MMM: Alte Schätzchen

Mein neues Kleid hat sich in diesem heißen Frühsommer schon mehr als bewährt. Es ist unkompliziert, luftig und passt zu allen Gelegenheiten.

Eine Nachmach-Welle werde ich in der Näh-Community allerdings nicht erzeugen können. Sowohl Schnitt als auch Stoff sind schon betagter und haben schon einige Jahre in meinem Schrank verbracht.

Der Schnitt ist aus der Burda 2/2011, ich habe ihn schon mal zum T-Shirt verarbeitet. Auf der Suche nach dem entsprechenden Blogpost stellte ich fest, dass das vor knapp 3 Jahren nicht nur mein Einstand beim Me Made Mittwoch, sondern mein erster Blogartikel überhaupt war!

Diesmal also als Kleid. Ich hatte das Schnittmuster noch um vier Zentimeter  verlängert, bei der Anprobe aber gemerkt, dass das die perfekte Länge ist und ich es kürzer nicht haben mag, und daher auf den Gummizug in der Taille (der ja immer auch ein wenig hochzieht) verzichtet. Zwecks Bewegungsfreiheit beim Laufen und Fahrrad fahren bekam das Kleid auch noch Schlitze links und rechts.

 

Der Stoff lagerte über 20 Jahre in meinem Schrank und stammt noch aus meinem ersten Nähleben. Ich hatte damals einen einfachen langen Rock daraus gemacht, den ich, soweit ich mich erinnere, nicht oft getragen habe. Über die Qualität rätsele ich. Er ist mit sehr dünnen Fäden sehr dicht gewebt und fühlt sich an wie sandgewaschene Seide. Ich dachte eigentlich, es sei Mikrofaser aus Polyester, aber bei der Brennprobe verbrannte das Stückchen Stoff mit einer schönen gelben Flamme, ohne große Rückstände, und jetzt frage ich mich, ob er vielleicht aus Viskose ist.

So oder so, es trägt sich sehr angenehm und wird sicher häufig genutzt werden diesen Sommer. Damit habe ich noch die Kurve gekriegt zum Sommer-Urlaubs-Special beim Me-Made-Mittwoch. Über meine Urlaubsgarderobe habe ich nämlich noch nicht nachgedacht, der startet erst Ende August. Aber da es dieses Jahr in die Bretagne geht, wird wohl alles vom Bikini bis zur Regenjacke in den Koffer wandern.

Die Bilder sind übrigens in der Staudengärtnerei Augustin in Effeltrich entstanden, wo ich letzte Woche einen nette Vormittag mit einer Freundin verbrachte. Man kann dort in einem wunderschönen Staudengarten Kaffee trinken, oder sein ganzes Geld für tolle Stauden ausgeben. Ausnahmsweise gut, dass ich keinen Garten habe.

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch.

In Kürze:
Schnitt: burda style 02/2011, Nr. 116, Gr. 40-42
Stoff: gut abgelagerter Warenbestand

 

MMM: Warten auf den Frühling

Nun ist es endlich genäht worden, das Aldaia Dress. Schnitt und Stoff lagen schon längere Zeit bereit, was bei mir eher ungewöhnlich ist, das mit dem Planen und Vorbereiten artet manchmal aus. Erst war das Kleid als Backup bei der  Annäherung Süd dabei, dann als Verlegenheitslösung beim Weihnachtskleid Sew Along, zum Frühlingsanfang habe ich es jetzt endlich umgesetzt. Und das ist jetzt gut so, weil die Farbe des Kleides perfekt zum Frühling passt.

Der Stoff lag auch schon wieder ein Jahr im Stofflager, ein wunderbar weicher und dicker zweilagiger Jersey, der allerdings nur 112 cm breit war. Da reichten die 2,80 m gerade so. Das und weil ich die Schnittteile möglichst symmetrisch haben wollte, zog sich das Zuschneiden etwas hin. Jeden Musterverlauf habe ich sorgfältig beachtet. Bis auf den in der vorderen Mitte. Toll, ausgerechnet da, wo es am meisten auffällt. 

In der Hoffnung, den Bruch im Musterlauf etwas abzumildern, ist aus den letzten Stoffresten noch ein Gürtel entstanden. Eine vorhandene braune Gürtelschnalle wurde mit Acrylfarbe farblich angepasst. Ob die Farbe hält? Ich glaube nicht. Aber ohne Gürtel gefällt mir das Kleid eh besser, Muster hin oder her.

Beim Schnitt verwendete ich die ABC-Variante: 3/4-lange Ärmel, Wickeloptik im Oberteil und schwingender Rock. Da der Schnitt für Frauen mit 1,65m Körpergröße ausgelegt ist, wurde überall ordentlich verlängert: die Ärmel um 4 cm, das Oberteil um 2 cm und der Rockteil um 10 cm. 

Jetzt fehlen mir die passenden Schuhe… 😉

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch.

In Kürze:
Schnitt: Aldaia Dress von Pauline Alice, Gr. 40, ab Taille 42; Ärmel um 4 cm, Oberteil um 2 cm, Rock um 10 cm verlängert
Stoff: Birch Organic Jersey, gekauft bei Elsbeth und ich

Weihnachtskleid 2018

So, doch noch fertig geworden. Erst hatte ich gemütlich auf das Rollsaumfüßchen gewartet und mich derweil der Geschenkeproduktion gewidmet und auf einmal füllte sich der Kalender mit Arzt- und Krankenhausbesuchen (als Begleitung), und die Zeit wurde auf einmal knapp. Aber letzten Freitag war dann doch noch genug Zeit, das Kleid vor Weihnachten fertig zu machen.

Allerdings war schnell klar, dass mir die Geduld für das Rollsaumfüßchen fehlt, und so sind die Rüschen und Saumkanten nun doch mit der Ovi versäubert worden. Zack, fertig gesäumt.

Et voilà, das fertige Kleid:

Für alle Interessierten noch ein paar Worte zum Schnitt: Nr. 107 aus der burda 12/2016, Größe 40, ab Taille Gr. 42 (reicht, obwohl ich sonst in der Hüfte Gr. 44 habe). Das vordere Oberteil habe ich 1 cm verlängert, damit die Quernaht auch ja unterhalb der Brust ist (hinten natürlich entsprechend). Hier habe ich beschrieben, wie ich den Halsausschnitt vergrößert habe. So ganz ideal sitzt es an der Schulter nicht, das Vorderteil zieht nach vorne, aber zumindest zwickt und zwackt es nicht am Hals.

Der schwere Viskosekrepp (lange im Schrank auf seinen Einsatz gewartet) trägt sich sehr angenehm. Im Winter allerdings mit langen T-Shirt und Thermostrumpfhose darunter, dann geht es auch gut ohne Unterkleid. Gestern schon ausgiebig getragen, wird es auch heute, beim zweiten Teil der Verwandtschaftstreffen, zum Einsatz kommen.

Hier gibt es alle hübschen Weihnachtskleider zu sehen. Vielen Dank an alle alten und neuen MMM-Organisatorinnen! Klasse, dass es den MMM gibt und weiter geben wird!