MMM: Leinen geht immer

Leute, heute fällt mir nichts ein, was ich schreiben könnte. Ich mache es einfach: ich habe mir ein Kleid genäht, aus Leinen, nach dem Schnitt Joy von Schnittchen Patterns. Sehr angenehm zu tragen.

Die Bilder sind nach einem halben Tag an der Nähmaschine entstanden, entsprechend verknittert ist das Kleid. Die Fotos sind im Garten von Ingrid entstanden. Vielen Dank, liebe Ingrid, für die Fotos und deine Gastfreundschaft!

Für das Kleid hatte ich den Schnitt Joy von Schnittchen Patterns ausgesucht.  Ein eher schlichtes Kleid mit einem schönen Halsausschnitt, wie ich finde. Aber besonders populär scheint der Schnitt nicht zu sein, außer den Beispielen der Designerin sind weder über Google noch über Instagram Bilder zu finden (aber #joydress ist trotzdem ein beliebter Hashtag für schöne wie auch seltsame Kleider).

So ganz ohne Erfahrungswerte heftete ich erstmal mit einiger Mehrweite und Mehrlänge, aber auf die Größentabelle ist Verlass. Den Tanktop-Ausschnitt habe ich hinten etwas entschärft, ansonsten ist alles so geblieben wie im Schnitt vorgesehen.

Das Leinen hatte ich im Schrank liegen, es ist relativ schwer und daher vielleicht einen Tick zu steif. Damit es nicht zu dick und warm wird, habe für die Belege, die nicht zu sehen sind,  einen leichten Baumwollstoff verwendet und nichts mit Einlage verstärkt. Außer den Ausschnittkanten, damit sie nicht ausleiern.

Ärmel- und Ausschnittbelege sind jeweils zu einem Schnittteil verbunden, so, als ob man ein Futter im oberen Bereich des Kleides hat. Ich habe die Belege am Armausschnitt und Halsausschnitt komplett verstürzt, bevor ich die Seitennähte und die vordere Bauchnaht geschlossen habe. Dann kann man die Vorderteile einzeln durch die Schultern ziehen und hat ruckzuck saubere Ausschnittkanten. (Die Entstehungsgeschichte des Etiketts könnt ihr hier nachlesen.)

Wie immer am ersten Mittwoch im Monat wandert der Beitrag zum Me Made Mittwoch, der wunderbaren Plattform für selbst genähte und selbst getragene Kleidung.

 

In Kürze:
Schnitt: Joy von Schnittchen Patterns, Gr. 40 (nachträglich an den Seiten noch etwas enger genäht), Hüfte 42, Länge wie bei der kurzen Variante
Stoff: schweres Leinen aus dem Stofflager, Quelle weiß ich nicht mehr 

 

Teil 5 und 6 des Sugaridoo-Bernina-Quilt-Alongs

Ich habe den Quilt-Along etwas hintenangestellt, brennt ja nix an. Aber jetzt sind zwei weitere Reihen fertig, Reihe 4 und Reihe 7, und damit ist die Hälfte der Oberseite geschafft.

Bei Reihe 4 („This Way“, hier die Anleitung) durfte man ein kleines bisschen improvisieren. Man konnte selbst entscheiden, in welcher Reihe man die unterschiedlich dicken Streifen zu dem Fischgratmuster zusammennäht. Ich habe mich gegen einen Rhythmus entschieden und einfach genommen, was mir beim Nähen in den Sinn  und in die Finger kam.

Für Reihe 7 („Down and Up“) kam wieder Foundation Paper Piecing zum Einsatz, wie schon bei Reihe 1 und Reihe 9. Wieder habe ich mit Freezer Paper gearbeitet, und jetzt funktioniert es schon wie gekonnt, sogar bei den kleinen Fitzelchen.

Ja, und damit ist die Hälfte der Quiltreihen genäht:

 

Es geht weiter mit den blauen Blumen

Bei den Stoffspielereien letzte Woche habe ich viele blaue Blumen gezeigt. Also eher weiße Blumen auf blauem Hintergrund. Aber das ist so kompliziert, daher denke ich immer an blaue Blumen. Wie angekündigt, habe ich noch ein bisschen weitergefärbt, und die Stoffe sind inzwischen auch schon zusammengenäht.

Beim Färben wollte ich vor allem noch weiter meine Indigoküpe testen. Wie ich letzte Woche schon schrieb, ist das mein erster Versuch mit Indigo und entsprechend unsicher bin ich. Die Indigoküpe sah von Anfang an sehr metallisch und undurchsichtig aus, hat aber wunderbar gefärbt. Meine Vermutung war, dass sie einfach viel zu überkonzentriert ist. Ich habe daher einen zweiten Eimer mit Sodawasser angesetzt und dann Kelle für Kelle aus meinem ersten Indigoküpe zugegeben. Das gab die gewünschte helle Lösung.

Die Färbungen sind damit dann auch viel heller geworden, obwohl ich viel öfter getaucht habe. Logisch. Wenn ich nächstes Mal weiterfärbe, werde ich mich weiter herantasten und Stück für Stück die erste Küpe mit der zweiten Küpe vermischen.

Weil meine Indigofärberei letzte Woche ein paar Leute interessiert hat: ich verwende vorreduzierte Kristalle und der Küpenansatz damit ist wirklich einfach. Die „Rezepte“, die man im Internet dafür findet, sind allerdings ziemlich unterschiedlich. Schaut mal, ich habe eine kleine Vergleichstabelle gemacht (jeweils auf 10 l umgerechnet):

Patchwork Pro Pro Chemicals Jacquard
Wasser 10 l 10 l 10 l
Indigo 33 g 13 g 13 g
Na-Dithionit 107 g 21  g 33 g
Waschsoda 160 g 66 g 66 g

Ich habe mein Indigo von Patchwork Pro bezogen und nach deren Anleitung gearbeitet, die wunderbar übersichtlich und ausführlich ist, aber im Vergleich zu anderen Rezepturen wird einfach viel mehr von allem verwendet. Die anderen Rezepturen sind insgesamt dünner, zudem wird noch weniger Dithionit verwendet. Jude Kingshott, in deren Kurs ich zum ersten Mal mit Indigo färben durfte, verwendet sogar noch weniger davon. (Ich finde keinen Beitrag zum Kurs aus 2018! Leider scheine ich nicht davon berichtet zu haben. Schade! Bei Jeromin, sehr zu empfehlen)

So sieht mein Arbeitsplatz aus:

Eine Plastiktischdecke, die schon viel durchgemacht hat, ein „Homann feinste Mayonnaise“-Eimer mit Deckel, noch ein paar Plastikeimer für alles Mögliche, große Handschuhe, in die man einfach rein- und rausschlüpfen kann, und eine Plastikwanne mit Hasendraht, das ist super, um den Stoff von allen Seiten oxidieren zu lassen.

Die Indigo-Färbungen mit und ohne Blumen habe ich jetzt mit ein paar der Cyanotypie-Blumen zu einem Wandbehang zusammengepatcht. Ich mag, wie die unterschiedlichen Blau-Töne bei beiden Verfahren zusammenkommen.

Einen Platz für den Quilt habe ich auch schon gefunden. Aber wie soll es jetzt weitergehen? Ich habe noch nie einen Quilt gemacht und entsprechend unsicher bin ich. Jetzt brauche ich also erstmal Material für Zwischenschicht und Rückseite. Und dann die große Frage, wie ich quilte, mit der Hand oder der Maschine? Und welches Muster? Tipps und Ideen sind sehr willkommen!