MMM im Einteiler

Der Schnitt Mirri von Papercut Patterns hat mich nun auch endlich dazu gebracht, einen Jumpsuit zu nähen. Die Variante aus braunen Leinen von der Produktseite gefällt mir megagut, deshalb beschloss ich den Stoff, den ich frisch für ein weiteres Hemdkleid gekauft, dafür umzuwidmen. Leider hatte ich nicht genug davon da, man braucht 2.15m für Größe 3, 2.75m für Größe 5, ich hatte etwa 1.80m. Daher sind die Hosenbeine nur in Culottelänge.

So richtig überzeugt bin ich von dem guten Stück noch nicht. Vielleicht liegt es an den verkürzten Beinen, aber ich mein Gefühl geht mehr so Richtung Sandstrand als gut gekleidet. Immerhin, die Freundin, die heute noch schnell die Bilder von mir gemacht hat, sprach spontan und unaufgefordert ein Kompliment aus.

In Kürze:
Schnitt: Mirri Jumpsuit von Papercut Patterns, Oberteil Gr. 3, Hüfte Gr. 5, verkürzt um ca. 18 cm, Schrittnaht angepasst
Stoff: Tencel-Baumwolle-Leinen-Mischung (von Swafing)  aus dem örtlichen Stoffhandel

MMM: Rock oder Hose?

Rock oder Hose? fragt Heibchenweise heute, und ich habe mir deine Überschrift einfach geklaut, liebe Sarah. Mir geht heute es ähnlich wie dir, nur habe ich einen anderen Schnitt gewählt.

Ich mag Hosenschnitte mit einem breiten Formbund, der nicht ganz taillenhoch ist, daher hatte mich der Schnitt aus der Burda 04/2020 gleich angesprochen. Und der Stoff, den ich dafür verwendet habe, hat auf genau diesen Schnitt gewartet. Und zwar über 20 Jahre lang.

Der Stoff ist Wildseide und ein Überbleibsel aus meiner ersten Nähzeit, als ich um die 20 war, und war damals ein eher biederes Kleid mit einfach in Falten gelegten Rockteil. Ich hatte dadurch zwei Stoffbahnen von ca. 90 x 110 cm auf Lager und wusste einfach nicht, was ich damit anfangen soll. Aber Seide schmeiße ich einfach nicht weg, die Farbe gefiel mir immer und der Stoff ist wunderbar weich.

Aber das Horten hat sich gelohnt. Bei dieser Culotte sind die Schnittteile ziemlich breit, aber nicht allzu lang, genau das Richtige für meine Stoffreste. Und weil ich für den Innenbund und die Taschen einen anderen Stoff gewählt habe, reichte er auch für den vorgeschlagenen Bindegürtel.

Bei diesem Schnitt ist die Schrittnaht extrem tief, so kurz vor dem Knie, das mag ich gar nicht. Letztendlich habe ich drei (!) Zentimeter an den oberen Kanten weggenommen, und es kneift immer noch nichts. Die Tascheneingriffe sind dadurch ziemlich klein geworden, geht aber noch.

Dafür habe ich die Taschenbeutel größer gemacht, kann man besser die Hände drin vergraben. Und hinten zwischen Bund und Hose kam auch noch eine Tasche dazu, da stört das schwere Smartphone am wenigsten.

Also, ich bin sehr zufrieden mit meiner Culotte, so wie sie jetzt ist. Getragen habe ich sie allerdings noch nicht, ihr wisst schon, das Wetter. Und auch heute bin ich nach den Fotos schnell wieder in meine Jeans und Ugg-Boots gestiegen. Die neue Sommerhose muss auf den Sommer warten.

So, dann hole ich mir einen Kaffee und freue mich auf das, was die anderen beim heutigen Me-Made-Mittwoch zeigen. Habt es fein!

 

In Kürze:
Schnitt: burda style 04/2020, Nr. 111, Gr. 42, Falten um ca. 3 cm verschmälert, obere Kante 3 cm tiefer
Stoff: Wildseide aus dem Uralt-Bestand

 

MMM in schwarz

So unpassend, wie ich letzte Woche noch dachte, bin ich mit meinem wärmenden Outfit heute nicht. Draußen ist alles weiß…

Da ist zum Einen meine neue Fleecejacke, mit Fleece aus Bio-Baumwolle und nach dem Schnitt le 205 von dp studio, mit der ich sehr glücklich bin. Das Besondere an dem Schnitt ist die unterschiedliche Linienführung der Seitenteile links und rechts, die dank des schwarzen Stoffes bei meiner Jacke leider gar nicht auffällt.

Schwarze Klamotten zu fotografieren ist immer dämlich. Ich habe die Bilder extra in der Sonne gemacht, damit man zumindest ein klein wenig die Details erkennen kann.

Der Fleece wird nach dem Waschen ziemlich plüschig, aber weil ich keine Teddy-Jacke wollte, habe ich einfach die linke Seite nach außen genommen und die Plüschseite nach innen. Und weil der Stoff auch ziemlich dick ist, habe ich die Außenkanten der Belege nicht nach innen umgeschlagen, sondern mit Schrägband versäubert und danach mit Hand festgenäht.

Die Jacke sitzt wirklich ganz schön eng, mehr als ein schmales T-Shirt passt da nicht drunter. Insbesondere die Ärmel sind sehr eng, aber der Stoff ist ausreichend dehnbar, wenn ich mit den Armen erst mal drin bin, passt sie wie angegossen.

Nicht so glücklich bin ich mit meiner neuen Hose nach dem Grasser-Schnitt 453. Die ist zwar sau-bequem, sieht aber eher seltsam aus, wie ich finde.  Die zwei Vorderteile vorne überlappen sich nur, ohne Reißverschluss, und geschlossen wird die Hose durch die Schnallen und verdeckte Knöpfe. Bei mir passen die überlappenden Teile nicht richtig übereinander und stehen ab. Braucht man im Schrittbereich natürlich nicht. Ich habe die Teile etwas aufeinander genäht, damit  sich zumindest keine unfreiwilligen Einblicke ergeben.

Meine Vermutung ist, dass mir die Hose einfach zu eng ist, obwohl die bestellte Größe 48 genau meinen Maßen entspricht. Nachgemessen habe ich nicht. Vielleicht habe ich auch etwas falsch genäht. Der Schnitt kommt nur mit einer sehr kurzen, kryptischen Anleitung, die nicht besonders hilfreich war.

Für diese erste Version habe ich nur einen Probestoff genommen, aber eine weitere Version wird es vermutlich nicht geben, zu kompliziert scheinen mir die Anpassungen.

In Kürze:
Jacke:
le 205 von dp studio, Gr. 40, Hüfte 42, Ärmel um 1cm verlängert, Stoff Fleece aus Bio-Baumwolle, bestellt über Biostoffe.at (unbedingt vorher waschen)

Hose: Schnitt No. 453 von Grasser Patterns, Gr. 48 (Länge 170-176), geschenkter Probestoff