussieht – also einstreichen und dann gleich an die Sonne.

Das Belichten des Veganen Leder-Paps hat problemlos funktioniert, auch das anschließende Waschen in der Waschmaschine. Ich wollte eigentlich nur das gitterartige Muster der Gaze haben, aber tatsächlich hat sich auch das Muster mit „abgepaust“. Ist aber beides nur ganz leicht zu sehen.

Für innen kamen Stoffe aus dem Fundus zum Einsatz: Ein von links laminierter, wasserdichter Stoff (dämliches Material, verträgt keine Stecknadeln und kein Bügeleisen, aber nicht mal von rechts abwischbar. Wird bestimmt nie wieder gekauft.) und ein Rest Musterstoff.

Das Nähen nach Anleitung ging wunderbar, einzig die Wendeöffnung würde ich nächstes Mal an einer weniger auffälligen Stelle verstecken.

Die Tasche ist ein Geschenk für meine liebste Freundin. Ich hoffe, sie bewährt sich.

Verlinkt bei CreadienstagTT-Taschen und Täschchen, Dienstagsdinge.

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Sommerpost Gruppe 7, Woche 2

Diese Woche gab es Post von Ruth (ohne Blog). Sie hat uns von dem Lesefest bei ihr im Ort erzählt und für uns das Logo des Festes, das von ihr entworfen worden war, auf Stoff gebannt.

Besonders zufrieden war sie mit ihren Cyanotypie-Versuchen nicht, aber das Exemplar, das ich bekommen habe, ist schön geworden.

Vielen Dank, liebe Ruth, für die schöne Sommerpost, die Geschichte dazu und für die Erlaubnis, es hier zu zeigen!

Und hier geht’s zur Sommerpost-Linkliste.

Die Sommerpost macht blau

Meine Sommerpost ist verschickt. Ein paar Tage waren Zeit, um Inspirationen zu finden, zu testen und zu belichten. Schlussendlich wurde es dann eine Foto-Cyanotypie, die ich verschickt habe.

Ausgangspunkt war ein Foto aus meinem Fundus:

Da wurde erstmal mit dem Bildbearbeitungsprogramm die Dahlie im Hintergrund wegretuschiert, die Kontraste hochgedreht, nach schwarz-weiß umgewandelt und invertiert. Das Ergebnis sah dann so aus:

Das wurde dann im Copy-Shop auf Folie gebracht.

Bei meinen ersten Cyanotypie-Versuche hatte ich die Stoffe sehr lange liegen lassen, 30 Minuten und mehr bei Sonne. Das gibt zwar ein tolles Blau, allerdings werden die Graukontraste zunehmend schlechter. Bei der Dahlie beließ ich es deshalb bei ca. 12 Minuten in der Mittagssonne.

Reproduzierbarkeit schaffte ich nicht, mal schob sich ne Wolke in die Belichtung, mal war es wohl eine Minute länger oder kürzer:

Ich finde es nicht schlimm, auch die helleren haben einen schönen 3D-Effekt:

Für die Karten nahm ich ein klassisches Motiv – Pflanzen direkt aufgelegt:

Mit dem Photopapier links hatte es nicht geklappt, die Beschichtung löste sich beim Abwaschen. Daher wurde der Stoff auf die Karten genäht.

Karten und Umschläge bekamen noch einen Sonnenstempel, der das Sonnengelb einfangen durfte.

Die Post ist gut angekommen, wie ich gehört habe. Ich freue mich auf die „Antworten“.

Mehr Inspiration zu Cyanotypie und Sonnendruck wird bei der Sommer-MailArt gesammelt. Herzlichen Dank an Michaela und Tabea für die Aktion und die Idee!

Versuche mit Cyanotypie und Sonnendruck

Wieder freute ich mich sehr, als die Einladung von Michaela und Tabea zur neuen MailArt-Aktion eintraf: Cyanotypie! Hatte ich doch schon vor ein paar Wochen ein Set mit den Chemikalien mitbestellt, aber dann erst mal eingelagert – wie das halt mit den Mitbestellungen immer so ist.

Der perfekte Anlass, um das Päckchen wieder herauszuholen und mit dem Experimentieren sofort zu beginnen. Sofort, weil ich diesmal die Erste in der Gruppe bin und mein Beitrag schon nächste Woche auf Reisen darf.

Die Vorgabe der Sommer-MailArt ist ein Sonnendruck in Blau auf Baumwolle im Format 25cm x 25cm. Das geht außer mit Cyanotypie auch mit Sonnendruck und lichtempfindlicher Farbe.

Kurz etwas Theorie: Cyanotypie ist ein Druckverfahren, das schon 1842 entwickelt wurde. Bestimmte eisenhaltige Salzlösungen reagieren unter Einwirkung von UV-Licht und werden dabei cyanblau. Im 19. Jahrhundert wurde es genutzt, um Konstruktionspläne („Blaupausen“) und Fotografien zu vervielfältigen.

Die ersten Versuche waren noch sehr durchwachsen. Drei Fehler, die es sich zu vermeiden lohnt: Erstens: nicht an einem windigen Tag arbeiten. Zweitens: zum Abdecken stabiles Glas verwenden, nicht Plexiglas, das sich in der Sonne verformt. Drittens: die Cyanotypie-Ergebnisse sauber auswaschen – am Besten mehrere Minuten im Wasser lassen, sonst färben sich die weißen Stellen nach.

oben links: Gardinenstoff, oben rechts: Foto auf Overheadfolie (Löwenzahn+Pusteblume postiv und negativ), unten links: diverse Fotos, unten rechts: Papierschablone

Beim zweiten Mal war es dann schon deutlich besser: Versuch mit Foto, Spitzendeckchen, Papierschablonen und Mullbinde.

oben links: beim Belichten, oben rechts: nach dem Abnehmen der Motive, unten links: der gewaschene Stoff, unten rechts: das Ergebnis nach dem Trocknen

Übrigens reicht bei mir ein kleines Set für 200ml Salzlösung für einen guten Quadratmeter Stoff. Das ist nicht besonders viel. Für die eigentlich MailArt-Aktion musste ich nachkaufen.

Da ist das Sonnendruck-Verfahren deutlich günstiger.

Beim Sonnendruck wird ein feuchter Stoff mit Stofffarbe eingestrichen und mit dem Motiv zum Trocknen ausgelegt. Dort, wo der Stoff abgedeckt ist, trocknet er weniger schnell, dadurch wandert das Wasser und mit ihm der Farbstoff in die nicht abgedeckten und schon trockenen Bereiche.

Auch hier waren die ersten Versuche nach sehr zart. Oben mit trockenen Spaghetti, unten Blätter unter der UV-Lampe. Die hat den Farbstoff etwas eingebrannt, sieht aber auch ganz interessant aus. Insgesamt erinnern mich die Ergebnisse aber eher an das Turiner Grabtuch. Wenn man dran glaubt, kann man was erkennen.


Auch hier beim zweiten Mal schärfer, da die Motive flächiger aufliegen und stabiler sind.

Morgen ist viel Sonne ohne Wind angesagt, perfekt, um die Stoffe für die Sommer MailArt fertig zu stellen.

Verlinkt bei der Sommerpost-Linkliste, die sich schon mit vielen Erfahrungen zu füllen beginnt.