MMM: Alltagskleidung in den 80ern und heute

Meine Teenagerzeit fiel in die 80er. Nun ist dieses Jahrzehnt ja nicht unbedingt für tolle Mode bekannt. Pullis aus Polyester im Patentstrick, in die knallengen, stone-washed Jeans gestopft, Blazer mit großen Schulterpolstern, Leggings in Neon-Farben, Netz-T-Shirts, und Karottenhosen. Nun begeht man als Teenie ja manchen Modesünde, die man nur mit dem Versprechen sühnen kann, nie nie nie wieder so etwas anzuziehen. Aber wenn man älter wird, lernt man auch, dass man möglichst nie „nie wieder“ sagt. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe mir eine Karottenhose genäht.

Der Schnitt ist aus einer älteren burda, 8/2009. Langgröße, ich habe Gr. 84 gewählt. Und – passt perfekt! Da konnte ich sogar die Gürtelschlaufen weglassen. Dafür gab es Taschen dazu. Hosen ohne Taschen sind doof.

Der Stoff ist ein Schätzchen von Hannes Röther Vintage in München. Dort gibt es nicht nur reduzierte Klamotten, sondern eben auch Stoffe zu guten Preisen, und ein bißchen Wolle. Weil der Stoff zwei unterschiedliche Seiten hat, die ich zur Geltung bringen wollte, bekam die Hose noch einen Aufschlag zum Krempeln.

Inzwischen hatte ich sie schon einige Male an, und sie erfüllt alles, was ich mir von Alltagskleidung wünsche. Bequem und schick. Seit ich nicht mehr im Büro arbeite, liegt der Fokus eindeutig auf bequem. Bei jeder Klamotte, die ich nähe, versuche ich aber, diese beiden Punkte gleichzeitig zu erfüllen. Klappt leider nicht immer. Zu oft versuche ich, etwas Ungewöhnliches zu nähen, das dann aber nicht in meinen Alltag passt. (Aber das Schwierigste ist, Schuhe zu finden, die bequem und schick sind und dann auch noch passen. Oder?)

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch, wo heute die Frage nach der perfekten Alltagskleidung gestellt wird.

 

MMM: Biker-Hose

Die Biker-Hose Cassie habe ich schon vor längerer Zeit an den langen Beinen von Elke von ellepuls bewundert. Als sie angefangen hat, den Schnitt im Sommer in Deutschland zu vermarkten, hatte sie mich also schnell am Haken. Und jetzt habe ich also die Beweisfotos: meine Beine sind eindeutig kürzer als die von Elke.

Trotzdem gefällt mir meine Cassie Pants, aber erst die 2. Version. Zunächst gab es eine Probeversion in grau, um die Passform des Schnitts zu testen. Leider gibt StyleArc, die den Schnitt entworfen haben, bei der Masstabelle keine Körpergröße an. Bei den vielen Quernähten ist es aber Pflicht, dass das Knie auch da ist, wo es hin soll.

 

Meine Erfahrung bei 174cm: die Länge der Beine passt, die obere Kante verschiebe ich sowieso immer um 1cm nach oben, das war auch hier kein Fehler. Der Saum ist um 2cm verlängert.

Was ich noch verändert habe: die Schrägnaht am Oberschenkel gespiegelt, und die Teilungsnaht hinten in die Kniebeuge verlegt. Ich finde, da gehören sie hin.

Die Cassie Pants sind eigentlich Leggings, d.h. nur mit Gummizug oben. Die Probehose ist oben grenzwertig schmal, ich bekomme sie schwer über die Hüften. Deshalb hat die rote Hose einen seitlichen Reißverschluss bekommen. Passt, und sorgt für erheblich Bequemlichkeit. Ein Gummi ist im Bund trotzdem eingearbeitet.

Die Einsätze am Oberschenkel haben Biesen bekommen. Bei der Erstellung habe ich mich an die Anleitung von Elke gehalten, eine tolle Hilfe! Die Falten zeigen bei meiner Hose nach oben. Das muss so sein. Ist jetzt modern. Ehrlich. Kein Scheiß.

Noch zwei Worte zu den Stoffen. Die graue Hose ist ein 2-Wege-Stretch, Viskose/Poly von Stoff & Stil, ein Fehlkauf, aber für Leggings ganz passend. Der rote Stoff ist ein Baumwoll-Köper von Hüco, Berlin. Leicht samtige Oberfläche, angeblich nur 2% EL, aber dehnt sich ordentlich, für eine enge Hose perfekt.

Ich mag meine neue Hose.

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch.

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MMM: All eyes on us….

…also, auf meinen neuen Shorts und mich.

Beim Me-Made-Mittwoch gibt es heute das Motto „Ich packe meinen Koffer…“, bevor es eine lange Sommerpause bis September gibt. Der erste Sommerurlaub dieses Jahr ist schon vorbei, die Koffer bereits wieder entpackt und verstaut. Ein paar Fotos gab es ja schon, heute kommen noch ein paar in der Kulisse Lissabon.

Shorts sollten noch in den Koffer, die alten waren zu eng geworden. Das Schöne an Shorts ist, man kann auch mal kleine Stoffreste verbrauchen, und so schaffte es ein Stoff aus dem Schrank, der dort schon an die 20 Jahre lagerte und auch meine Nicht-Nähphase überstand. Der Zettel notierte Wolle-/Seide-Gemisch und das stimmt vermutlich auch, ein paar Mottenlöcher hatte er, die es zu umschneiden galt.

Der Schnitt ist aus einer geliehenen burda easy fashion, F/S 2009, Variante A mit längeren Hosenbeinen. Der Formbund kommt meiner Figur sehr entgegen, und daher bin ich mit der Tragbarkeit sehr zufrieden.

Zum ersten Mal habe ich am Hosenschlitz einen Untertritt angebracht. Sieht gut aus, trägt sich gut und ist kaum Mehraufwand, daher werde ich das wohl zukünftig immer machen. Aber beim Absteppen des Hosenschlitzes nähte ich ihn mit an, und das nicht einmal, sondern gleich zweimal!

Habt einen schönen Sommer, wo immer ihr ihn verbringt!

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank (III): come Armani, sorta di

Tadaaa, ein Armani-inspiriertes Outfit vom Scheitel bis zum Knöchel:

Eigentlich sollte es ja nur die Hose werden, aber dann ergab sich auch der Rest noch. Aber eins nach dem anderen.

Beim letzten Mal hatte ich ja schon berichtet, dass ich den Schnitt für die Hose schon probegenäht und für gut befunden hatte. Beim Zuschneiden stellte ich mich eine Weile an, weil der Stoff ein Streifenmuster hat, bei dem die Streifen immer breiter werden: 2cm-3cm-4cm-5cm-2cm-3cm… Das kommt davon, wenn man Vorhangstoff für Bekleidung verwendet. Ich wollte symmetrische Beine (wenigstens bei der Hose), aber irgendwann sah ich ein, dass das nicht geht, weil Vorder-und Rückseite leicht unterschiedlich sind und wie man am Ergebnis sieht, fällt es auch gar nicht auf.

Die Hose entstand (wie auch das Kleid vom letzten Mittwoch) schon Anfang Juni, an einem wunderbaren Nähwochenende bei Gabi Ilius, die, auch wenn drei Leute gleichzeitig „nur mal kurz“ ne Frage haben, immer gelassen und fröhlich bleibt. Ihre professionelle Hilfe beim Anprobieren und die vielen hilfreichen Tipps beim Nähen sind unschlagbar und das gemeinsame Nähen macht sowieso immer viel Freude.

Der Schnitt ist burda 11/2016, Nr. 119 in Gr. 42. Allerdings schmäler – links und rechts jeweils 2 cm bei den Hosenbeinen weggenommen und eine Bundfalte zugelegt. Und der Bund ist schmäler geworden.

Die Hose trägt sich sehr angenehm, luftig leicht. Weil sie leicht durchsichtig ist, habe ich eine abgeschnittene Strumpfhose drunter an. Ich werde mir wohl noch eine Art Radlerhose nähen, die etwas länger ist als die jetzige Lösung.

Tja, und dann hatte ich noch Zeit für das Oberteil. Bei der Suche nach einem Schnitt, bei dem die Streifen durch Drapierung etwas in Bewegung sind, bin ich bei So! Pattern fündig geworden. Das Shirt Mono besteht nur aus  einem Schnittteil, so dass man nur eine Seitennaht hat und sich auf der anderen Seite Drapierung ergibt. Mein Baumwoll-Jersey ist aber etwas zu dick dafür, Viskosejersey wäre für den Schnitt sicher die bessere Wahl.

Den Hut wollte ich nicht kopieren, der ist einfach zu genial. Aber dann entdeckte ich beim Blättern durch eine alte burda (5/2009) einen Schnitt für einen Sommerhut, es war noch Zeit vor dem Urlaub und Stoff da.

Hier also im Vergleich Original und Kopie:

Quelle: www.vogue.com

 

Ich will mir gerade bei Hut und Shirt nicht anmaßen zu sagen, das wäre eine Armani-Kopie. Aber für den Spaß, als Gesamtkunstwerk herumzulaufen, waren es die paar Stunden Mehraufwand wert.

Und hier noch ein paar Bilder mit der Lissabonner Standseilbahn als Hintergrund:

Mein Sohn hatte auch seinen Spaß an meiner Verkleidung. Damit ist klar, wo der Hut landen wird.

Ob die anderen Damen der „Vom Laufsteg in den Kleiderschrank“-Runde soviel Spaß mit ihren Werken hatten, findet ihr hier. Vielen Dank, Yvonne und Monika, für die Organisation!

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MMM: Vom Gelingen und Scheitern

Meistens zeigen die Teilnehmerinnen des Me-Made-Mittwoch voller Stolz die neusten Werke. Spannend ist aber auch zu sehen, welche Stücke davon sich über Monate oder Jahre im Kleiderschrank bewähren. Das fand ich interessant an den Beiträgen zum Me-Made-May. Sehr selten dagegen schaffen es die gescheiterten Projekte auf die Blogs, obwohl auch das hilfreich und unterhaltsam zu lesen ist. Frau Nähfreundin hatte kürzlich von ihrem Kampf mit der teuren Seide berichtet.

Heute gibt es zwei grüne Hosen zu sehen, eine gern getragene und ein Teil für die Tonne.

Weil die ersten Bilder die bleibenden Eindrücke hinterlassen (und zum Vorschaubild werden), erst das erfolgreiche Projekt. Eine sehr weite Bundfaltenhose aus grünem Leinen (vom Stoffmarkt). Der Schnitt ist aus Burda 11/2016, nicht so schwierig zu nähen, wie die Zeitschrift behauptet, allerdings habe ich mir Aufschlag und Paspeltaschen geschenkt.

Die Schrittnaht habe ich vorn und hinten um 1 cm verlängert, das wäre aber nicht nötig gewesen. Die Hosenbeine sind jeweils ca. 8 cm schmäler, trotzdem noch sehr weit.

Weil ich Gürtel und seitliche Reißverschlüsse für inkompatibel halte, ist das Bindeband an der Seite geteilt und festgenäht.

Mein erster Versuch, mir eine weite grüne Hose zu nähen, ging dagegen ziemlich in die Hose, haha. Als Schnitt hatte ich mir Juniper von Colette Patterns ausgesucht.

Für eine längere Schnittnaht hatte ich die Hosenschnittteile um 1 cm oben verlängert, allerdings ohne ausreichend die Taschenkonstruktion zu beachten. Da tat sich dann plötzlich eine Lücke beim Zusammennähen auf, die sich nur bewältigen ließ, indem ich den 1 cm wieder wegschnitt. Obwohl ich dann den Formbund etwas breiter machte, half alles nichts: die Hose kneift und wirft hässliche Falten, wie auf den Bildern zu sehen ist. Und das sind noch die hübschen Bilder im Stehen.

Was mich auch gewaltig nervt, sind die die Taschen, die weder in der Seiten- noch in der Schrittnaht mitgefasst werden und dadurch ziemlich planlos rumhängen und ständig in Position gezuppelt werden wollen.

Der Stoff tut sein übriges, dass dieses Projekt nicht in der UFO-Kiste, sondern im Abfall landet. Glatte Baumwolle mit Elasthan aus dem örtlichen Stoffladen, nicht billig. Der Stoff trägt wirklich jede Falte tagelang mit sich herum, was anders als bei Leinen nicht edel, sondern nur ungebügelt aussieht.

Man möge mich daran erinnern, zukünftig um diesen Schnitt und diese Art von Stoff einen großen Bogen zu machen. Und bei euch so, wie ist eure Erfolgsquote? Wie viele Teile werden schnell wieder aussortiert?

Hoppla, jetzt habe ich übersehen, dass beim heutigen Me-Made-Mittwoch Streifentag ist. Aber ein schneller Blick in meinen Kleiderschrank zeigt: ich habe nix mit Streifen! Aber ein paar gestreifte Stoffe…

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank (III): Zwischenstand

Die Kommentare vom Inspirationspost waren ja sehr für Armani. Ich beuge mich dem Leserinnen-Willen.

Auf der Suche nach halbtransparenten Stoff bin ich in der Vorhang-Abteilung gelandet. Bei stoffe.de gab es einen Dekostoff mit einer Mischung aus Acetat, Baumwolle, Leinen und Polyester, der mir sehr gut gefällt.

Anders als in der letzten Runde konnte ich so gar keine anderen Bilder von den Stücken als den Laufsteg-Photos finden. Ich meine, die Models tragen einfach Leggings drunter. Ich hätte einen violetten Jersey-Stoff da, der gut zum Oberstoff passt, entweder nähe ich daraus eine „Unterhose“, oder ich nehme einfach fertige Leggings. Für das Oberteil hätte ich geringelten rot-weißen Jersey da.

In der Zwischenzeit ist hier eine grüne Bundfaltenhose aus Leinen entstanden, sozusagen als Probehose. Der Schnitt ist aus der Burda 11/2016. Die Hose sitzt sehr gut, ich werde bei Gelegenheit mal ausführlicher berichten. Allerdings möchte ich für dieses Projekt hier den Schnitt nicht ganz so weit, daher werde ich eine der Bundfalten zulegen und die Hosenbeine enger machen.

Kommenden Freitag geht’s zum Nähwochenende, ich freu mich darauf! Da wird bestimmt einiges weggeschafft.

Mehr Zwischenstände zum Projekt „Vom Laufsteg in den Kleiderschrank“ gibt es bei Yvonne.

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank (III): Auf der Suche nach Hosen

Diesmal soll es eine Hose sein. Immer wieder nehme ich mir vor, mehr Hosen zu nähen, aber dann kommt meistens was dazwischen. Also wird die neue Runde von „Vom Laufsteg in den Kleiderschrank“ mit dem Hosenplanen verbunden.

Nun sind Hosen nicht die häufigsten Kleidungsstücke auf den Laufstegen, und die gezeigten sind oft einfach gehalten, was Schnitt und Raffinesse anbelangt. Da bliebe als einzige Herausforderung, einen passenden Stoff zu finden.

Übrigens war vor ungefähr 18 Jahren tatsächlich eine Laufsteginspiration mein erstes Nähprojekt. Meine Mutter kaufte mir neben der Nähmaschine noch einen wunderbar weich fallenden Viskosestoff, mit dem ich eine Hose von Claude Montana nachnähte. Die Hose hatte keinen Bund, sondern wurde mit einem Gürtel zusammengehalten, und der Stoff stand oben über. So wie eine Tüte, die man mit einem Gummi schließt. Die Hose wurde erstaunlich gut, mit Reißverschluss und Taschen, aber besonders gut saß sie vermutlich nicht. Leider habe ich weder die Hose noch die Inspirations-Zeitschrift mehr. Noch nicht mal ein Foto davon, so waren die Zeiten damals.

Zurück in die Gegenwart, dank Internet lassen sich die Laufsteg-Modelle inzwischen bestens recherchieren. Ich habe mal drei Modelle in die engere Auswahl genommen. Erstens ein Modell von Giorgio Armani Spring 2016 Ready-to-Wear (das Oberteil finde ich auch großartig, ganz zu schweigen vom Hut), zweitens aus der Zweitlinie Emporio Armani 2017er Kollektion, und drittens ein Modell von Issey Miyake, das ich in der ersten Runde schon mal gezeigt habe.

Quelle: www.vogue.com

 

Quelle: www.vogue.com

 

Quelle: www.vogue.com

Welche es wird, weiß ich noch nicht. Was meint ihr?

Übrigens, noch ein kleiner Tipp für Inspirationsquellen: auf Issuu kann man auch manche internationale Ausgaben von Vogue, etc. durchblättern.

MMM: It’s a bug, not a feature

Und heute nochmal ein Oberteil mit langer Entstehungsgeschichte. Immerhin nicht zwei Jahre, sondern nur zwei Monate.

Als Selmin von Tweed & Greet zum Farbennähen einlud und als erste Farbe grün auserkor, wollte ich gleich mitmachen. Ich musste feststellen, dass ich einige heiß geliebte grüne Klamotten besitze, aber kaum etwas selbst genähtes. Und das in meiner Lieblingsfarbe!

Nach dem Weihnachtskleid war mir nicht nach großen Projekten, daher sollte es nur ein schnelles T-Shirt werden. Ein Schnitt von der langen Ideenliste, dieses Oberteil aus der Burda 08/2015, Nr. 115 in Version A. Der Stoff melierter Singlejersey von Stick & Style in oliv und dunkelgrün.

Das mit dem schnell hat nicht geklappt. Also, schnell genäht war der Schnitt schon. Aber das Ergebnis wenig überzeugend. Irgendwie doch zu kurz, jedenfalls wenig kombinationsfreudig in meiner Garderobe. Also erst mal in die Ecke, neu überlegen und dann umändern.

Als nächstes in einer längeren Variante, hinten etwas länger als vorne. Jetzt war mir das Ganze zu dunkel.

Im dritten Versuch gefällt es mir. Mit einer schrägen Naht vorne und hinten. It’s a bug not a feature. Fällt aber nicht auf. Und sollte mal jemand fragen, werde ich etwas von einem langen Designprozess erzählen.

Meine normale Größe 40 passt gut, mir gefallen auch die Ärmel. Dadurch, dass der Ärmel zweiteilig ist, sind die Raglanärmel im Schulterbereich gut geformt und sitzen gut, finde ich.

Passend dazu gibt es eine Hose nach dem ottobre-Schnitt „Daily Routine“ aus dem Heft 5/2015. Der Stoff ist ein sehr dehnbarer Webstoff vom Stoffmarkt.

Ich habe mir ja schon lange vorgenommen, mehr Hosen zu nähen. Wenn da nicht immer so hübsche Jacken- und Kleiderprojekte dazwischen funken würden… Hosen nähen ist ja nicht das große Drama, aber eine gut sitzende Hose zu nähen schon. Das soll ein Ziel für die nächsten Monate sein.

Bei diesem Schnitt habe habe ich die Kurve der vorderen Schrittnaht etwas stärker ausgeformt. Hier ein vorher-nachher-Vergleich. Hat schon etwas geholfen, aber trotzdem sieht es so aus, als wäre immer noch zuviel Stoff  vorne. Hat jemand Tipps für mich?

Ich will den Schnitt demnächst nochmal zweifarbig nähen, um den schönen Nahtverlauf besser heraus zu heben. Der Stoff ist allerdings deutlich weniger dehnbar, ich bin gespannt, wie das im Vergleich wird.

Verlinkt wie immer mittwochs beim wunderbaren Me-Made-Mittwoch, und – da Selmin dankenswerterweise ihre Linksammlung auch für Nachzügler offen hält – bei „12 colours of handmade fashion„.

P.S.: Ist das nicht Hobbyschneiderinnen-Glück, wenn die Cover-Diva ohne Zicken 5m Covernähte ohne Fehlstiche näht?

MMM: Sarouelhose

Ich brauche Hosen. Dringend. Das Hosenfach ist ziemlich leer geworden, weil ich ein paar ungeliebte Teile entsorgt habe und dank Gummibärchendiät ein paar andere nicht mehr passen.

dsc_0491Ein paar Schnitte und Stoffe liegen schon bereit. Unter anderem habe ich mir eingebildet, dass ich gleich und sofort eine Sarouelhose (heißen die überhaupt so?) brauche, so wie diese hier, irgendwann einmal aus der Brigitte abfotografiert.

img_3699Bei meiner Suche nach einem passenden Schnitt wurde ich weder in meinem Fundus noch bei diversen Schnitteanbietern fündig, als ich dann noch etwas lustlos die Vorschau der November-Burda anklickte. Und da war genau so ein Hose drin, wie ich gesucht hatte! Schöner Zufall!

Der Stoff dafür ist eine Wollstoff unbekannter Zusammensetzung in Crash-Optik, geerbt von einer lieben Freundin, die ihre Stoffkiste ausmistete, und der auch bei mir noch eine Weile abgelagerte. Wegen der Crash-Falten wurden beim Nähen die Nähte auch immer nur vorsichtig ohne Dampf gebügelt. Ob ich die Hose jemals wasche und was dann mit den Falten passiert?

dsc_0498Die Schnittteile sehen kompliziert aus, aber das Nähen war dann wirklich sehr einfach. Da die Hose gut in der Taille sitzen muss, ist es wirklich zu empfehlen, die rückwärtige Mittelnaht samt Bund ganz zum Schluss zu nähen und dann zur Anpassung zu nutzen. Burda näht erst die Bundteile zusammen und dann den Bund an die Hose – wofür ich dann eine Mittelnaht im Bund brauche, hat sich mir nicht erschlossen, deshalb hatte ich sie dann zunächst auch weggelassen. Allerdings hatte ich in einem Anfall von Panik beim Zuschneiden noch etwas Stoff in der Taille zugegeben, der dann doch zuviel war. Deswegen schnitt ich dann doch den Bund zum enger nähen hinten durch.

dsc_0486dsc_0489 dsc_0488Dann war noch die Frage nach dem Futter. Mir ist nichts eingefallen, wie ich den Schnitt vernünftig für ein Innenfutter abwandele, deshalb habe ich jetzt beschlossen, das Futter erstmal wegzulassen. Wenn der Wollstoff dann doch zu sehr kratzt, werde ich mir eine absolut sexy Radlerunterhose nähen, die garantiert nicht auf diesem Blog gezeigt wird.

Und damit ab zum Me-Made-Mittwoch!

Kopie und Original

Mein Mann geht nicht gerne Klamotten kaufen. Soweit ich weiß, ist er damit nicht der Einzige. Als ich ihn vor Kurzem auf das Loch in seiner kurzen Hose hinwies, grinste er nur leicht verzweifelt.

Normalerweise trägt er Jeans und T-Shirt, wenn es kalt ist eine Funktionsjacke. Nichts, was mich besonders reizen würde, zu nähen. Diesmal hatte ich aber Mitleid mit ihm und beschloss, ihn mit einer Kopie seiner „superbequemen“ Hose zu versorgen.

Männerhose - 1 Männerhose - 3 Männerhose - 2 Männerhose - 4Und was soll ich sagen, er hat sich gefreut! Den Schnitt habe ich von der alten Hose abgenommen, und dann möglichst nah am Original nachgenäht: angeschnittener Bund, Seitentaschen mit Klappen, schräge Eingriffstaschen. Sieht trotzdem komplett anders aus.

Männerhose - 5 Männerhose - 7Der Stoff ist Twill von Stoff & Stil, leider habe ich erst zu Hause festgestellt, dass die Stoffbreite nur 130cm betrug. Also musste ich etwas Zuschneidetetris machen, und für Innenbund und Innentaschen den Futterstoff nutzen. Gefällt mir aber ganz gut.

Männerhose - 8Männerhose - 9Für die ca. 40m Zierstiche (abgeschätzt aus der Menge des verbrauchten Fadens) habe ich Nylonfaden (Zwibond) verwendet. Das war das Einzige in einer Stärke von ca. 50, was im örtlichen Nähladen zur Verfügung stand, der 30er Gütermann Knopflochgarn war zu dick.

Auf besonderen Wunsch gibt es noch eine separate Tasche für das Handy, versteckt in der Seitentasche.

Männerhose - 10Und jetzt freue ich mich, noch rechtzeitig für die Aktion HerrMann im August fertig geworden zu sein – das hat mich doch sehr motiviert, das gute Teil zügig durchzunähen.