MMM im Einteiler

Der Schnitt Mirri von Papercut Patterns hat mich nun auch endlich dazu gebracht, einen Jumpsuit zu nähen. Die Variante aus braunen Leinen von der Produktseite gefällt mir megagut, deshalb beschloss ich den Stoff, den ich frisch für ein weiteres Hemdkleid gekauft, dafür umzuwidmen. Leider hatte ich nicht genug davon da, man braucht 2.15m für Größe 3, 2.75m für Größe 5, ich hatte etwa 1.80m. Daher sind die Hosenbeine nur in Culottelänge.

So richtig überzeugt bin ich von dem guten Stück noch nicht. Vielleicht liegt es an den verkürzten Beinen, aber ich mein Gefühl geht mehr so Richtung Sandstrand als gut gekleidet. Immerhin, die Freundin, die heute noch schnell die Bilder von mir gemacht hat, sprach spontan und unaufgefordert ein Kompliment aus.

In Kürze:
Schnitt: Mirri Jumpsuit von Papercut Patterns, Oberteil Gr. 3, Hüfte Gr. 5, verkürzt um ca. 18 cm, Schrittnaht angepasst
Stoff: Tencel-Baumwolle-Leinen-Mischung (von Swafing)  aus dem örtlichen Stoffhandel

Stoffspielereien: Exotisch

Heute laden die PeterSilien zu den Stoffspielereien ein, und das Thema, das sie vorgegeben haben, lautet „exotisch“. Mir kamen dabei fremde Früchte, Pflanzen und Blumen in den Sinn, eine Idee purzelte zur nächsten, und schlussendlich beschloss ich, mit Siebdruck Blätter und Blumenformen auf einen Schal zu drucken.

Schon fast drei Jahre ist es her, dass ich im Atelier der Jeromins bei Kristina Schaper zum letzten Mal siebgedruckt habe. Zu Hause braucht es einiges an Vorbereitung, um mit den Drucken loszulegen. Einen freien Tisch mit einem Siebdrucktuch, die Möglichkeit, die Siebe auszuwaschen, die Siebe, und Siebdruckfarbe.

Da ich inzwischen einen wunderbar großen Arbeitsraum mit zwei großen (höhenverstellbaren!) Arbeitstischen habe, konnten wir sogar zu zweit drucken. Nach langer Pause war mal wieder meine Freundin zum gemeinsamen Werkeln da. Wie haben wir uns gefreut!

Die Siebe habe ich nach der Anleitung, die Kristina im „Bunte Bücher“-Buch von Michaela Müller zeigt, aus alten Bilderrahmen selbst gebaut. Sicher nicht besonders professionell, aber für unsere Zwecke passen sie.

Die Blätter und Blüten sind selbst gezeichnet: Frangipani-Blüten und Blätter (als Erinnerung an den Frangipani-Baum in unserem Garten in Australien), zwei Palmenblätter und ein Monsterablatt (das ist allerdings aus dem Internet geladen, da gibt es unendlich viele Vektorgrafiken als Vorlage).

Die Vorlagen habe ich dann vom Plotter auf Vinylfolie ausschneiden lassen und die Vinylfolie dann auf das Sieb geklebt. Wie das geht, dazu findet man etliche Videos im Netz, wenn man nach „Siebdruck“ und „Plotter“ sucht, zum Beispiel dieses hier.  Das Tolle ist, dass man dann auch Motive mit mehr Details verwenden kann, als wenn man für die Motive nur Papier verwendet, wie bei Kristina im Bunte Bücher-Buch beschrieben.

Und dann konnte endlich das eigentliche Drucken starten. Die verschiedenen Motive kreuz und quer, und in verschiedenen Grüntönen, und ein paar Frangipanis in rot zwischenrein.

Die meisten der Drucke sind nicht perfekt, aber das stört in der Gesamtheit gar nicht. Teilweise liegt es an dem Sieb, das durch die Handbespannung leichter nachgibt, teilweise an der fehlenden Routine, nach drei Jahren Pause hat man eben vieles wieder vergessen.

Teilweise liegt es auch an den Farben (Dekaprint 2000). Die gelbe und rote, die ich teilweise zum Abtönen des Grüns nehme, sind ziemlich flüssig. Vielleicht liegt es daran, dass sie schon seit drei Jahren in der Schublade auf ihren Einsatz warten und dabei alt geworden sind. Die (neu gekaufte) weiße Farbe dagegen ist sehr pastös, auch nicht ideal. Aber mit jedem Blatt wächst die Routine beim Drucken wieder.

Der Stoff ist übrigens Käseleinen, ich mag die locker gewebte Struktur als Schal. Und weil man bei einem Schal sowohl Vorder- als auch Rückseite sieht, habe ich auch beide Seiten bedruckt. Auf der jeweils anderen Seite sieht man die Drucke dann leicht durch.

Zum Fixieren der Farben hing der Stoff ein paar Tage überm Wäscheständer und wurde dann langsam heiß gebügelt. Das war glücklicherweise ausreichend, eine erste vorsichtige Wäsche hat der Druck unbeschadet überstanden. Ich werde den Stoff demnächst aber nochmal richtig heiß waschen, dann wird das Leinen hoffentlich noch etwas weicher.

Der Stoff ist inzwischen ein Rundschal geworden. Dazu habe ich einfach die kurzen Enden mit einer Kappnaht zusammengenäht. Die langen Seiten bleiben unversäubert und dürfen ausfransen.

Probegetragen ist das gute Stück inzwischen auch, auch wenn ich kein Beweisfoto davon habe. Passt wunderbar, ich bin sehr zufrieden mit meinem neuen Schal! Nur etwas weicher könnte er sein, siehe oben. Aber das Glücksgefühl durch die gelungene Arbeit und das gemeinsame Werkeln ist unbezahlbar.

 

Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Die nächsten Termine:
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien, die schon seit 2012 laufen,  findest Du bei Siebensachen zum Selbermachen.

 

MMM: Rock oder Hose?

Rock oder Hose? fragt Heibchenweise heute, und ich habe mir deine Überschrift einfach geklaut, liebe Sarah. Mir geht heute es ähnlich wie dir, nur habe ich einen anderen Schnitt gewählt.

Ich mag Hosenschnitte mit einem breiten Formbund, der nicht ganz taillenhoch ist, daher hatte mich der Schnitt aus der Burda 04/2020 gleich angesprochen. Und der Stoff, den ich dafür verwendet habe, hat auf genau diesen Schnitt gewartet. Und zwar über 20 Jahre lang.

Der Stoff ist Wildseide und ein Überbleibsel aus meiner ersten Nähzeit, als ich um die 20 war, und war damals ein eher biederes Kleid mit einfach in Falten gelegten Rockteil. Ich hatte dadurch zwei Stoffbahnen von ca. 90 x 110 cm auf Lager und wusste einfach nicht, was ich damit anfangen soll. Aber Seide schmeiße ich einfach nicht weg, die Farbe gefiel mir immer und der Stoff ist wunderbar weich.

Aber das Horten hat sich gelohnt. Bei dieser Culotte sind die Schnittteile ziemlich breit, aber nicht allzu lang, genau das Richtige für meine Stoffreste. Und weil ich für den Innenbund und die Taschen einen anderen Stoff gewählt habe, reichte er auch für den vorgeschlagenen Bindegürtel.

Bei diesem Schnitt ist die Schrittnaht extrem tief, so kurz vor dem Knie, das mag ich gar nicht. Letztendlich habe ich drei (!) Zentimeter an den oberen Kanten weggenommen, und es kneift immer noch nichts. Die Tascheneingriffe sind dadurch ziemlich klein geworden, geht aber noch.

Dafür habe ich die Taschenbeutel größer gemacht, kann man besser die Hände drin vergraben. Und hinten zwischen Bund und Hose kam auch noch eine Tasche dazu, da stört das schwere Smartphone am wenigsten.

Also, ich bin sehr zufrieden mit meiner Culotte, so wie sie jetzt ist. Getragen habe ich sie allerdings noch nicht, ihr wisst schon, das Wetter. Und auch heute bin ich nach den Fotos schnell wieder in meine Jeans und Ugg-Boots gestiegen. Die neue Sommerhose muss auf den Sommer warten.

So, dann hole ich mir einen Kaffee und freue mich auf das, was die anderen beim heutigen Me-Made-Mittwoch zeigen. Habt es fein!

 

In Kürze:
Schnitt: burda style 04/2020, Nr. 111, Gr. 42, Falten um ca. 3 cm verschmälert, obere Kante 3 cm tiefer
Stoff: Wildseide aus dem Uralt-Bestand