WKSA 2016: (3) Probemodell

Heute geht der Weihnachtskleid-Sew-Along in die dritte Runde. Mein Probemodell ist fertig.

dsc_0782Und was soll ich sagen? Probemodell nähen macht Spaß! Der Stoffberg wird kleiner, man kann Nähgarn von zweifelhafter Qualität und mit schauerlichen Farben verwerten, beim Einhalten des Ärmelkopfes stört auch die zehnte Falte niemanden, alles geht zacka-zacka, kein Beleg, kein Saum, und währenddessen kann man noch darüber philosophieren, ob man es beim Nähen mit der Perfektion vielleicht manchmal übertreibt.

Ich bin nun doch bei dem Schnitt aus Burda 11/2016 geblieben, wobei ich mich beim Abpausen noch für die Variante mit dem Volantansatz entschieden habe. Vielen Dank für all die netten Kommentare und Ermutigungen!

dsc_0760 dsc_0788Das Oberteil werde ich noch um einen Zentimeter verlängern (auch mangels „Holz vor der Hüttn“, wie Dodo heute so passend im WKSA-Beitrag schreibt), damit es etwas lockerer fällt, zusätzlich zu den 2cm, die ich schon zugegeben habe, und den Saum vielleicht um zwei Zentimeter kürzer machen. Mit dem Rest bin ich sehr zufrieden. Die Weite im Rock ist ausreichend.

Dann werde ich jetzt mal mein Stoffschätzchen anschneiden gehen.

Werkbund-Werkstatt: Glasversuche

Diese und letzte Woche waren wir in der Glaswerkstatt, wiederum ein Material, mit dem ich keine Erfahrung habe. Wir arbeiten mit Scheibenglas, das wir schneiden, brechen, neu zusammensetzen und verschmelzen.

img_5709In der ersten Woche mit farblosen Glas, mit oder ohne Einschlüsse von Metall, Pflanzenteilen oder Stein. Das Meiste davon wird beim Schmelzen bei Temperaturen von bis zu 780°C zu Pulver und Gas, was wiederum interessante Effekte ergibt.

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img_5801Weil unsere Werke am Ende des Kurstages immer in den Ofen zum Schmelzen müssen, und weil das Ofenvolumen begrenzt ist, erfordert das Arbeiten in dieser Werkstatt viel mehr Planung und bietet leider weniger Platz für kreative Spielereien.

In der zweiten Woche, mit etwas mehr Erfahrung beim Schneiden und Brechen, durften wir dann auch farbiges Glas einsetzen, das wir ohne weitere Lücken und Einschlüsse zu einer zweilagigen Fliese verarbeiten sollten.

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Das Ergebnis vor…

img_5802… und nach dem Verschmelzen:

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Damit werden wir nächste Woche dann noch etwas weiterarbeiten.

MMM: Karospielereien

Vivienne Westwood hat eine unnachahmliche Art mit Schottenkaros zu spielen – beim Sew Along im letzten Jahr, den ich noch ohne Blog nur lesend verfolgt hatte, gab es tolle Beispiele zu sehen. Das war meine Inspiration für meine eigenen Karostoffspielereien.

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dsc_0735Der Zuschnitt dauerte am längsten – Zuschneidetetris war angesagt. Erst beim Zuschneiden bemerkte ich, dass die Streifen längs und quer nicht genau gleich sind. Daher musste ich auch die vordere Mitte mit Naht machen, sonst wäre es unsymmetrisch gewesen.

img_2904Der Schnitt ist aus einer Burda von 2003. Die Mittelteile sollten wie ein Band über der Brust aussehen. Das ist mir nicht gelungen, deshalb ist der türkisfarbene Wollfilz nochmals knappkantig abgesteppt.

dsc_0730Stoff: Wollstoff und Walkloden vom örtlichen Stoffladen, Viskosefutter
Schnitt: burda 11/2003, Nr. 118, Gr. 40, 10 cm gekürzt
Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch, der wunderbaren Inspirationsquelle für selbstgemachte Kleidung

WKSA 2016: (2) Stoff und Schnitt

Heute geht es beim Weihnachtskleid-Kleid-Sew-Along darum, die endgültigen Pläne vorzustellen. Ja. Also.

Was den Schnitt anbetrifft, war ich letzte Woche von akuter Entscheidungsunfähigkeit befallen. Weit oder doch nicht so weit, lang oder doch nicht so lang? Die vielen Rückblicke auf die WKSAs der letzten Jahre waren eine wunderbare Stöberkiste, haben mir bei meiner akuter Entschlusslosigkeit auch nicht weiterhelfen können. Aufgefallen ist mir aber, wie oft erzählt wurde, dass die Kleider fast nie getragen wurden. Wie schade.

Immerhin habe ich noch zwei Jersey-Stoffe in meinem Schrank gefunden, die farblich gut passen und für Wärme sorgen könnten.

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Also, der Plan: ich bleibe beim Tunikakleid 110 aus der Burda 11/2016. Nicht in Maxi, aber in Midi-Länge – passt besser zu Stiefeln. Aber ob der Rock so richtig schön fällt? Auf der Schnittzeichnung sieht das nach wenig Stoff aus. Hat das schon mal jemand genäht? Aus dem senfgelben Viskosejersey wird ein Unterkleid.

 

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Oder doch nicht? Seufz. Ich gehe nochmals Schnitte suchen…

MMM: Mantel im Military-Look

dsc_0316Heute habe ich die besondere Freude, meinen Wintermantel vorzustellen, den ich vor einem Jahr genäht habe. Ganz unbescheiden kann ich sagen, dass er mir gut gelungen ist, weil er sehr gut sitzt und die Schnittveränderungen, die ich so gerne mache, mal ausnahmsweise alle gelungen sind.

Der Ausgang war ein toller Mantel in einer Modezeitschrift, mit dem der Military-Look zu dem Trend des kommenden Winters ausgerufen wurde. Kam sofort in der langen Nähliste in die Top Ten und blieb dort ausdauernd stehen.

Als Schnittvorlage diente mir Burda 12/2012, Nr. 104 in Gr. 40. Neben den üblichen Änderungen (alles verlängern, Hüfte weiter) wollte ich unbedingt einen „integrierten“ Gürtel oder eine Hüftpassé oder wie man das halt nennt. Siehe Fotos. Schulterriegel wurden verlängert, Ärmelriegel statt Schlitzen und die Nahttaschen sind von der Seitennaht in die vorderen Teilungsnähte gewandert – dadurch etwas kleiner, aber deutlich bequemer!

burda122012-104Der Wollstoff und das Acetatfutter sind von Hüco Stoffe, Berlin. Die Knöpfe vom Stoffmarkt, aber fast so teuer wie der Stoff, über 40 Euro! Apropos Knöpfe: ich hatte mich so darauf gefreut, meine Nähmaschine endlich mal Augenknopflöcher nähen zu lassen, musste dann aber feststellen, dass die Knöpfe dafür zu groß waren. Nach viel Herumprobieren sind sie jetzt als Zierde aufgenäht, und darunter genähte Druckknöpfe versteckt. Gibt wenigstens keine ausgeleierten Knopflöcher.

dsc_0317 dsc_0319 dsc_0322 dsc_0324Übrigens fiel mir letztens eine Brigitte von 2012 in die Hände. Da wurde als einer der angesagten Herbst-/Winter-Trends der Military-Look ausgerufen… Und nach kurzer Recherche lässt sich sagen, dass auch 2013, 2014, und ja, auch 2016 Military total angesagt ist. Schon gemerkt?

Und wie immer mittwochs gibt es tolle selbstgenähte Mode für die Frau beim Me-Made-Mittwoch.

WKSA 2016: (1) Ich bin dabei!

Hurra, dieses Jahr kann ich auch beim Weihnachts-Kleid-Sew-Along dabei sein!

wksa16-logo-stars-quadratischWeihnachten ist bei uns nicht so besonders vornehm, das heißt, es muss kein kleines Schwarzes, kein Satin und kein Glitzerkram sein. Deswegen möchte ich ein Kleid nähen, das auch alltagstauglich ist.

Im August hatte ich die glorreiche Idee, dass ich auch im Winter ein Maxikleid tragen will. Einen schönen Viskosestoff konnte ich gleich beim Berlinbesuch bei Hüco-Stoffe ergattern. 3,30m, damit lässt sich schon was anfangen.

dsc_0372Allerdings sind mir bei den scheußlich niedrigen Außentemperaturen inzwischen leichte Zweifel gekommen. Ich bin nämlich ein Frostbeule, da ist selbst ein gefüttertes Viskosekleid nur mit Thermostrumpfhosen und/oder Wolljacke zu tragen, und das ist mit dem Hippie-Gefühl in meiner Vorstellung nur schwer in Einklang zu bringen. Und welche Schuhe zieht man im Winter zum Maxikleid an?

Für einen passenden Schnitt werde ich mal bei den anderen Teilnehmerinnen stöbern gehen. Es sollte etwas locker sitzendes mit weitem Rock und Taille sein. Vielleicht der Schnitt 105 aus der Burda 09/2016 oder 110 aus der Burda 11/2016. Ziemlich ähnlich, die beiden Schnitte. Ich hoffe, ich finde noch etwas Besseres.

 

 

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Werkbund-Werkstatt: Metallergebnisse

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Und jetzt ist unsere Zeit in der Metallwerkstatt auch schon wieder vorbei. Ich denke, fast allen Teilnehmern ging es so, dass nach der anfänglichen Scheu vor dem Material die Lust am Experimentieren immer größer wurde. Vor allem die Oberflächenbearbeitung wurde immer spannender:  durch Ausglühen und abschließendes Abschrecken in kaltem Wasser wird vor allem die Verformbarkeit des Metalls wieder verbessert, allerdings verlieren die Metalle den schönen Glanz des Ausgangsmaterials. Durch mehr oder weniger Glühen oder durch Vorbehandlung mit Säure oder Beize kann man aber schöne Effekte bei Kupfer und Messing von rötlich bis schwarz erzeugen.

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Wir hatten Bleche aus Alu, Kupfer und Messing in Stärken von 0,5 mm bis 2 mm zur Verfügung. Ich mag Kupfer sehr gerne und habe mich dann für mein Metallwerk darauf beschränkt. Zeitlich bedingt, aber schade, weil man durch Ausprobieren und Abschauen auf so tolle Ideen kommt!

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MMM: Sarouelhose

Ich brauche Hosen. Dringend. Das Hosenfach ist ziemlich leer geworden, weil ich ein paar ungeliebte Teile entsorgt habe und dank Gummibärchendiät ein paar andere nicht mehr passen.

dsc_0491Ein paar Schnitte und Stoffe liegen schon bereit. Unter anderem habe ich mir eingebildet, dass ich gleich und sofort eine Sarouelhose (heißen die überhaupt so?) brauche, so wie diese hier, irgendwann einmal aus der Brigitte abfotografiert.

img_3699Bei meiner Suche nach einem passenden Schnitt wurde ich weder in meinem Fundus noch bei diversen Schnitteanbietern fündig, als ich dann noch etwas lustlos die Vorschau der November-Burda anklickte. Und da war genau so ein Hose drin, wie ich gesucht hatte! Schöner Zufall!

Der Stoff dafür ist eine Wollstoff unbekannter Zusammensetzung in Crash-Optik, geerbt von einer lieben Freundin, die ihre Stoffkiste ausmistete, und der auch bei mir noch eine Weile abgelagerte. Wegen der Crash-Falten wurden beim Nähen die Nähte auch immer nur vorsichtig ohne Dampf gebügelt. Ob ich die Hose jemals wasche und was dann mit den Falten passiert?

dsc_0498Die Schnittteile sehen kompliziert aus, aber das Nähen war dann wirklich sehr einfach. Da die Hose gut in der Taille sitzen muss, ist es wirklich zu empfehlen, die rückwärtige Mittelnaht samt Bund ganz zum Schluss zu nähen und dann zur Anpassung zu nutzen. Burda näht erst die Bundteile zusammen und dann den Bund an die Hose – wofür ich dann eine Mittelnaht im Bund brauche, hat sich mir nicht erschlossen, deshalb hatte ich sie dann zunächst auch weggelassen. Allerdings hatte ich in einem Anfall von Panik beim Zuschneiden noch etwas Stoff in der Taille zugegeben, der dann doch zuviel war. Deswegen schnitt ich dann doch den Bund zum enger nähen hinten durch.

dsc_0486dsc_0489 dsc_0488Dann war noch die Frage nach dem Futter. Mir ist nichts eingefallen, wie ich den Schnitt vernünftig für ein Innenfutter abwandele, deshalb habe ich jetzt beschlossen, das Futter erstmal wegzulassen. Wenn der Wollstoff dann doch zu sehr kratzt, werde ich mir eine absolut sexy Radlerunterhose nähen, die garantiert nicht auf diesem Blog gezeigt wird.

Und damit ab zum Me-Made-Mittwoch!

Werkbund-Werkstatt: Metallversuche

Inzwischen sind wir im Werkstattsemester des Werkbunds in der Metallwerkstatt gelandet. Mit diesem Material habe ich gar keine Erfahrung – außer den paar zögerlichen Schlägen, als wir unsere Trauringe gemacht haben. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass damals der Goldschmied deutlich mehr an meinem Ring gearbeitet hat als ich. Aber mein Mann hat sich dann doch für mich entschieden.

Wir durften zunächst ein paar grundlegende Techniken lernen: Treiben und schneiden. Beim Treiben verformen wir ein Stück Blech entweder durch Hämmern in eine Holzmulde (tiefziehen) oder über eine Leiste (aufziehen).img_5070

Hier ein paar Werke, die beim Üben entstanden sind:

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MMM: stylish im Regen

Es wurde Zeit, die wärmende und wasserabweisende Kleidung wieder aus der hinteren Ecke des Schrankes zu holen. Diese Woche kommt mein Softshellmantel zum Einsatz, den ich im Frühjahr genäht habe, um nicht jeden Tag, an dem der Wetterbericht Regen für möglich hält, die Funktionsjacke anziehen zu müssen.

dsc_0421Der Softshell-Stoff von Stoff&Stil verspricht Wasserdichte bis 5000mm, das passt trotz der nicht abdichtbaren Nähte, schließlich will ich mit der Jacke nicht auf Wandertour und stundenlang durch den Regen laufen. Bisher hat sie eine Fahrradfahrt zwanzig Minuten durch starken Regen gut überstanden, allerdings war der Stoff an den Oberarmen dann doch ganz schön klamm. Aber die Nähte waren kein Problem.

dsc_0402-1Beim Schnitt hatte ich mich nach langem Suchen für Cookie von Waffle Pattern entschieden, und diesen entsprechend meinen Wünschen verlängert. Der Schnitt ist gut und die Beschreibung dazu fantastisch – plotterfähige Datei, layered pdf um die nicht benötigten Größen auszublenden, anschauliche Skizzen in der Anleitung.

dsc_0381 dsc_0395 dsc_0397 dsc_0400Cookie ist eigentlich ein Blouson-Schnitt – ich habe einiges angepasst: verlängert und nach unten verbreitert, die Ärmel ohne Bündchen, dafür entsprechend verlängert, Taschen etwas vergrößert und statt mit Reißverschluss als Pattentasche gearbeitet, die vordere Kante der Kapuze angepasst, um den Reißverschluss verlängern zu können, den Reißverschluss mit einem Untertritt versehen, und die vordere und die hintere Passe zusammengelegt, so dass der Mantel keine (regenkritische) Schulternaht hat.

dsc_0422 dsc_0419Im Praxistest hat sich gezeigt, dass die Jacke leider nicht sehr fahrradtauglich ist: am Hals ist es zu eng und die Kapuze ist zu groß. Ansonsten mag ich meine Jacke aber sehr. Nur der Zwei-Wege-Reißverschluss bringt mich noch zum Wahnsinn…

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Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch, dem wunderbaren Defilée an selbstgemachter Kleidung.