MMM: Frühlingskleid

Es war schwer, bei dem warmen Wetter in den letzten Wochen nicht nur noch Ärmelloses zu nähen, aber ich habe tapfer der Versuchung widerstanden. Statt dessen ist ein Kleid entstanden, das für heute perfekt passt: 3/4-Ärmel, hochgeschlossen, mitteldicker Stoff. Sehr vernünftig.

 

Der Schnitt ist Nr. 6413 aus der aktuellen F/S-Kollektion von burdastyle, der Stoff Baumwoll-Jersey mit Elasthan von Stoff&Stil.

Das Kleid war schnell genäht. Allerdings habe ich mal wieder mit den Belegen gekämpft. Trotz „schmalkantig absteppen“ blieben sie so gar nicht da, wo sie sein sollten. Ich habe mir jetzt damit beholfen, dass die Belege teilweise von außen abgesteppt sind, im Bereich der Kräuselung punktuell per Hand angenäht. Jetzt steht der Kragen zwar noch leicht ab, aber die Belege klappen nicht mehr nach außen.

Übrigens habe ich mich nach der morgendlichen Photosession auf dem Balkon doch noch für eine Strumpfhose entschieden. Geht auch.

Hmmm, ich muss wohl noch kämmen.

Damit reihe ich mich ein in den Reigen gut gekleideter Damen auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog.

Stoffspielereien: Schlipse

Ich bin ein Glückspilz. Vor ein paar Monaten habe ich von einer Freundin einen großen Sack Krawatten geschenkt bekommen. Soweit ich gesehen habe, fast alle aus Seide, wunderschöne Stoffe, ein toller Schatz.

Aus diesem Schatz suchte ich mir vier aus, die ich zu 10cm großen Dreiecken zerschnitt. Die Idee war eine Handtasche ähnlich wie diese hier zu nähen.

Dies ist meine Patchwork-Premiere! Zusammengenäht ergeben die Dreiecke dieses Stück Stoff:

Dann fiel mir allerdings auf, dass eine Tasche aus Seide vermutlich nicht besonders alltagstauglich ist, und der nächste Opernbesuch noch nicht geplant ist. Nun bin ich etwas unschlüssig, ob ich die Tasche zu Ende nähen soll, oder doch etwas anderes daraus entstehen wird.

KaZe sammelt heute die Stoffspielereien zum Thema Schlipse. Sie war weniger zögerlich als ich und hat ihre Theatertasche fertig genäht.

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Stöbern in einer Nähzeitschrift

Meine Schwester hat mir aus dem Urlaub eine britische Nähzeitschrift mitgebracht, „Simply Sewing“ nennt sie sich. Letztes Jahr hatte sie auch schon im Urlaub an mich gedacht, und mir eine Ausgabe des „Sew Magazine“ mitgebracht. Ist doch mal ganz spannend und abwechslungsreich in anderen Zeitschriften zu stöbern, und deswegen dachte ich, ich zeige hier mal ein paar Seiten daraus.

Die Zeitschriften unterscheiden sich nämlich recht deutlich von den deutschsprachigen Nähzeitschriften, die ich kenne, Burda Style, La Maison Victor, Fashion Style, Ottobre. Deren Schwerpunkt liegt ja fast ausschließlich auf Schnittmustern, (wobei vor allem die burda auch andere Handarbeiten und Mode abdeckt). Die beiden britischen Magazine dagegen sind ganz anders aufgebaut. Schnittmusterbögen sucht man vergeblich, aber beiden Magazinen war jeweils ein Kleider-Schnittmuster beigefügt. Ansonsten ist es ein Potpourri aus einfachen Nähprojekten, Dekoration, Wohnaccessoires,  Upcycling, Quilten, Sticken, und Neuigkeiten aus der Nähszene.

Das beigefügte Kleid nennt sich Pinafore =Schürze, und genauso kleidsam ist es auch. Ich fürchte, das wird es nicht im meinen Kleiderschrank schaffen.

Die andere gezeigte Kleidung ist jeweils so einfach gehalten, dass die Schnittmuster nach der Vorlage selbst gezeichnet werden sollen. Die Anleitungen sind jeweils bebildert, gehen über zwei bis drei Seiten, und sehen recht anschaulich aus.

Daneben gibt es kurze Beiträge über Schnittmuster von Indie-Labels, neue Stoffe und allerlei Nähkram. Das finde ich ganz spannend zu lesen und frage mich, ob so eine Zeitschrift nicht auch Absatzchancen in Deutschland hätte. Klar gibt es genug Blogs etc. im Internet, die die gleichen Informationen haben, aber erstens gibt es ja angeblich ne Menge Hobbyschneiderinnen, die keine Blogs lesen, und zweitens macht das Blättern in einer Zeitschrift auch viel Spaß.

Wohnaccessoires nimmt eine Menge Raum ein, zusätzlich gibt es noch ein Heftchen mit weiteren 20 Projekten für Kissen, Decken, Ofenhandschuhe, etc. Bei den meisten Sachen ist der Titel der Zeitschrift Programm – relativ einfache und schnelle Projekte.

Interessant fand ich die Vielzahl an Stickprojekten. (Hand-)Sticken ist das neue Häkeln. Auch in deutschen DIY-Zeitschriften merkt man das. Ich denke, der Trend wird an mir vorübergehen, chronischer Geduldmangel.

Ganz akut brauche ich eine Frühlingsjacke, daher werde ich es erstmal beim Stöbern in der Zeitschrift belassen. Aber vielleicht nähe ich demnächst mal das niedliche Kuschelkangaroo.

Danke, mein Schwesterherz, fürs Mitbringsel!