Stoffspielereien: Shibori

Heute ist wieder Stoffspielereien-Tag, diesmal zum Thema Shibori. Heute ist feuerwerk by KaZe die Gastgeberin. Ich bin zwar für Ende April zu einem Kurs zum Thema angemeldet, aber das gab mir den wunderbaren Anlass, diese Stofffärbekunst schon mal zu Hause auszuprobieren.

Als Hilfe hatte ich mir zwei Bücher besorgt. Zum Einen das 2016 erschienene Buch „Shibori“ von Christiane Hübner. Das Buch zeigt übersichtlich eine Vielzahl verschiedener Techniken, dazu Bilder der Ergebnisse einmal mit Indigo gefärbt, einmal in einer anderen Farbe, mit Mustervarianten und zu Projekten wie Geschirrtücher verarbeitet. Die Arbeitsanleitungen sind mit vielen Bildern beschrieben. Ich halte das Buch für einen wunderbare Hilfe für Anfängerinnen. Allerdings sind die Arbeitsbilder sehr kontrastarm, weißer Stoff auf weißem Hintergrund. Da starrt man manchmal minutenlang auf das Bild, um zu erkennen, was da gezeigt wird.

Das andere Buch, von dem ich berichten kann, ist „Shibori im Textildesign“ von Janice Gunner. Das Buch ist eine große Schatzkiste, zeigt viele Beispiele traditioneller und moderner Shiborikunst. Dazu gibt es viel Spannendes zu erfahren, wie diese Technik des Stoffabbindens mit anschließendem Färben nicht nur aus Japan, sondern unter anderem Namen auch in Afrika, Indien und anderen asiatischen Ländern entwickelt wurde. Dazu gibt es Beschreibungen, wie die einzelnen Muster erzeugt werden können, durchaus ausführlich, aber teilweise ohne Bild oder Skizze. Ich würde sagen, ein bisschen Erfahrung schadet dabei nicht. Dafür bekommt man viele Anregungen für einen künstlerischen Zugang, über das Handwerkliche hinaus.

Genug der Vorrede, jetzt kommen Ergebnisse.

Beim sutoraipu shibori wird der Stoff in Streifen gelegt, aufgewickelt und verschnürt. Das gibt Streifen, etwas langweilig, aber schnell gemacht:

Beim kikko shibori wird der Stoff ebenfalls in Streifen gelegt, dann aber zickzackförmig gefaltet und vorne und hinten mit einem dreieckigen Holzplättchen abgedeckt und verschnürt.

Mit dem Ergebnis war ich nicht so zufrieden, das Dreiecksmuster sieht man nur teilweise, und es fällt sehr unterschiedlich aus.

Bei einem zweiten Versuch ein paar Tage später habe ich das Päckchen nicht nur verschnürt, sondern mit einer Schraubzwinge richtig zusammengepresst, was allerdings zur Folge hatte, dass die inneren Stoffschichten noch weniger Farbe bekommen haben.

Ich denke, für diese Technik ist es hilfreicher, dünnen Stoff zu nehmen, meiner war vermutlich zu dick.

 

Meine Freundin Regina, mit der ich wieder zusammen gewerkelt habe, probierte eine Variante dieses Musters, das sekka shibori, bei dem der Stoff nicht vollständig, sondern nur an einer Seite des Dreiecks in Farbe getaucht wird (unten links zu sehen). Das gibt ein schönes Sternenmuster. (Sie hatte einen dünneren Stoff.)

Die Technik habe ich auch noch mit Papier ausprobiert, das macht auch Spaß!

Regina probierte außerdem ne-maki shibori, bei dem Murmeln oder ähnliches in den Stoff gelegt und dann abgebunden werden. Beim ähnlichen koboshi shibori wird der Stoff um die Murmel zusätzlich mit einer Plastikfolie geschützt. Dadurch erhält man einmal Kreisringe, einmal volle Kreise.

Nicht besonders erfolgreich war unser erster Versuch mit mokume shibori, bei dem einfache Vorstiche auf den Stoff genäht werden, und anschließend der Stoff stark gerafft wird. Wir hatten anscheinend nicht stark genug gerafft, das Muster war kaum zu sehen, alles gefärbt. Mein Stoff, ein lange gelagerter Hemdenstoff, entfärbte sich beim anschließenden Fixieren außerdem deutlich, anscheinend bestand er doch nicht nur aus Baumwolle.

Die Techniken mit Nähreservierung wollte ich ein paar Tage später noch weiter ausprobieren. Beim einen Stoffstück kombinierte ich das mokume shibori mit maki-nui shibori, bei dem der Stoff gefaltet wird, und die Falten mit einem Überwendlingsstich versehen. Ich habe gezogen wie ein Weltmeister, und diesmal waren die Muster schön sichtbar.

 Und noch eine Technik habe ich ausprobiert, das ori-nui shibori. Dabei wird der Stoff ebenfalls gefaltet, und die Falten mit Vorstrichen zusammengenäht.

Die Ergebnisse mit den Nähreservierungen gefallen mir insgesamt am Besten. Ein Stoffstück hat inzwischen auch schon Verwendung gefunden, und ist ein Stoffkörbchen geworden, das als Geschenk bald auf die Reise geschickt wird.

Noch ein paar Worte zu Farbe und Stoff. Indigo färben will ich zu Hause nicht, zu viel Chemie. Wir haben einfach Batik-Farbe von Marabu verwendet. Beim anschließenden Fixierbad ist aber viel Farbe ausgeblutet, so dass das Weiß leider zu Hellblau wurde. Nächstes Mal werde ich Procion-Farben nehmen, damit habe ich beim Siebdruck gute Erfahrungen gemacht.

Mein Standardstoff war der mitteldicke Baumwollstoff von Ikea (Lenda), Regina hatte den dünnen ungebleichten Baumwollstoff von Ikea und (nicht gezeigt) eine etwas dickere Baumwoll-/Leinenmischung, ähnlich meinen Stoff. Diese mitteldicken Stoffe sind zwar gut beim Weiterverarbeiten zu Taschen, Kissen, etc., aber auch schwieriger abzubinden. Nächstes Mal – und das wird es sicher geben – werde ich es mir leichter machen und dünneren Stoff nehmen.

 

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank (II): Brit Chic

Auf ein Neues bei dem inspirierenden Sew-Along „Vom Laufsteg in den Kleiderschrank“, diesmal zu Gast bei Monika von wollixundstoffix.

Die letzten Tage habe ich ausführlich Laufsteg-Bilder gesurft und in meinem Inspirations-Bilderordner gestöbert. Dabei ist mir aufgefallen, dass vieles von dem, was mir gut gefällt, vor allem durch die Stoffe so gut wirkt. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein wichtiger Teil der Designarbeit  neben dem Entwurf des Kleidungsstückes auch das Finden bzw. Entwickeln des passenden Stoffes ist.

Zum Beispiel die Frühjahr-Kollektion 2017 von Victoria Beckham, die mir fast ausnahmslos gefällt, ganz besonders das hier:

Quelle: vogue.com

Keine Ahnung aber, woher ich crushed silk velvet bekommen könnte. Billigen Poly-Pannesamt als Ersatz will ich nicht, zu wahrscheinlich, dass man sich darin zu Tode schwitzt und das Ganze aussieht wie… Poly-Pannesamt eben. Im Netz habe ich bislang nichts Passendes gefunden, aus einem anderen Stoff sieht das Ensemble vermutlich nur langweilig aus, daher habe ich diese Idee erst mal abgehakt.

Ein weiterer Favorit ist Stella McCartney, hier besonders die Spring 2016 ready-to-wear Kollektion, zum Beispiel dieses hier:

Quelle: vogue.com

Auch hier habe ich keine rechte Vorstellung, wo man einen vergleichbaren Stoff mit transparenten Streifen herbekommen könnte. Ach, in Berlin oder London müsste man leben.

Gut, nächster Versuch also. Überdimensionierte Ärmel findet man in den Frühjahr 2017 Kollektionen so einige, dieses Beispiel hier – wieder von Stella McCartney – gefällt mir gut:

Quelle: vogue.com

Sollte zumindest kein Stoffproblem werden. Wie sich das schnitt-technisch nachmachen lässt, werde ich erst noch recherchieren müssen, aber das macht bei dieser Aktion ja am meisten Spaß. Das nächste Treffen ist dann am 31.3., bis dahin sollte ich einen Plan haben.

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank: cut and stick

Die Teilnehmerinnen des Sew-Alongs „Vom Laufsteg in den Kleiderschrank“ zeigen ihre Ergebnisse. Gleichmal vorab: eine wunderbare Aktion! Das Inspirationen suchen und Ideen umsetzen und das Entstehen aller Werke zu sehen macht Spaß! Wer auch mitmachen will: die nächste Runde startet am 15.3.

Hier ist mein von Issey Miyake inspiriertes T-Shirt.

Ausgangspunkt war die Spring 2017 Ready-To-Wear Kollektion, die viele Beispiele großflächig verklebter Modelle zeigt, als „cut & stick“ beschrieben. Letztendlich habe ich als Vorlage dieses Muster genommen:

Quelle: vogue.com
Quelle: vogue.com

Letztes Mal habe ich schon über die Herangehensweise berichtet. Ich bin bei dem silbrigen beschichteten Baumwollstoff geblieben, verklebt auf graublauen Baumwolljersey von Stoff & Stil. Der Jersey ist leicht samtig, fühlt sich gut an, verzeiht aber keine Fehlstiche, die Löcher sind nach dem Trennen deutlich zu sehen.

Zum Verkleben habe ich Thermofix, das im Hobbyschneiderin24-Forum für Applikationen häufig empfohlen wird, verwendet. Bei Vliesofix hat mich verunsichert, das bei der Anwendungsbeschreibung explizit als letzten Schritt das Umnähen der Kanten beschrieben wird. Bislang haben aber auf den Probelappen die Applikationen mit beiden Klebern ein paar Wäschen ohne Ablösen und Ausfransen überstanden.

Auf dem Bild sieht man im Hintergrund meine ersten Klebeversuche: der rote Stoff war nach dem Waschen ab, die rückwärtige Beschichtung mochte die Heißverklebung nicht. Das vegane Leder ist zu steif und verzieht den dünnen Jersey, die Flexfolie hält zwar gut, ist aber nicht steif genug.

Auf dem Bild das T-Shirt von links, man sieht schön den Effekt.

Der Schnitt ist ein einfaches überschnittenes T-Shirt aus der Fashion Style 10/2016 in Größe 38.

Und weil ich etwas spät dran bin und heute Mittwoch ist, gibt es auch noch den Link beim Me-Made-Mittwoch. Heute zeigt Mema eine perfekt abgestimmte Stoffauswahl. Das möchte ich auch mal schaffen…

EDIT:  Jetzt habe ich die Lücke am Hals auch noch zugeklebt…

MMM: It’s a bug, not a feature

Und heute nochmal ein Oberteil mit langer Entstehungsgeschichte. Immerhin nicht zwei Jahre, sondern nur zwei Monate.

Als Selmin von Tweed & Greet zum Farbennähen einlud und als erste Farbe grün auserkor, wollte ich gleich mitmachen. Ich musste feststellen, dass ich einige heiß geliebte grüne Klamotten besitze, aber kaum etwas selbst genähtes. Und das in meiner Lieblingsfarbe!

Nach dem Weihnachtskleid war mir nicht nach großen Projekten, daher sollte es nur ein schnelles T-Shirt werden. Ein Schnitt von der langen Ideenliste, dieses Oberteil aus der Burda 08/2015, Nr. 115 in Version A. Der Stoff melierter Singlejersey von Stick & Style in oliv und dunkelgrün.

Das mit dem schnell hat nicht geklappt. Also, schnell genäht war der Schnitt schon. Aber das Ergebnis wenig überzeugend. Irgendwie doch zu kurz, jedenfalls wenig kombinationsfreudig in meiner Garderobe. Also erst mal in die Ecke, neu überlegen und dann umändern.

Als nächstes in einer längeren Variante, hinten etwas länger als vorne. Jetzt war mir das Ganze zu dunkel.

Im dritten Versuch gefällt es mir. Mit einer schrägen Naht vorne und hinten. It’s a bug not a feature. Fällt aber nicht auf. Und sollte mal jemand fragen, werde ich etwas von einem langen Designprozess erzählen.

Meine normale Größe 40 passt gut, mir gefallen auch die Ärmel. Dadurch, dass der Ärmel zweiteilig ist, sind die Raglanärmel im Schulterbereich gut geformt und sitzen gut, finde ich.

Passend dazu gibt es eine Hose nach dem ottobre-Schnitt „Daily Routine“ aus dem Heft 5/2015. Der Stoff ist ein sehr dehnbarer Webstoff vom Stoffmarkt.

Ich habe mir ja schon lange vorgenommen, mehr Hosen zu nähen. Wenn da nicht immer so hübsche Jacken- und Kleiderprojekte dazwischen funken würden… Hosen nähen ist ja nicht das große Drama, aber eine gut sitzende Hose zu nähen schon. Das soll ein Ziel für die nächsten Monate sein.

Bei diesem Schnitt habe habe ich die Kurve der vorderen Schrittnaht etwas stärker ausgeformt. Hier ein vorher-nachher-Vergleich. Hat schon etwas geholfen, aber trotzdem sieht es so aus, als wäre immer noch zuviel Stoff  vorne. Hat jemand Tipps für mich?

Ich will den Schnitt demnächst nochmal zweifarbig nähen, um den schönen Nahtverlauf besser heraus zu heben. Der Stoff ist allerdings deutlich weniger dehnbar, ich bin gespannt, wie das im Vergleich wird.

Verlinkt wie immer mittwochs beim wunderbaren Me-Made-Mittwoch, und – da Selmin dankenswerterweise ihre Linksammlung auch für Nachzügler offen hält – bei „12 colours of handmade fashion„.

P.S.: Ist das nicht Hobbyschneiderinnen-Glück, wenn die Cover-Diva ohne Zicken 5m Covernähte ohne Fehlstiche näht?

Kleisterpapier

Kürzlich durfte ich das Erstellen von Kleisterpapier ausprobieren. Im Museum Kühnertsgasse in Nürnberg läuft derzeit die schöne Ausstellung „Haderlumpen und Wasserzeichen“, in der die Entwicklung der Handwerkskunst rund um die Papier- und Buchherstellung gezeigt wird. Manchmal gibt es Vorführungen, das nächste Mal am 12. März, dann zu Papier schöpfen, Kalligraphie und wieder Kleisterpapier.

Man kann herrlich manschen und spielen beim Bekleistern, vielleicht wird sich manch eine an ihre Kindergartenzeit erinnert fühlen, aber es ist auch ein richtiges Kunsthandwerk. Unter buntpapier.eu gibt es zum Beispiel schöne Beispiele im Internet zu sehen.

Mit einer Freundin habe ich zusammen einen Vormittag gemanscht und gekleistert, es sind etliche schöne und auch ein paar langweilige Papiere entstanden. Liebe Regina, es hat Spaß gemacht!

Das eine oder andere wird sich sicher bald auf einer Schachtel oder einem Buch wiederfinden.

Verlinkt bei Creadienstag.

MMM im Armani-Nachbau

Dieses Oberteil hat eine laaaange Entstehungsgeschichte. Es ist ein Wunder, dass es überhaupt fertig ist.

Vor zwei Jahren ist dieses Foto einer Armani-Anzeige in meinem Ideen-Schatz gelandet. Mir hat vor allem die geschwungene weiße Linie gefallen.

Etwa vor einem Jahr gesellte sich der Umsetzungswille zur Idee. Ich fand einen passenden einfachen Schnitt (Burda 2/2011 – 106) und probierte die geschwungene Linie mit Paspel an einem anderen Modell. Der entstandene Pullover ist zwar ganz schön geworden, ich habe ihn trotzdem schon wieder aussortiert, weil Farbe und Muster nicht so meins sind, aber vor allem, weil der Sweat-Stoff kaum wärmt – nix für mich.

Zurück zu meinem Langzeitprojekt. Ich erspare mir weitere langatmige Sätze zu einem lange abgelagerten Projekt. Jetzt ist es jedenfalls fertig. Aus drei verschiedenen Doubleface Jerseystoffen mit einer weißen „Flachpaspel“.

Mit dem Kragen fühle ich mich wie bei Raumschiff Enterprise. Beam me to Me-Made-Mittwoch, Scotty!

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank (I): Versuche

Letzte Woche habe ich die Zeit mit Recherche verbracht, um herauszufinden, wie die Stoffeffekte bei Issey Miyake entstehen. Auf der Homepage zur Spring Summer Collection 2017 (2016.10.01) bin ich fündig geworden:

„Introducing “Cut & Stick,” a new material which enables various materials to be cut freely in any shape and stuck together using heat. Sticking together two different materials – a soft, fluid jersey fabric and a stiff fabric – creates a rigid yet flexible texture. A structured form is born from sticking pieces together that have been cut into geometric shapes. Through the application of a bonding technique developed for active wear and thinking beyond the horizon, the possibilities for new materials are endless.“

Es gibt auch noch ein schönes Bild aus der Nähe, hier gepinnt.

Also, die geometrischen Muster sind auf einem fließenden Jersey aufgeklebt. Als T-Shirt-Stoff nehme ich Viskose-Jersey. Für die Muster brauche ich ein nicht fransendes Material, das glatt und steif, aber nicht zu dick ist und sich aufkleben lässt. Folgende Möglichkeiten sind mir eingefallen:

  1. Flexfolie zum Aufbügeln, wie bei Plottern verwendet. Ein paar Proben habe ich mir schicken lassen.
  2. Veganes Leder (vor allem als SnapPap bekannt) mit Vliesofix. Lässt sich angeblich färben, kleben und waschen. Franst nicht, aber auch relativ dick. Auch vorhanden
  3. Diverse beschichtete Stoffe mit Vliesofix. Fransen nicht und gibt es in vielen Variationen. Ich habe zwei Stoffe da, und mir bei Extremtextil Stoffproben bestellt.

Falls jemand Tipps oder sonstige Ideen hat, immer her damit!

Ich habe alles mal auf einem Stoffrest ausprobiert:

  1. Flexfolie: Relativ dünn, wie vermutet. Keine Unterschiede zwischen normaler (neongrüner) und (blauer) Spezialfolie (für Nylon, Leder, etc.) erkennbar. Man kann damit vor allem den visuellen Effekt erzeugen, nicht so sehr den haptischen, der Fall des Stoffes wird kaum beeinflusst. Allerdings ist sie einfach in der Verarbeitung und es gibt sie in unzähligen Farben.
  2. Das mit dem Färben von dem veganen Leder hat schon mal nicht so gut geklappt, lag aber sicher an mir, zu wenig gerührt. Zuschnitt und Aufkleben mit Vliesofix hat gut geklappt, allerdings ist das Material zu steif.
  3. Bei dem weinroten Stoff hat die Beschichtung die heiße Temperatur beim Aufkleben nicht vertragen, der silbriggraue lässt sich gut verarbeiten. Der letzte ist momentan mein Favorit, von der Haptik und der Farbe. Die Stoffproben von Extremtextil sind sehr unterschiedlich in der Dicke und Beschichtung, vielleicht probiere ich da noch ein oder zwei. Haben aber den Nachteil, dass es nur wenige, unbunte Farben gibt.

Weiterer Plan: noch ein bisschen herum experimentieren, den Stoffrest oft in die Waschmaschine stecken, um zu sehen, ob die Verklebung hält. Einfachen weiten T-Shirt Schnitt suchen, Jersey aussuchen, fertig machen.

Bei dem schwarzen T-Shirt, das ich letztes Mal gezeigt habe, wird eine Technologie names 3D Steam Stretch“ verwendet. Auf YouTube kann man sich dazu ein hübsches, aber auch sehr entmutigendes kleines Video anschauen. Ich habe mir trotzdem mal zwei Bücher ausgeliehen, in denen das Smoken erklärt wird, vielleicht lässt sich ja damit etwas Ähnliches erzielen. Das wird aber nicht bis zum nächsten Termin fertig.

Alle Zwischenergebnisse des Sew Alongs werden bei Yvonet hier gesammelt.

Werkbund-Werkstatt: Gestaltung und Abschluss-Ausstellung

http://werkbund-werkstatt.de/news/aktuelles/

Das Werkstattsemester ist zu Ende. Zu Ende. Melancholie macht sich breit. Wie werde ich es vermissen, Montag und Dienstag morgens in die U-Bahn zu steigen, zum Künstlerhaus zu fahren, hinter einer der vielen Türen dieses labyrinthischen Gebäudes zu verschwinden und in einer Werkstatt dem künstlerischen Schaffen nachzugehen.

Mich mit den einfachen, aber vielleicht gerade deshalb schwierigen Aufgaben auseinander zu setzen, Ideen in Entwürfe bringen und das jeweilige Material kennen zu lernen.

Aber vor allem werde ich den Austausch untereinander vermissen. Den anderen Teilnehmern über die Schultern schauen und ihre Werke entstehen sehen, über Entwürfe reden und sich Inspiration holen. Die eigenen Arbeiten zeigen und erklären. Die Hinweise und Anregungen der Dozenten nutzen, um vom Banalen zum Besonderen zu kommen. Sich gemeinsam über Gelungenes freuen und den Frust über Ideenleere teilen.

Genug Besinnliches. Ich berichte heute noch vom Gestaltungsunterricht, der sich immer wieder zwischen den Werkstätten in den Unterrichtsplan schob. Das Material dort war der weiße Zeichenblock, ergänzt um Papier, Stift und Schere, Pinsel und Farbe. Zu Anfang wurde uns dort ein bisschen Formen- und Farbenlehre beigebracht und auch hier sollten wir mit einfachen Aufgaben ein Gefühl für das Thema entwickeln. Das war mitunter ziemlich zäh, daher hier nur ein paar Beispiele ohne Kommentar.

 

 

 

 

Bei der Hauptaufgabe waren wir dann völlig frei und entsprechend vielfältig sind die Ergebnisse. Ich zeige wie immer nur mein eigenes Werk, die Werke der Anderen sind aber komplett anders. Ich habe das Thema Musterung und Reihung weiterverfolgt. Mein Grundmotiv ist ein Quadrat mit einer asymmetrischen Mitte. Wie sich durch Änderung der Reihung und Einfärbung jeweils andere Muster und Wirkung entstehen fasziniert mich.

Erst drei“farbig“ – weiß, grau, schwarz, dann mit fünf Tonwerten, um die 3D-Effekte zu vertiefen. Dazwischen auch mit Farbe, anderem Rapport usw. Viel habe ich daheim am Computer ausprobiert, ich denke, man sieht es. Das Ergebnis ist als Collage aus Tonpapier umgesetzt.

Wer die Werke aller Teilnehmer sehen möchte und einen Überblick über unser Schaffen in den letzten Monaten, ist sehr herzlich zu unserer Ausstellung eingeladen, die vom 1.2. bis 14.2.2017 jeweils Mittwoch bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet ist. Ort ist der I. Stock des Glaspalastes im Künstlerhaus in Nürnberg.

Zu Ende.

 

P.S. Wer noch auf einen zweiten Bericht aus der Holz-Werkstatt wartet, den muss ich enttäuschen. Das Kind war krank, und deshalb konnte ich die letzten beiden Tage nicht mitmachen. Die Entscheidung wurde mir abgenommen, das Werk bleibt, wie es ist.

MMM: Kantenrock und Kuschelpullover

Es ist wieder Me-Made-Mittwoch!

Ich habe noch zwei warme Teile genäht, ein Pullover aus „Alpenfleece“, und ein Rock aus Wollwalk, beide Stoffe vom Stoffmarkt.

Der Schnitt für den Pullover ist aus Burda 09/2012, Nr. 106. Mit runden Halsausschnitt vorne und hinten und langen Ärmeln. Damit geht etwas die Eleganz des Originalentwurfs verloren, aber ich brauche einen Pullover für den Alltag und der erfordert lange Ärmel als Kälteschutz. Der Kragen sollte mit Volumenvlies gepolstert werden. Hab ich vergessen, sieht bestimmt besser aus.

Der Stoff für den Rock ist so dick, dass ich Angst hatte mit normalen Nähten dicke Wülste zu erzeugen. Ich habe deshalb die Stoffteile zum Steppen übereinander gelegt, dadurch bleibt eine Kante sichtbar. Fällt am fertigen Rock gar nicht so auf, ich kann mir aber vorstellen, dass die Kanten mit der Zeit abstehen werden. Weil es so gut zum Thema passt, verlinke den Beitrag auch mit den Stoffspielereien im Januar zum Thema „Ecken und Kanten“.

Die Taschen sind einseitig angeschnitten und verstecken sich wunderbar hinter den vorderen Kanten. Der Reißverschluss ist hinter einer der hinteren Kanten versteckt, der beult allerdings etwas. Auf dem Bild vom Innenleben sieht man übrigens die Stoffseite, die vermutlich die rechte sein soll. Mir gefällt die andere Seite besser, weil ungewöhnlicher und bunter.

Das Schnittmuster ist übrigens ebenfalls Burda, 07/2016, Nr. 116. Ohne hintere Abnäher (akute Wulstangst!) und Bund – der täte der Passform allerdings sicher gut -, dafür mit Futter.

Jetzt reicht es mir mit Winterklamotten.

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank

Yvonne von yvonet und  Monika von wollixundstoffix haben sich die Aktion „Vom Laufsteg in den Kleiderschrank“ ausgedacht und eingeladen mitzumachen. Dabei soll im Zweimonatsrhythmus Designerkleidung nachgenäht werden.

Das finde ich ausgesprochen spannend, allerdings hatte ich so schnell nicht einen Plan parat und wollte mir das Mitmachen für später aufheben. DANN allerdings habe ich eines Abends doch begonnen,  meine Pins und Fotos durchzusehen. Und blieb ziemlich schnell bei Issey Miyake hängen, einen Designer bzw. ein Name, den ich schon lange spannend finde. Nun hat das Linktool noch geöffnet, dann springe ich doch noch auf in der ersten Runde.

Auf Pinterest habe ich ein paar Sachen abgelegt, die mich besonders ansprechen. Spannend bei Issey Miyake finde ich vor allem die Stoffmanipulationen, darauf möchte ich meinen Fokus legen.

Das hier spricht mich sehr an, da werde ich aber erst viel ausprobieren müssen, um zu sehen, ob das nachzumachen geht.

Quelle: vogue.com

Das hier scheint eher machbar zu sein, entweder durch dickflüssig Farbe auftragen oder Material aufkleben.

Quelle: vogue.com

Vielen Dank, Yvonne und Monika, für diese schöne Aktion! Hier gibt es erste Ideen zu sehen.