Die ersten Blätter

… der Frühlingspost sind eingetroffen und könnten unterschiedlicher kaum sein.

Den Anfang machte Simone (@probiere_bringts), die auf Instagram an der Entstehung des Stempels für die unendliche Geschichte vom ‚maa mit de hohle zah‘ hat teilhaben lassen. Grandios! Die zweite Woche brachte den grünen Urwald mit vielen Vögeln von Lisa, gedruckt mit Moosgummiwalze.

Karen (ohne Blog) schichtete in der 3. Woche viele verschiedene Blätterdrucke übereinander auf ’sanften Morgentau‘-Grund. Ich hätte zu gerne die große Walze gesehen, die sie dafür benutzt haben muss. Und letzte Woche kam ein schöner Farbtupfer von Astrid, magnolieninspiriert, auf sehr feinen Papier aus Maulbeerbaum-Rinde, das man immerzu anfassen will.

Ich habe in den letzten Wochen mit allerlei Materialien gewalzt. Schaumstoff, Rohrisolierung aus dem Baumarkt, kleine Papprollen, Lego-Reifen, Moosgummi, Draht, Fäden, Spitzendeckchen. Seht mal:

Das war spannend, aber auch reichlich oft frustrierend, weil ein kontinuierlicher und gleichmässiger Farbübertrag gar nicht so einfach zu bewerkstelligen ist.

Nächste Woche werde ich dann meine Werke verschicken, die inzwischen fertig sind, und dann über den Entstehungsprozess berichten.

Und die geballte Inspiration gibt es bei der Linkliste auf dem Post-Kunst-Werk-Blog.

Muster-Mittwoch: Streublümchen

Nun habe ich noch ein bisschen weiter experimentiert mit dem Walzendruck für die Frühlingspost. Und weil bei Michaela diesen Monat Streublümchen gesammelt werden, gibt es dafür ein paar gestempelte Blümchen.

Um den Stempelgummi auch um eine Rolle zu bekommen, habe ich diesmal zum Schnitzen der Stempelchen Soft-Linol verwendet, das ist mit 2,3 mm deutlich dünner als die Stempelgummi-Platten und schön biegsam.

So richtig wollten die Stempelplättchen dann doch nicht auf der Rolle halten, die Enden standen ab, und das gibt eine ziemlich ruckelige und ungleichmäßige  Walzerei.  Ich hatte die Stempel schon plan aufgeklebt, um zumindest ein Streublümchenmuster für den Mustermittwoch heute zu haben:

Erst in einem letzten Versuch verwendete ich dann statt des doppelseitigen Teppichklebebands ein extrastarkes Klebeband aus dem Bastelladen, das tatsächlich die Linolplättchen ganz bombig in die Rundung klebt und dann funktionierte auch der Walzendruck einigermaßen.

Ein paar Tage habe ich noch zum Experimentieren, jetzt will ich auch noch versuchen, eine Gummiwalze direkt zu schnitzen, mal sehen, ob dafür meine Fähigkeiten reichen.

Erst mal schöne Osterfeiertage!

Verlinkt beim Muster-Mittwoch und bei der Frühlingspost-Linkliste.

Ein Arbeitskalender-Tagebuch und ein Fotoalbum

Die letzten Wochen war ich etliche Male buchbinderisch tätig. Ich mache das sehr gerne: es ist viel Handarbeit, ich kann reichlich tüfteln, weil ich ohne Vorlage arbeite und am Schluss hat man etwas Schönes in der Hand. Meine Stücke sind weit von handwerklicher Perfektion entfernt, ich denke mir, ich bin auf die Stücke ähnlich stolz wie andere Frauen auf ihren ersten selbstgenähten Rock.

Letztes Jahr habe ich mir angewöhnt, einen Taschenkalender zu nutzen, um meine Pläne für die Woche aufzuschreiben und dann die erledigten Arbeiten zu notieren. Ich bekomme damit einen Überblick über meine Ideen, kann priorisieren und habe gleichzeitig ein Tagebuch zum Nachschauen, weil ich oft schon zwei Wochen später grübeln muss, was ich gemacht habe. Mein Vorhaben ist, jeden Tage etwas Kreatives zu machen, das kann ich damit auch im Blick behalten.

Dieses Jahr konnte ich in dem Angebot an Taschenkalender einfach keinen für mich passenden finden. Entweder die Aufteilung gefiel mir nicht, oder es war zu viel Schnickschnack oder das Design sagte mir nicht zu. Also selber machen.

Die Innengestaltung ist relativ einfach gehalten, meine Ansprüche dafür sind nicht hoch- links ist eine freie Seite, in der ich alle Aufgaben notiere, in möglichst kleinen Häppchen – abstreichen macht Spaß. Rechts die Aufteilung Montag bis Sonntag, in denen ich die durchgeführten Arbeiten notiere.

 

Das Buch ist in DIN A6. Die Seiten sind per Computer erstellt, doppelseitig ausgedruckt und geschnitten. Dann vier Hefte gebunden und diese am Rücken zum Buchblock verklebt.

Für den Umschlag habe ich einen der Bögen aus dem Kleisterpapierkurs verwendet – in grünbraun, meiner Farbe. Der Stiftehalter ist ein Fertigteil, das einfach hinten eingeklebt wird.

 

Und hier sieht man mein Konzept eines „bullet journal“ an einem Beispiel. Ich finde, je einfacher so etwas gehalten ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es dauerhaft genutzt wird.

Und wie nenne ich das jetzt? Tagebuch-Kalender? Projekt-Arbeitsbuch?

 

Und dann habe ich diese Woche noch ein Fotoalbum für meinen Sohn gemacht. In seiner Klasse wird der Geburtstag wie in Montessori-Schulen gefeiert, mit einem Jahreskreis und einem Lebensbuch. Die Idee gefällt mir, daher habe ich meinem Sohn zum Geburtstag ein solches Buch gebaut. Jedes Jahr seines Lebens bekommt eine Seite mit Fotos und Stichpunkten, so dass man sieht, was in diesem Jahr passiert ist.

Die Seiten sind aus dickem Fotokarton, außen mit zwei Buchdeckeln versehen.  Der vordere ist zweiteilig und hat links einen Falz, damit man ihn besser umklappen kann. Alles zusammen ist mit Buchschrauben verbunden, so dass man jedes Jahr einfach eine neue Seite hinzufügen kann.

 

 

Das Bezugspapier durfte sich mein Sohn aus meinem Papierbestand selbst aussuchen, es ist ebenfalls im Kleisterpapierkurs entstanden.

Hier ein Blick auf die erste Seite, der Text ist wegretuschiert.

Und weil ich sehr stolz auf meine Werke bin, und mein Sohn sich über das Album gefreut hat, verlinke ich mich heute zum Freutag am Freitag. Habt ein schönes Wochenende!