MMM: Heute in blau

Gestern war ich mit einer Freundin in München. Die Stoffvorräte wollten aufgefüllt werden. Begleitet (oder bekleidet?) hat mich dabei eine weite Hose aus einem leichten Jeansstoff nach einem Schnitt aus der fashion style und ein bowline sweater, der bei der Annäherung Süd letztes Wochenende entstanden ist.

 

Die Stoffausbeute war leider nur mäßig – wir waren bei Stoff&Stil (bewährt wie immer) und Hannes Röther Vintage, wo die Stoffauswahl diesmal nur begrenzt und die Preise deutlich höher als letztes Mal waren. Nun ja, dafür war die Ratscherei auf der Fahrt umso netter, wir sehen uns nicht so oft.

Bei der Hose nach einem Schnitt aus der fashion style 5/2017 hatte es mir vor allem der Bund mit den beiden Riegeln an der Seite angetan. Sie hat eine Sitzhöhe von +2cm, etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem beim Sitzen, wenn der Bund kurz unter der Brust hängt. Aber nicht unangenehm.

Von hinten ist der Sitz so lala, ich habe zwar schon etwas Weite am hinteren Hosenbein weggenommen, aber es ist immer noch Stoff für Falten da.

Der Schnitt bowline sweater von papercut patterns hatte mir bei Carola so gut gefallen, dass er bei mir auch gleich einziehen durfte. Bei mir ist er aus einem sehr leichten Strick genäht. Entstanden ist das Oberteil am letzten Wochenende auf der Annäherung Süd in Würzburg, die wieder ein herrlich erholsames Treffen mit viel Nähmaschinengeratter und Fachsimpeln war. Wie immer professionell und unaufgeregt organisiert von Alexandra. Vielen Dank, Alexandra!

Der Schnitt ist einfach und schnell genäht, für die etwas knifflige Falte an der Schulter gibt es ein bebildertes Tutorial hier, das deutlich hilfreicher als die eigentliche Nähanleitung ist.

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch im Oktober.

In Kürze:

Oberteil:
Schnitt: Bowline Sweater von Papercut Patterns, Gr S, 1.5 cm verlängert
Stoff: leichter Strick, 1,50 m,  vermutlich vom Stoffmarkt

Hose: 
Schnitt: fashion style 5/2017, Nr. 15, Gr. 42, Schrittnaht geändert
Stoff: leichter Jeansstoff, nicht dehnbar, 1,50m, Hüco

MMM im Alte-Damen-Hipster-Look

Eine kurze Recherche in diversen Online-Versandhäusern hat ergeben: Hosenröcke sind mega-out. Außer man bezeichnet natürlich Culottes als Hosenröcke, dann sind sie mega-in. Wie auch immer, den Hosenrock-Hype in der Nähbloggerwelt habe ich nur lesend erlebt, aber burda bringt ja zuverlässig einmal im Jahr einen Hosenrock-Schnitt heraus, und diesmal habe ich auch genäht.

Der Schnitt aus dem Heft 6/2018 kommt mit bebildeter Anleitung, eine sehr angenehme Erfahrung, können die von burda ruhig öfter machen. Nun habe ich auch endlich kapiert, wie man den Beleg an einem Nahtreißverschluss annäht: sowohl die Nahtzugabe des Belegs als auch die Nahtzugabe, auf die der Reißverschluss  festgenäht ist, nach außen klappen und mitsteppen. Dann den Beleg nach innen legen und dabei die Ecke ausformen. Kapiert? Ein Bild sagt mehr als tausend Worte… Übrigens, falls den Schnitt jemand nachnähen will, die inneren Beinnähte sind ungleich lang, Fehler im Schnittmuster.

Nach der ersten Anprobe musste ich den Hosenrock an der Taille nochmal ordentlich enger machen, aber jetzt trägt er sich wunderbar. Luftig für warme Tage, genug Stoff für kühlere, und wandern kann man damit auch ganz wunderbar, nichts zwickt.

Der Schnitt für das Oberteil ist von Simplicity, aus der „Meine Nähmode“ 5/2017, vorne ganz schlicht, hinten überlappend. Sehr schnell genäht. Der Stoff ist aus dem René Lezard Werkverkauf. Rosa mit Glitzer! Mir gefällt er tatsächlich, allerdings ist er etwas steif und ziemlich kühl, deshalb werden das Oberteil und ich wohl keine Freunde werden.

Beim Me-Made-Mittwoch ist heute Mottotag: was darf mit in den Urlaubskoffer. Unser nächster Urlaub ist noch eine Weile hin, und da es Ende August nach Dänemark geht, werde ich wohl bald mal das Projekt Regenjacke in Angriff nehmen. Allerseits einen schönen Urlaub oder herrliche Sommertage zu Hause!

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MMM: Alltagskleidung in den 80ern und heute

Meine Teenagerzeit fiel in die 80er. Nun ist dieses Jahrzehnt ja nicht unbedingt für tolle Mode bekannt. Pullis aus Polyester im Patentstrick, in die knallengen, stone-washed Jeans gestopft, Blazer mit großen Schulterpolstern, Leggings in Neon-Farben, Netz-T-Shirts, und Karottenhosen. Nun begeht man als Teenie ja manchen Modesünde, die man nur mit dem Versprechen sühnen kann, nie nie nie wieder so etwas anzuziehen. Aber wenn man älter wird, lernt man auch, dass man möglichst nie „nie wieder“ sagt. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe mir eine Karottenhose genäht.

Der Schnitt ist aus einer älteren burda, 8/2009. Langgröße, ich habe Gr. 84 gewählt. Und – passt perfekt! Da konnte ich sogar die Gürtelschlaufen weglassen. Dafür gab es Taschen dazu. Hosen ohne Taschen sind doof.

Der Stoff ist ein Schätzchen von Hannes Röther Vintage in München. Dort gibt es nicht nur reduzierte Klamotten, sondern eben auch Stoffe zu guten Preisen, und ein bißchen Wolle. Weil der Stoff zwei unterschiedliche Seiten hat, die ich zur Geltung bringen wollte, bekam die Hose noch einen Aufschlag zum Krempeln.

Inzwischen hatte ich sie schon einige Male an, und sie erfüllt alles, was ich mir von Alltagskleidung wünsche. Bequem und schick. Seit ich nicht mehr im Büro arbeite, liegt der Fokus eindeutig auf bequem. Bei jeder Klamotte, die ich nähe, versuche ich aber, diese beiden Punkte gleichzeitig zu erfüllen. Klappt leider nicht immer. Zu oft versuche ich, etwas Ungewöhnliches zu nähen, das dann aber nicht in meinen Alltag passt. (Aber das Schwierigste ist, Schuhe zu finden, die bequem und schick sind und dann auch noch passen. Oder?)

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch, wo heute die Frage nach der perfekten Alltagskleidung gestellt wird.