Stoffspielereien: Typografie

Das Werk aus dem letzten Monat hat eine Begleitung bekommen. Für die Stoffspielereien zum Thema „Typografie“ entstand ein zweiter gerahmter Mini-Quilt. Karen ist heute unsere Gastgeberin, sie beschäftigt sich viel mit Schrift in handschriftlicher und gedruckter Form, auf ihrem Blog zu stöbern ist eine Freude.

Diesmal habe ich mir etwas zur eigenen Motivation ausgedacht. Viel zu oft habe ich abends keine Lust mehr, noch ein bißchen kreativ zu sein, und sitze dann nur noch auf dem Sofa, daddel auf dem Tablet, surfe durchs Internet oder mache ähnlich sinnbefreite Sachen, die minimale Aktivität erfordern. Mit der Aufforderung „nur 15 Minuten“ will ich mir selbst in den Hintern treten, jeden Tag zumindest ein kleine Viertelstündchen meinen schönen Hobbys zu widmen.

Die Schrift des „nur“ fand ich  auf dafont.com, in die bin ich richtiggehend verliebt. Die Schrift für „15 Minuten“ gab es bei den vorinstallierten Schriften, sie heißt Superclarendon. Tatsächlich gefiel mir an der, dass die „5“ nicht ganz so verschnörkelt ist, obwohl die Schrift sonst sehr nah an den klassischen Serifen-Schriften ist.

Die Vorlage entstand am Computer. Die Schablone schnitt ich mittels Plotter aus Freezer-Papier, das ich dann auf den Stoff aufbügelte, dann stupfte ich Stofffarbe auf.

Der Stoff ist wie beim letzten Mal aus dieser Serie. Dieses Mal ist das Quilting aber minimal. Eigentlich wollte ich den Stoff ganz dicht benähen, aber das Werk „sprach“ einfach nicht zu mir, so dass es bei der Umrandung der Schrift geblieben ist.

Einzig das „nur“ bekam noch ein paar Echo-Linien.

Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Die nächsten Themen:

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien, die schon seit 2012 laufen,  findest Du auf stoffspielereien.net.

Habt einen schönen Sonntag!

Stoffspielereien: Monogramme

Die Überschrift heute könnte auch lauten: Monogramme in XXL, trotzdem nicht besonders gelungen.

Gabi von made with Blümchen ist heute Gastgeberin bei den Stoffspielereien und hat das Thema „Monogramme“ vorgeschlagen. Bei dem Thema kam mir die Kombinationsschrift von Josef Albers in den Sinn, die bimbambuki bei den Stoffspielereien zum Thema Bauhaus letztes Jahr vorgestellt hatte. Diese Schrift aus dem Jahr 1928 besteht aus den Grundformen Viertelkreis, Quadrat und Kreis und daraus kann man alle Zeichen formen. Für meine Initialen fertigte ich mir zwei Schablonen mit Viertelkreis und Quadrat und bedruckte damit ein T-Shirt.

Das „C“ ist nicht so einfach zu erkennen, aber das finde ich gerade gut.  Man hätte natürlich auch eine Gesamtschablone für den Druck dieser zwei Buchstaben machen können, aber ich mag, dass man die Grundformen so gut erkennen kann.

So weit, so gut. Allerdings fand ich es dann doch etwas einfallslos, nur Claras Idee vom letzten Jahr zu kopieren, und machte mich daher im Internet auf die Suche nach anderen modernen Schriften, die man mit Stoffspielereien umsetzen könnte. Ich muss ja sagen, ich bin schon überfordert, aus den installierten Schriften auf meinem Computer eine auszuwählen, aber im Internet gibt es eine unüberschaubare Fülle an schönen und originellen Fonts, was einen bei einer Auswahl schier verzweifeln lässt.

Nach einigem Stöbern bin ich aber die Schrift „Tesla“ gestoßen, in die ich mich spontan verliebt habe. Sie ist von Lexi Griffith und kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Die wollte ich als Monogramm auf mein neues Kleid sticken. Für mich als unerfahrene Stickerin erwies sich das aber als ungeahnte Herausforderung. Wie bekomme ich das Muster auf das graue Leinen? Wie bekomme ich dann ein gleichmäßiges Stichbild?

Nach ein paar Proben entschied ich schließlich, das Monogramm 2 cm groß zu machen, auf ein separates Stück Leinen zu sticken und das Muster mit Hilfe von Solufix aufzubringen. So kam ich immerhin zu einem Ergebnis, wenn auch alles andere als schön.

Ich hoffe, ich kann mir heute das eine oder andere bei den anderen Stoffspielerinnen abschauen. Meine Hochachtung vor den Stickerinnen dieser feinen, geschwungenen Monogramme auf Taschentüchern etc. stieg jedenfalls mit jedem meiner krummen Stiche.

Das überdimensionierte Etikett mit meinen Initialen ziert jetzt doch mein neues Kleid, aber nur auf der Innenseite.

Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Die nächsten Termine:
28.06.2020: „Monogramme“ bei made with Blümchen
Sommerpause
27.09.2020: „Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt
25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien
Dezember: Weihnachtspause

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien, die schon seit 2012 laufen,  findest Du bei Siebensachen zum Selbermachen.

Schablonendruck bei der Frühlingspost 2020

Bei der Postkunst von Michaela und Tabea bin ich immer wieder gerne dabei. Manchmal spricht mich das Thema gar nicht an, manchmal muss ich erst warm werden, diesmal gab es kein Zögern: Schablonendruck auf Stoff, wie fein! Die allerbeste Gelegenheit, zu testen und auszuprobieren und zu lernen.

Ich zitiere den Post-Kunst-Werk-Blog:

Wir lassen uns von der Natur inspirieren und erfinden Motive aus Flora und Fauna: Blumen, Blätter, Tiere, ganze Landschaften, reduzieren sie auf das Wesentliche, schneiden Sie aus Folie oder Pappe aus und bedrucken damit Stoffe.  … Wir drucken Ton in Ton. Wir vermeiden starke Kontraste und Gegensätze, alles bleibt in einem Farbschema und dessen Abstufungen.

Gleich mal vorab (die Beschreibung des Entstehungsprozesses, die folgt, ist etwas umfangreich geworden): Die Schablone ist aus einer Plastiktischdecke, mit dem Plotter geschnitten, zum Färben und Drucken habe ich Procion MX- Farben verwendet.

 

So, und jetzt das Ganze in lang:

Der Entwurf zog sich… ich bin einfach nicht geübt darin, und es wollte nichts Überzeugendes aus meinem Bleistift. Irgendwann blieb ich bei Gräsern hängen und zeichnete dann die Umrisse von Illustrationen verschiedener Gräser nach.

Wie es der Zufall wollte, durfte ich gerade zu dieser Zeit den Plotter einer Freundin benutzen. Das Schneiden der Schablonen konnte ich also der Maschine überlassen, und damit konnte das Muster relativ filigran werden und die Gräser relativ detailliert.

Dann kam viel Computerarbeit. Den Entwurf digitalisieren, die Gräser zum Muster anordnen, Rapport erstellen, Schablone vorbereiten, etc. Das Schneiden der Schablone macht der Plotter dann in ein paar Minuten. Feines Maschinchen, jetzt will ich natürlich auch einen.

Für die Schablone fand ich in meinem Kram ein großes Stück festes, durchsichtiges und biegsames Plastik, wie man es als Tischdecke für Gartentische nimmt. Für eine Schablone ziemlich genial, vielleicht etwas zu weich, aber ziemlich groß und dick und stabil. Das Plastik hatte leider ein paar Lagerungsknicke, die auch durch noch so viel Pressen und vorsichtiges Bügeln nicht weggingen. Aber es funktionierte. Zum Drucken sprühte ich die Rückseite mit nicht-permanenten Sprühkleber ein, dadurch konnte ich sie gut und plan auf den Stoff legen und einfach wieder abziehen.

Und weil ich ja das Motiv nicht selber mit dem Cutter schneiden musste, machte ich die Schablone gleich 50 cm lang, so ging das mit dem Drucken und Rapport anlegen ziemlich schnell und einfach.

Als Stoff hatte ich noch eine weiße, nicht mehr genutzte Damast-Bettwäsche. Ganz ohne jede Geschichte, nicht von Oma geerbt oder so, sondern einfach vor 15  Jahren bei Kaufhof gekauft. Die färbte ich mit Procion MX in einem warmen Grün-Ton, bewusst sehr ungleichmäßig.

Zum Drucken hatte ich mir zwei so kleine Gläschen Stoffmalfarbe gekauft, aber weiß der Himmel, was ich mir dabei gedacht hatte, wahrscheinlich gar nichts, weil so ein Gläschen mit 50 ml reicht wahrscheinlich gerade, um die Schaumstoffrolle nass zu machen. Egal, das kühle Grün passte eh nicht zum Hintergrund.

Wenn man Procion verdickt, kann man damit auch drucken, Siebdruck  geht ganz hervorragend, viele Tipps und das Material gibt es bei Jeromin. Beim Mischen habe ich mich an das Rezept aus dem Buch „Färben in der Tüte“ gehalten.  Meine ersten Ergebnisse waren okeee. Etwas unscharf.

Links der erste, rechts der zweite Versuch

Daher verdoppelte ich im zweiten Versuch die Verdickermenge und war dann erst mal eine halbe Stunde damit beschäftigt, die Paste durch ein Sieb zu kneten, um alle Klümpchen zu entfernen. Damit ging das Drucken dann aber hervorragend.

 

 

So sieht der fertige Stoff aus:

Ich habe ein paar Stoffe im Längs- und ein paar im Querformat, weil ich das Damastmuster und den Druck in die gleiche Richtung zeigen lassen wollte Auch wenn man das gewebte Muster nur von Nahem sieht, das hätte sonst nicht zusammengepasst. Und beim geraden Anlegen der Schablone war es auch sehr praktisch.

Die Stoffe waren alle schon in der Waschmaschine bei 40°C, um die restliche Farbe auszuwaschen. Die Farbe hält. Interessanterweise sieht das Muster aus wie eingeprägt, wenn man mit den Fingern darüber fährt, spürt man es ganz deutlich. Ich kann mir das nur so erklären, dass der Verdicker sich so festgedickt hat, dass er sich nicht mehr ganz ausgewaschen hat. War wohl doch etwas zu viel davon…

Für den Umschlag und die Karten habe ich noch zwei ähnliche Schablonen schneiden lassen (weil es mit dem Plotter halt so einfach geht), der Druck ist mit ganz normaler Acrylfarbe.

Für die eine Schablone verwendete ich freezer paper, aber das war nach sieben Drucken ziemlich durch. Ich glaube, so richtig praktisch ist das nur für Einzeldrucke.

Und so ging das dann zur Post.

Ich bin die zweite in Gruppe 11. Letzte Woche startete Christel den Frühlingspostreigen mit diesem Stoff:

Ganz anders, oder? Mir gefällt Christels Stoff richtig gut, dieser mehrfarbige Farbauftrag und die kleinen glitzernden Akzente zwischen den Blütenblättern:

Damit verlinke ich mich mal zum Post-Kunst-Werk-Blog. Am einfachsten kann man die Ergebnisse der 98 Teilnehmerinnen aber wahrscheinlich auf Instagram mit dem Hashtag #frühlingspost2020 finden.

Und jetzt lehne ich mich entspannt zurück und freue mich auf die Stoffe, die die Post in den nächsten Wochen noch bringen wird.

Ein schönes Thema! Vielen Dank, liebe Tabea und Michaela für die Aktion und die Idee und die Organisation!!! Und weil es so Spaß gemacht hat, habe ich mich gleich zum Online-Workshop bei Michaela am Samstag angemeldet.