MMM in rot, grün und blau

Heute gibt es dreimal neu, neuer Rock, neues Oberteil und neue Haarfarbe. Bei den Bildern von gestern kam ich frisch von meiner Friseurin zurück. So definiert sich Glück im Jahr 2021.

Julia von Sewionista hat Anfang des Jahres eine ganze Serie begonnen, um der Nähgemeinde das Erstellen und Abändern von Schnittmustern zu zeigen. Ich finde das großartig, weil mein Nähprozess häufig damit startet, dass ich eine bestimmte Idee umsetzen möchte und mich dann auf die Suche nach einem Schnittmuster mache, dass dieser Idee möglichst nahe kommt. Mein Traum wäre natürlich, mir die Sucherei zu ersparen und mich dann  hinzustellen und das Ganze selbst zu zeichnen.

Das Projekt des Monats Februar war der Rock Merris, A-linien-förmig, mit dreieckiger Passe und Eingrifftaschen. Julia erklärt genau, wie man das Schnittmuster erstellt und wie der Rock genäht wird, ein riesengroßes Kompliment und Dankeschön an dieser Stelle! Um die Besonderheiten meiner Figur – schmale Taille und breite Hüften, aber flacher Hintern – zu berücksichtigen, habe ich allerdings schon auch noch die Schnittkonstruktionsbücher von Hofenbitzer aus dem Regal gezogen.

Eine kleine Abwandlung habe ich allerdings dann doch vorgenommen. Der Rock endet in der Taille, ich habe ihn aber ganz gern ein bisschen tiefer sitzen, daher habe ich erst einen Bund von 3 cm angezeichnet und dann erst die Passenteile beginnen lassen. Dann kann ich den Rock mit oder ohne Bund nähen. Der Proberock ist aber erst mal mit Bund. Er ist aus einem dunkelblauen Babycord und sitzt so gut, dass er in den Kleiderschrank gewandert ist.

Nur die hintere Mitte, wo die Naht mit dem nahtverdeckten Reißverschluss ist, steht etwas ab. Ich hoffe, das lässt sich mit ordentlich Dampfbügeln beheben.

Und man sieht leider auch, dass der Rock vorher zwei Stunden im Friseursessel plattgesessen wurde. So ist das mit Cord.

Neu ist auch das Oberteil, le 518 von dp studio, aus deren Buch „Fashion Couture“. Julia von pink&fein hat schon viele der ausgefallenen Schnitte von dp studio nachgenäht und mich so dazu gebracht, mir auch dieses Buch zu kaufen. Auch den le 518 hat sie schon genäht.

Das Buch ist auf Französisch, und daher war es am Anfang für mich erst mal ein kleines Abenteuer, die wichtigsten Informationen herauszufinden (ja, die Schnittmuster sind mit 1 cm Nahtzugabe). Aber sonst war das Schnittmuster nicht so schwierig, als dass man eine Anleitung bräuchte.

Le 518 ist für Webware gedacht, nur die Bündchen sind aus Strick. Mein Stoff ist trotzdem dickerer Jersey, aber ohne Elasthan und daher nur wenig dehnbar. Der Stoff war von Stoff&Stil, nicht die beste Qualität, aber absolut meine Farbe. Mit dem Stoff fühlt es sich auch mehr wie ein Sweatshirt denn wie eine Bluse an, und das ist auch angenehm so. Sweatshirt-Stoff würde ich aber keinesfalls nehmen, der ist zu dick, und dann fällt die viele Mehrweite am Bauch und an den Armen nicht mehr schön.

Den interessanten Halsausschnitt wollte ich unbedingt hervorheben, und habe dafür den Bündchenstoff genommen, allerdings mit Vlieseline versteift, dehnbar soll er nicht sein. Der Pullover hat einen Reißverschluss an der linken Schulter, ich habe statt eines nahtfeinen einen dickeren genommen und den dann sichtbar eingenäht. Passt gut zu meiner etwas rustikaleren Variante.

Also, ihr seht, ich bin rundum glücklich mit meinem neuen Dreiklang aus rot-grün-blau. Und mit dem Sonnenschein sowieso.

Mehr Selbstgemachtes gibt es heute wieder beim Me Made Mittwoch.

In Kürze:
Rock: Rock Merris von Sewionista, Länge Taille bis Saum 55 cm, Stoff Babycord – Coupon von Karstadt, ca. 1,20m

Oberteil: le 518 aus dem Buch „Fashion Couture“ von dp studio fashion, Gr. 40, um 5 cm verlängert, Ärmel um 2 cm verlängert, Stoff dicker Jersey von Stoff&Stil (nicht mehr erhältlich)

Ein Schlafanzug am ersten MMM des Jahres

Das neue Jahr des MeMadeMittwochs startet traditionell mit dem Nähliebling des vergangenen Jahres.

Das meiste meiner genähten Klamotten habe jeweils am ersten Mittwoch im Monat hier gezeigt. Es ist also nicht allzu viel an Kleidung, was letztes Jahr entstanden ist.

Das Februar-Kleid war wirklich ein schlimmer Reinfall, der Stoff völlig verzogen, so dass ich es inzwischen sogar in der Mülltonne entsorgt habe. Ansonsten freue ich mich und bin richtiggehend stolz darauf, dass der Rest gelungen ist und getragen wird. Einen Liebling zu küren, fällt mir nicht leicht, ich entscheide mich jetzt einfach mal für die Kombination aus weißer Bluse und Bermuda vom Juni.

Im Dezember hatte ich mir noch einen Schlafanzug genäht. Im Januar war ein Krankenhausaufenthalt geplant, nix Schlimmes, er ist nun auch (wie halb erwartet) verschoben worden. Zu Hause trage ich zum Schlafen nur etwas längere T-Shirts, das war mir für das Krankenhaus etwas zu freizügig.

Mein neuer, etwas repräsentablerer Schlafanzug besteht aus einer einfachen Hose nach dem Schnitt 103 aus der Oktober-Burda und einem weiten T-Shirt nach M.Müller und Sohn.

Den Stoff für die Hose habe ich im lokalen Stoffhandel gefunden und mich sehr darüber gefreut. Leider war nur noch 1 Meter davon da. Gut, dass er nicht noch eingelaufen ist, sonst hätte ich jetzt Hochwasserhosen. Der Saum ist nur versäubert und knapp festgenäht, damit ist die Hose tatsächlich lang genug. Auch meine Bundlösung ging voll auf: Statt dem Tunnel, für den ich eh nicht genug Stoff gehabt hätte, habe ich einfach ein Schlauchbündchen angenäht. Passt perfekt! Und Taschen hat die Hose auch noch bekommen.

Der T-Shirt-Schnitt ist wie schon die Shirts von letztem Juni aus der Fachzeitschrift M.Müller & Sohn. Viel falsch machen kann man bei so einem weiten Schnitt ja nicht. Verziert wird das Ganze mit dem ersten Bügelbild aus dem Hause Schnitt für Schnitt, das mir mein neuer Schneidplotter ausgeschnitten hat.

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch

In Kürze:
Hose: burda style 10/2020, Nr. 103, Gr. 40 Hüfte 42
Stoff aus dem lokalen Stoffladen, Bio-Flanell von C.Pauli, 1 m + Bündchenware

T-Shirt: Modell 4 aus der M.Müller und Sohn 06.2020, Gr. 40
Stoff: Viskosejersey aus dem Bestand
Plotterdatei: Mandala von VectorArt by Silvia

MMM: ein Kleid für jeden Tag

Dieses Kleid ist für den Alltag gerade perfekt, ich könnte sogar darin schlafen, so bequem ist es. Den Stoff habe ich bei einem lokalen Stoffhändler entdeckt. Ein absoluter Traum, kuschelweicher, warmer Interlock aus Schurwolle. Das Etikett gab einen Hinweis auf eine italienische Wollmanufaktur. Einzig die Farbe steht mir nicht, aber was soll’s.

Als Schnitt habe ich „Rosy Dreams“ aus der ottobre 5/2018 verwendet, ohne die Ballonärmel, um 10 cm verlängert und etwas ausgestellt. Weil mir die gerade Form nicht steht, habe ich in der Taille einen Tunnelzug mit Gummi eingenäht. Jetzt sieht es etwas nach Kutte aus, wenn mir mal ein passender orangener Gürtel über den Weg läuft, wird das kaschiert.

Gefühlt sehe ich momentan nur Kleider mit weiten Ärmel und langen schmalen Manschetten. Ich habe die Ärmel entsprechend abgeändert, aber ich war etwas zu zaghaft. Jetzt hat das Kleid Möchtegern-Statementärmel.

In Kürze:
Schnitt: ottobre 5/2018, „Rosy Dreams“,  Gr. 40 Hüfte 42, 10 cm verlängert und ausgestellt, fertige Länge 98 cm
Stoff: 1,80m Interlock aus 95% WV, 5% PA, vom lokalen Stoffhandel