MMM im neuen Lieblingsteil

Die Bluse, die ich heute anhabe, ist genau mein Geschmack. Irgendwie kann ich das nicht von den Kleidungsstücken, die ich nähe, nicht immer so sagen. Ich glaube, ich muss mal ein bisschen darüber nachdenken, warum das so ist. Jedenfalls, eine lockere, lange Bluse stand schon länger auf der Wunschliste, der khakifarbene Tencel ist ein wunderbares Stöffchen, und das Ergebnis ist genauso wie erhofft.

Der Schnitt ist aus der Burda 07/2021 mit wenig Änderungen, ich habe die die Bluse um 5 cm gekürzt und die Schulternaht etwas nach vorne verlegt. Genäht in Gr. 42, eine Größe größer als sonst, weil ich die Bluse etwas lockerer haben wollte.

Das Nählevel ist drei von vier Punkten, und ich muss schon sagen, das passt. Wenn auch keine wirklich schwierigen Details dabei sind, es ist ein ganz schöner Zeitaufwand, bis die Bluse fertig ist. Taschen, Knopfleiste, Kragen, Saum mit Belegen, Ärmel mit Schlitz und Manschette, das dauert alles seine Zeit.

Ich habe die Schlitze nachträglich etwas zugenäht, damit die Öffnung beim Aufkrempeln nicht so aufklafft.

Apropos Ärmelschlitz: so einen klassischen Schlitz mit Blende habe ich, glaube ich, noch nie genäht. Die Anleitung sieht keine Blende im Untertritt vor. Erst dachte ich, das Teil wäre vergessen worden, aber tatsächlich soll man nur den Ärmelstoff zweimal schmal einschlagen und absteppen. Da ich die Manschetten schon zugeschnitten hatte, habe ich es letztlich so gemacht, auch wenn ich es sehr friemelig war und mich das Ergebnis nicht besonders überzeugt. Nächstes Mal gibt es einen Untertritt, das Internet ist voll mit guten Anleitungen, wie man so einen Schlitz näht, und ich finde, das Ergebnis schöner.

Verlinkt bei Me Made Mittwoch, ein Hoch auf den ersten Mittwoch im Monat! Vielen Dank, ihr Lieben!

In Kürze:
Schnitt: Burda Style 07/2021, Nr. 110, Gr. 42
5 cm gekürzt, Ärmel 1 cm länger,  Schulternaht um 3 cm nach vorne verlegt
Stoff: Tencel-Crepe von Meet Milk, gekauft bei Roly Poly in München

NähFrauenReisen Sew Along: Ideensammlung

Anfang Mai treffen sich eine große Runde nähbegeisterter Frauen in Frankfurt zum fröhlichen Beisammenein, Fachsimpeln und Quatschen. Ich bin dabei und freu mich schon so auf das Wiedersehen und neu Kennenlernen! Das Ganze wird organisiert von Muriel (Nahtzugabe5cm) Anja (Nordendnaht), Claudia (Kaffebrod) und Sabine (Langsame Schildkröte). Ich danke euch!

Weil wir nicht zusammen nähen werden, gibt es im Vorfeld einen kleinen Sew Along, das Bewundern all der schönen selbstgenähten Kleidung gehört zu so einem Treffen definitiv dazu. Die Idee des Sew Alongs ist, möglichst viel Vorhandenes zu nutzen, Upcycling, Refashion, gut abgelagerte Stoffschätzchen…

Für mich soll der Sew Along Anstoss sein, zwei Ufos fertig zu machen.

Da ist zum einen eine Jacke, die ich passend zum Kleid für die Erstkommunion meines Sohnes genäht habe. Die fand ja erst im Oktober statt, und zum Kleid trug ich meinen Wollmantel, die Jacke hatte also keine Verwendung. Ich habe sie aber auch seither nicht getragen.

Die Jacke ist nach dem Schnitt burda 2/2018 #106 genäht, aus dem gleichen Stoff wie das Kleid, und soweit eigentlich fertig. Ich fremdle mit zwei Dingen.

Erstens die Ärmelaufschläge, die habe ich mit H200 bebügelt, damit sie beim Krempeln auch halten, aber das ist viel zu steif geworden. Die müssen also weg. Entweder ich ersetze sie durch unverstärkte Aufschläge (muss mal schauen, ob ich noch genug Stoff habe) oder durch das dunkelblaue Bündchen (das reicht noch). Und zweitens überlege ich noch, ob ich vielleicht doch Druckknöpfe zum Verschließen an die Blende mache.

Das zweite Projekt ist die Otsu Jeans von Papercut Patterns (gibt es nicht mehr zu kaufen), und die ist wirklich ein Ufo. Die hatte ich nämlich letztes Jahr nach der ersten Anprobe in die Ecke geschmissen, weil sie so gar nicht gut passte.

Wenn ich mir die (aktuellen) Fotos so anschaue, bin ich aber gar nicht mehr so pessimistisch. Vorne im Schritt ist zu viel Stoff, das muss irgendwie angepasst werden. Wie, weiß ich nicht, das Problem habe ich sonst nicht. Irgendwelche Ideen? Und hinten hängt die Taille unangenehm tief (man sieht es am seitlichen Bild ganz schön). Da habe ich noch genug Stoff, um die Passe neu und höher zuzuschneiden. Hinterlasst mir gerne Kommentare  oder Änderungsvorschläge!

Wer näht noch mit? Bei Muriel kann man alle Beiträge verlinken.

Stoffspielereien: Cording

Zu den Stoffspielereien heute hat Martina von Machwerke eingeladen, uns mit dem Thema „Cording“ zu beschäftigen. Eine klassische Technik, die in der Stoffspielereien-Bibel von Colette Wolff ausführlich beschrieben wird. Bei meiner Suche nach Inspiration bin ich darauf gestoßen, dass auch die schönen Schnursteppereien an Dirndl-Miedern zu dem Thema passt. Ich bin gespannt, ob jemand aus der Stoffspielereien-Runde schon mal so ein Mieder gemacht hat.

Dieses Portemonnaie würde auch gut zum Thema passen. Ich ließ mich aber von etwas anderem leiten: Stoffnotizen hatte mich in einem Kommentar daran erinnert, dass auch das Ergebnis der Smocking-Stoffspielereien von Januar 2021 einen Rahmen verdient hat. Und so entstand die Idee, einen Bilderzwilling zum Smock zu machen, aus dem gleichen Stoff, mit einem ähnlichen Muster.

Das Muster lehnt sich an das Smocking-Muster an, aber mit Kordelkreuzungen, die wollte ich auch ausprobieren. Ähnlich wie bei den Schnursteppereien habe ich als Rückstoff einen grob gewebten Stoff genommen, einen ungewaschenen Baumwoll-Etamine). So musste ich beim Durchziehen der Kordel den Stoff nicht einschneiden, sondern konnte einfach ein Loch bohren.

Das Stück von hinten, mit den fertigen Nähten, bevor ich gemerkt habe, dass ich die Umschlingungen gerne spiegelbildlich hätte.

Mit der Fangnadel ging das Einziehen ganz gut, aber man muss schon ordentlich ziehen und zerren, um die Kordel um die Kurven und durch die Löcher zu kriegen.

Die Kordel steht an den Kreuzungen jeweils ein gutes Stück über. Das verhindert, dass die Kordel im Tunnel verloren geht und von vorne fällt das nicht auf.

Hier das gerahmte Ergebnis:

Und hier zusammen mit dem Bilder-Zwilling, sind eindeutig zwei-eiig:

Im Vergleich zu der feinen Smocking-Arbeit wirkt das Cording-Bild etwas grob. Es ist eben wie so oft: sobald man etwas ausprobiert, stellt man schnell fest, wie es geht und wie es besser geht. Nächstes Mal würde ich die Tunnel etwas enger nähen, mit einer dünneren Kordel und vielleicht sogar mit Hand.

Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Die nächsten Themen:

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien, die schon seit 2012 laufen,  findest Du auf stoffspielereien.net.