MMM im Alte-Damen-Hipster-Look

Eine kurze Recherche in diversen Online-Versandhäusern hat ergeben: Hosenröcke sind mega-out. Außer man bezeichnet natürlich Culottes als Hosenröcke, dann sind sie mega-in. Wie auch immer, den Hosenrock-Hype in der Nähbloggerwelt habe ich nur lesend erlebt, aber burda bringt ja zuverlässig einmal im Jahr einen Hosenrock-Schnitt heraus, und diesmal habe ich auch genäht.

Der Schnitt aus dem Heft 6/2018 kommt mit bebildeter Anleitung, eine sehr angenehme Erfahrung, können die von burda ruhig öfter machen. Nun habe ich auch endlich kapiert, wie man den Beleg an einem Nahtreißverschluss annäht: sowohl die Nahtzugabe des Belegs als auch die Nahtzugabe, auf die der Reißverschluss  festgenäht ist, nach außen klappen und mitsteppen. Dann den Beleg nach innen legen und dabei die Ecke ausformen. Kapiert? Ein Bild sagt mehr als tausend Worte… Übrigens, falls den Schnitt jemand nachnähen will, die inneren Beinnähte sind ungleich lang, Fehler im Schnittmuster.

Nach der ersten Anprobe musste ich den Hosenrock an der Taille nochmal ordentlich enger machen, aber jetzt trägt er sich wunderbar. Luftig für warme Tage, genug Stoff für kühlere, und wandern kann man damit auch ganz wunderbar, nichts zwickt.

Der Schnitt für das Oberteil ist von Simplicity, aus der „Meine Nähmode“ 5/2017, vorne ganz schlicht, hinten überlappend. Sehr schnell genäht. Der Stoff ist aus dem René Lezard Werkverkauf. Rosa mit Glitzer! Mir gefällt er tatsächlich, allerdings ist er etwas steif und ziemlich kühl, deshalb werden das Oberteil und ich wohl keine Freunde werden.

Beim Me-Made-Mittwoch ist heute Mottotag: was darf mit in den Urlaubskoffer. Unser nächster Urlaub ist noch eine Weile hin, und da es Ende August nach Dänemark geht, werde ich wohl bald mal das Projekt Regenjacke in Angriff nehmen. Allerseits einen schönen Urlaub oder herrliche Sommertage zu Hause!

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MMM: Alltagskleidung in den 80ern und heute

Meine Teenagerzeit fiel in die 80er. Nun ist dieses Jahrzehnt ja nicht unbedingt für tolle Mode bekannt. Pullis aus Polyester im Patentstrick, in die knallengen, stone-washed Jeans gestopft, Blazer mit großen Schulterpolstern, Leggings in Neon-Farben, Netz-T-Shirts, und Karottenhosen. Nun begeht man als Teenie ja manchen Modesünde, die man nur mit dem Versprechen sühnen kann, nie nie nie wieder so etwas anzuziehen. Aber wenn man älter wird, lernt man auch, dass man möglichst nie „nie wieder“ sagt. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe mir eine Karottenhose genäht.

Der Schnitt ist aus einer älteren burda, 8/2009. Langgröße, ich habe Gr. 84 gewählt. Und – passt perfekt! Da konnte ich sogar die Gürtelschlaufen weglassen. Dafür gab es Taschen dazu. Hosen ohne Taschen sind doof.

Der Stoff ist ein Schätzchen von Hannes Röther Vintage in München. Dort gibt es nicht nur reduzierte Klamotten, sondern eben auch Stoffe zu guten Preisen, und ein bißchen Wolle. Weil der Stoff zwei unterschiedliche Seiten hat, die ich zur Geltung bringen wollte, bekam die Hose noch einen Aufschlag zum Krempeln.

Inzwischen hatte ich sie schon einige Male an, und sie erfüllt alles, was ich mir von Alltagskleidung wünsche. Bequem und schick. Seit ich nicht mehr im Büro arbeite, liegt der Fokus eindeutig auf bequem. Bei jeder Klamotte, die ich nähe, versuche ich aber, diese beiden Punkte gleichzeitig zu erfüllen. Klappt leider nicht immer. Zu oft versuche ich, etwas Ungewöhnliches zu nähen, das dann aber nicht in meinen Alltag passt. (Aber das Schwierigste ist, Schuhe zu finden, die bequem und schick sind und dann auch noch passen. Oder?)

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch, wo heute die Frage nach der perfekten Alltagskleidung gestellt wird.

 

MMM: Biker-Hose

Die Biker-Hose Cassie habe ich schon vor längerer Zeit an den langen Beinen von Elke von ellepuls bewundert. Als sie angefangen hat, den Schnitt im Sommer in Deutschland zu vermarkten, hatte sie mich also schnell am Haken. Und jetzt habe ich also die Beweisfotos: meine Beine sind eindeutig kürzer als die von Elke.

Trotzdem gefällt mir meine Cassie Pants, aber erst die 2. Version. Zunächst gab es eine Probeversion in grau, um die Passform des Schnitts zu testen. Leider gibt StyleArc, die den Schnitt entworfen haben, bei der Masstabelle keine Körpergröße an. Bei den vielen Quernähten ist es aber Pflicht, dass das Knie auch da ist, wo es hin soll.

 

Meine Erfahrung bei 174cm: die Länge der Beine passt, die obere Kante verschiebe ich sowieso immer um 1cm nach oben, das war auch hier kein Fehler. Der Saum ist um 2cm verlängert.

Was ich noch verändert habe: die Schrägnaht am Oberschenkel gespiegelt, und die Teilungsnaht hinten in die Kniebeuge verlegt. Ich finde, da gehören sie hin.

Die Cassie Pants sind eigentlich Leggings, d.h. nur mit Gummizug oben. Die Probehose ist oben grenzwertig schmal, ich bekomme sie schwer über die Hüften. Deshalb hat die rote Hose einen seitlichen Reißverschluss bekommen. Passt, und sorgt für erheblich Bequemlichkeit. Ein Gummi ist im Bund trotzdem eingearbeitet.

Die Einsätze am Oberschenkel haben Biesen bekommen. Bei der Erstellung habe ich mich an die Anleitung von Elke gehalten, eine tolle Hilfe! Die Falten zeigen bei meiner Hose nach oben. Das muss so sein. Ist jetzt modern. Ehrlich. Kein Scheiß.

Noch zwei Worte zu den Stoffen. Die graue Hose ist ein 2-Wege-Stretch, Viskose/Poly von Stoff & Stil, ein Fehlkauf, aber für Leggings ganz passend. Der rote Stoff ist ein Baumwoll-Köper von Hüco, Berlin. Leicht samtige Oberfläche, angeblich nur 2% EL, aber dehnt sich ordentlich, für eine enge Hose perfekt.

Ich mag meine neue Hose.

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch.

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