MMM: Wollkleid

Dieses Kleid ist ein weiteres Resultat der Annäherung Süd. Das Wochenende hatte nicht nur viele Nähstunden, sondern auch einen Beutezug im René Lezard Lagerverkauf und diverse Will-ich-auch-haben-Momente. Sabine aka Langsame Schildkröte hatte nämlich schon die Oktober Knipmode dabei, und sich daraus ihr schönes Spinatkleid genäht. Eine Woche später gab es dann die deutsche Ausgabe („Fashion Style“, wer bitte hat sich diesen Namen ausgedacht? Mit Google und Instagram findet man damit jedenfalls viele aufgebrezelte Mode-Schönheiten, keine Schnittmuster).

Das Kleid, das ich heute zeige, ist also das Kleid Nr. 8 aus der Oktober Fashion Style (Link) und ist Teil eines Baukastensystems. In der Ausgabe sind eine ganze Reihe schöner Kleider. Ich habe mich für die Variante DFN entschieden. Der Rock ergibt zusammengenäht etwa einen halben Teller. Im Zuschneideplan der Zeitschrift sind die Rockteile deutlich schmäler, bei mir haben die Rockteile unten eine Breite von ca. 80 cm, das passt nicht auf die halbe Stoffbreite.

Die Ärmel sind etwas enger als vorgesehen genäht. Den Ausschnitt habe ich bewusst nicht abgesteppt und gebügelt, mir gefällt, wie er aufspringt.

Ist das nicht eine tolle Farbe? Der Stoff ist ein Wolle-Viskose-Gemisch von René Lezard, verfilzte Strickware. Dehnbar, daher konnte ich auf den Reißverschluss verzichten. Aber knitteranfällig, wie ich auf den Bildern feststellen konnte.

Mit oder ohne Gürtel?

Zugegeben: die Silhouette ist etwas gewöhnungsbedürftig für mich. Irgendwie hab ich das Gefühl, mit klobigen Schuhen und Schaffellweste könnte ich auch als Marktfrau auf dem nächsten Mittelaltermarkt stehen. Maroni, heiße Maroni!

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch.

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MMM: Sommerkleid

Heute gibt es mal ein bisschen Abwechslung. Keine Fotos vor der neutral-weißen und unauffälligen Wand, sondern aus unserem Urlaub in Portugal!

Der Schnitt ist aus der Fashion Style 07/2016, ausnahmsweise habe ich mal brav den Schnitt ohne jede Änderung kopiert, allerdings ergaben sich durch die Stoffwahl dann doch ein paar Anpassungen. Der Stoff ist vermutlich vom Stoffmarkt, aus Kunstfaser und leicht durchsichtig, aber genau in meiner Lieblingsfarbe. Ein großes Vergnügen war das einlagige Zuschneiden auf den Knien auf dem Fußboden rutschend.

Weil der Schnitt für dehnbare Stoffe ist, gab es zusätzlich einen Reißverschluss in die Seitennaht. Außerdem wollte ich nicht nur das Oberteil doppeln, wie im Schnitt vorgesehen, sondern auch das Rockteil. Wegen blickdicht und so. Damit fielen die seitlichen Schlitze weg, weil Futter an Schlitze annähen macht keinen Spaß.

Bei der Anprobe stellte sich raus, dass das Kleid an den Seiten ziemlich „zipfelt“. Ob es nun an der Stoffwahl liegt, an den fehlenden Schlitzen, oder dass das bei langen Röcken in A-Form halt so ist, besonders schön ist das ja nun nicht. Deshalb habe ich zum Saum hin an jeder Seite gut und gerne jeweils 10 cm weggenommen. Weit ausholende Schritte lassen sich damit jetzt nicht mehr machen, aber ist ja auch unelegant.

Der Ausschnitt ist ziemlich tief, funktioniert aber prima, auch beim Vorbeugen klafft nichts auf. Nur beim Sitzen muss ich manchmal zurechtzuppeln.

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch, wo Claudia von buntekleider heute ein tolles Urlaubskleid zeigt, bei dem sie definitiv ein besseres Händchen bei der Stoffwahl hatte. Von wegen Schwitzen und so.

 

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MMM: Grafik-Kleid

„Tausend mal berührt, tausend mal ist nix passiert…“ Na, ganz so lange lag der Stoff noch nicht in meinem Lager, der Schnitt in meinem Ideenstapel schon eher. Aber bis die beiden zusammenkamen , hat es ganz schön lang gedauert. Die Hürde lag – wie so oft in solchen Fällen – im Kopf: als ich den Stoff kaufte, stellte ich mir ein Wickelkleid daraus vor. Allein, gerade habe ich keine Lust auf Wickelkleider und so blieb er halt im Schrank.

Und dann hat es Zoom gemacht und jetzt sind sie untrennbar (naja, nicht ganz, haha) miteinander verbunden. Der Stoff ist ein Baumwolljersey mit Elasthan aus einem örtlichen Stoffladen. Der Schnitt aus der ottobre 2/2015, „optic flowers“. Das Rockteil ist um 7cm verlängert (meine Beine sind ja schließlich keine 20 mehr), das Oberteil um 1cm.

Jetzt kommt noch eine Bilderflut. Im oberen Rücken ist zuviel Stoff, entweder das Bündchen ist zu eng zugeschnitten (vermutlich) oder das Oberteil doch zu lang geworden. Ich habe kurz überlegt, ob ich das noch anpasse, aber angesichts diverser Overlocknähte, die dafür aufzutrennen wären, war die Entscheidung schnell gefallen: Nein.

Gedacht als Frühlingskleidchen …

… aber heute wird es eher so gestylt:

Und damit geht das Ganze rüber zum Me-Made-Mittwoch. Dort zeigt Carola von naehkatze heute ein wunderschönes … Wickelkleid!

MMM: Lemming hoch drei

Ich heute also auch im Raven-Kleid.

Ich gehöre ja zu der Sorte Lemminge, die so lange zuschauen, bis alle anderen schon über die Klippe gesprungen sind. Für meine Begriffe bin ich also diesmal rasend schnell mit dem Nachmachen. Schon drei Monate, nachdem der Schnitt veröffentlicht worden war und wunderbare Beispiele in der Blogger-Gemeinde auftauchten (z.B. von hier oder hier).

Ich hatte die La Maison Victor bis dato nicht gekauft – die technischen Zeichnungen sprechen mich nicht an. Aber da es in meinem lokalen Nähladen im Dezember nach dem Raven-Hype noch ein Exemplar gab, war es also soweit. Ich komme ja in der Regel ohne Nähanleitung ganz gut klar, aber mal zur Abwechslung statt burda-Hyroglyphen eine klar beschriebene Anleitung zu haben, ist trotzdem sehr angenehm.

Auch beim Stoff folge ich den ausgetretenen Blogger-Spuren des letzten Jahres: Erstens Bio-Baumwoll-Jacquard, zweitens von lillestoff. Hatte der lokale Stoffhandel im Sonderangebot, das war doch zu verführerisch. Kombiniert mit unifarbenen Interlock-Jersey, auch lokal bezogen.

Gegen Fröstelsorgen gab es von den Stoffresten noch eine Halssocke.

Und wenn es mal ganz kalt wird, ist auch der Kopf stofflich passend bedeckt.

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch.

WKSA 2016: (4) Finale

Hoppla, auf einmal war der 4. Advent da. Wo ist denn jetzt schon wieder die ganze Zeit geblieben. Ende November dachte ich noch: ach, noch fünf Wochen bis Weihnachten, passt alles super. Und dann sind wieder diese ganzen unvorhergesehenen Dinge passiert, die nicht auf der todo-Liste stehen. Und auf einmal wurde es stressig.

Mein Weihnachtskleid wurde dann auch erst auf den letzten Drücker fertig. Voila, hier ist es:

Nochmal zur Erinnerung: der erste, zweite und dritte Beitrag zum WKSA. Der Stoff ist 100% Viskose von Hüco in Berlin, der Schnitt ist aus der Burda 11/2016 in Größe 40. Ich habe das Oberteil um 3 cm verlängert, am Saum 5 cm weggenommen, nochmal 2 cm wären vielleicht kein Fehler. Und am Taillenband noch Paspeln reingebastelt.

Die Beule im Rücken, die man in der Seitenansicht sieht, ist übrigens kein Buckel, der vom vielen über-der-Nähmaschine-gebeugt-sitzen kommt, sondern vom Reißverschluss, der etwas störrischer fällt als der Stoff.

Obwohl nicht gefüttert, ist das Kleid relativ wärmend. Ich werde mein gespaltenes Verhältnis zu Viskose nochmal überdenken.

Und damit ab zum Finale des Weihnachtskleid-Sew-Alongs. Hat sehr viel Spaß gemacht! Und die Liste mit den Nähideen unendlich verlängert. Fröhliche Weihnachten!

WKSA 2016: (3) Probemodell

Heute geht der Weihnachtskleid-Sew-Along in die dritte Runde. Mein Probemodell ist fertig.

dsc_0782Und was soll ich sagen? Probemodell nähen macht Spaß! Der Stoffberg wird kleiner, man kann Nähgarn von zweifelhafter Qualität und mit schauerlichen Farben verwerten, beim Einhalten des Ärmelkopfes stört auch die zehnte Falte niemanden, alles geht zacka-zacka, kein Beleg, kein Saum, und währenddessen kann man noch darüber philosophieren, ob man es beim Nähen mit der Perfektion vielleicht manchmal übertreibt.

Ich bin nun doch bei dem Schnitt aus Burda 11/2016 geblieben, wobei ich mich beim Abpausen noch für die Variante mit dem Volantansatz entschieden habe. Vielen Dank für all die netten Kommentare und Ermutigungen!

dsc_0760 dsc_0788Das Oberteil werde ich noch um einen Zentimeter verlängern (auch mangels „Holz vor der Hüttn“, wie Dodo heute so passend im WKSA-Beitrag schreibt), damit es etwas lockerer fällt, zusätzlich zu den 2cm, die ich schon zugegeben habe, und den Saum vielleicht um zwei Zentimeter kürzer machen. Mit dem Rest bin ich sehr zufrieden. Die Weite im Rock ist ausreichend.

Dann werde ich jetzt mal mein Stoffschätzchen anschneiden gehen.

MMM: Karospielereien

Vivienne Westwood hat eine unnachahmliche Art mit Schottenkaros zu spielen – beim Sew Along im letzten Jahr, den ich noch ohne Blog nur lesend verfolgt hatte, gab es tolle Beispiele zu sehen. Das war meine Inspiration für meine eigenen Karostoffspielereien.

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dsc_0735Der Zuschnitt dauerte am längsten – Zuschneidetetris war angesagt. Erst beim Zuschneiden bemerkte ich, dass die Streifen längs und quer nicht genau gleich sind. Daher musste ich auch die vordere Mitte mit Naht machen, sonst wäre es unsymmetrisch gewesen.

img_2904Der Schnitt ist aus einer Burda von 2003. Die Mittelteile sollten wie ein Band über der Brust aussehen. Das ist mir nicht gelungen, deshalb ist der türkisfarbene Wollfilz nochmals knappkantig abgesteppt.

dsc_0730Stoff: Wollstoff und Walkloden vom örtlichen Stoffladen, Viskosefutter
Schnitt: burda 11/2003, Nr. 118, Gr. 40, 10 cm gekürzt
Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch, der wunderbaren Inspirationsquelle für selbstgemachte Kleidung

WKSA 2016: (2) Stoff und Schnitt

Heute geht es beim Weihnachtskleid-Kleid-Sew-Along darum, die endgültigen Pläne vorzustellen. Ja. Also.

Was den Schnitt anbetrifft, war ich letzte Woche von akuter Entscheidungsunfähigkeit befallen. Weit oder doch nicht so weit, lang oder doch nicht so lang? Die vielen Rückblicke auf die WKSAs der letzten Jahre waren eine wunderbare Stöberkiste, haben mir bei meiner akuter Entschlusslosigkeit auch nicht weiterhelfen können. Aufgefallen ist mir aber, wie oft erzählt wurde, dass die Kleider fast nie getragen wurden. Wie schade.

Immerhin habe ich noch zwei Jersey-Stoffe in meinem Schrank gefunden, die farblich gut passen und für Wärme sorgen könnten.

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Also, der Plan: ich bleibe beim Tunikakleid 110 aus der Burda 11/2016. Nicht in Maxi, aber in Midi-Länge – passt besser zu Stiefeln. Aber ob der Rock so richtig schön fällt? Auf der Schnittzeichnung sieht das nach wenig Stoff aus. Hat das schon mal jemand genäht? Aus dem senfgelben Viskosejersey wird ein Unterkleid.

 

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Oder doch nicht? Seufz. Ich gehe nochmals Schnitte suchen…

WKSA 2016: (1) Ich bin dabei!

Hurra, dieses Jahr kann ich auch beim Weihnachts-Kleid-Sew-Along dabei sein!

wksa16-logo-stars-quadratischWeihnachten ist bei uns nicht so besonders vornehm, das heißt, es muss kein kleines Schwarzes, kein Satin und kein Glitzerkram sein. Deswegen möchte ich ein Kleid nähen, das auch alltagstauglich ist.

Im August hatte ich die glorreiche Idee, dass ich auch im Winter ein Maxikleid tragen will. Einen schönen Viskosestoff konnte ich gleich beim Berlinbesuch bei Hüco-Stoffe ergattern. 3,30m, damit lässt sich schon was anfangen.

dsc_0372Allerdings sind mir bei den scheußlich niedrigen Außentemperaturen inzwischen leichte Zweifel gekommen. Ich bin nämlich ein Frostbeule, da ist selbst ein gefüttertes Viskosekleid nur mit Thermostrumpfhosen und/oder Wolljacke zu tragen, und das ist mit dem Hippie-Gefühl in meiner Vorstellung nur schwer in Einklang zu bringen. Und welche Schuhe zieht man im Winter zum Maxikleid an?

Für einen passenden Schnitt werde ich mal bei den anderen Teilnehmerinnen stöbern gehen. Es sollte etwas locker sitzendes mit weitem Rock und Taille sein. Vielleicht der Schnitt 105 aus der Burda 09/2016 oder 110 aus der Burda 11/2016. Ziemlich ähnlich, die beiden Schnitte. Ich hoffe, ich finde noch etwas Besseres.

 

 

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MMM im Wickelkleid

Derzeit komme ich kaum zum Nähen, daher zeige ich heute ein Kleid, das schon letzten Winter fertig wurde. An den Weihnachtsfeiertagen kam es mir nämlich in den Sinn, dass ich unbedingt und gleich sofort ein Wickelkleid nähen wollte. Mein Zeitschriften-Fundus gab aber nichts Passendes her, und daher besorgte ich mir einen Download-Schnitt.

dsc_0314Also, meins ist das nicht, dieses Ausdrucken und Kleben und Ausschneiden. Das mache ich zukünftig nur noch in akuten Notlagen. Wobei… das war ja eine akute Notlage.

dsc_0308Der Stoff ist ein Viskose-Jersey vom Karstadt-Ausverkauf, der Schnitt Burda 7187 in der einfachsten Ausführung ohne Rüschen oder Volants. Die Ärmel sind pludrig weit mit einem Gummizug als Abschluss.

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Das Kleid sitzt gut und trägt sich sehr angenehm, aber wenn ich so an mir runterschaue, kommt es mir manchmal – mit den Ärmel, dem Muster und dem Bindegürtel – wie ein orientalischer Morgenmantel vor. Ich freue mich zu sehen, dass es auf den Bildern ganz normal wirkt.

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch.