Sugaridoo-Bernina-Quilt-Along: Teil 7 und 8

Nun habe ich ganz vergessen, die nächsten fertigen Reihen des Sugaridoo-Bernina-Quilt-Along zu zeigen, dabei sind sie schon eine Weile fertig und die nächste Reihe ruft schon.

Bei der 7. Runde wurde Reihe 6 genäht („Around the Corner“), in der „Reverse Application“-Technik, bei der man aus dem Oberstoff eine Form  (Halbkreise in unserem Fall) schneidet und diese dann mit einem zweiten Stoff hinterlegt.

Man konnte die Halbkreise entweder alle frei Hand aufzeichnen und nähen, oder mit einer Schablone aufzeichnen und alle gleich machen. Ich habe mich für einen Zwischenweg entschieden: mehrere unterschiedliche Schablonen.

Das war die bislang aufwändigste Reihe: erst musste man die Halbkreise mit einem dünnen Stoff verstürzen (ich habe Batist genommen, weil ich das vorgeschlagene ‚tea bag paper‘ nicht da habe), dann mit dem farbigen Stoff hinterlegen, bevor man die einzelnen Kreise aneinander nähen kann.

Aber man konnte gut in Serie arbeiten: für alle Kreise Batist aufnähen, ausschneiden, umbügeln, Stoff unterlegen, absteppen. Dann noch alles zusammen nähen.

Die nächste Reihe (Reihe 8) war dafür ein richtig Genuss, und schnell genäht noch dazu. „Mowed Lawn“ heißt sie, weil Irene die Reihe mit einem dunkelgrünen Stoff näht, und die Streifen wie gemähter Rasen aussehen. Bei mir ist es eher „Himmel hinter Gittern“ geworden, in einem zarten Hellblau.

Ich habe die ’schiefe‘ Variante gewählt, in der man den farbigen Stoff frei in Streifen schneidet, dann mit schmalen Streifen aus dem Hintergrundstoff zusammensetzt, und erst am Schluss die einzelnen Blöcke begradigt, bevor man sie zusammensetzt. Geht schnell und macht Spaß!

Die nächste Reihe wird dann wieder mit Foundation Paper Piercing genäht, streng nach Vorlage.

Eine Jeans mit Boro-Flicken

Bei den Stoffspielereien im April zum Thema „Visible Mending“ jammerte ich etwas zu laut über fehlendes Flickwerk. Prompt bekam ich von meinen wohlmeinenden Geschwistern ein paar Hosen zur Reparatur überreicht. Und auch mein Sohn übergibt mir inzwischen freudestrahlend seine zerrissenen Hosen mit den Worten „Mama, du flickst doch so gern!“ Ööööh….nein!

Meine Schwester schickte mir eine Hose mit dem Hinweis, das sei ihre Lieblingsjeans. Da war die Latte ja gleich mal ganz hoch gelegt, und deshalb versicherte ich mich auch, dass ich machen könne, was ich wolle. Ich habe vorsichtshalber das Meiste trotzdem reversibel angelegt, aber gleich vorab: meiner Schwester gefällt das Ergebnis und sie trägt die Jeans.

Für die Löcher und abgenutzten Stellen verwendete ich ein paar Stoffstücke, die im Shibori-Stil bedruckt sind. Eine Herausforderung bzw. Einschränkung war, dass die Hose sehr querelastisch ist. Ich habe also, so gut es ging, Quernähte vermieden.

Noch ein paar Flicken über kaum sichtbare Abnutzungsspuren:

Ich muss ja sagen, ich bin zu pingelig für Boro. Wie oft ich die Nähte wieder aufgetrennt habe, weil mir das Ergebnis nicht gefiel… Wird alles unter Lernen und Ausprobieren verbucht.

Und hier der Beweis, die Hose wird getragen:

 

MMM: Leinen geht immer

Leute, heute fällt mir nichts ein, was ich schreiben könnte. Ich mache es einfach: ich habe mir ein Kleid genäht, aus Leinen, nach dem Schnitt Joy von Schnittchen Patterns. Sehr angenehm zu tragen.

Die Bilder sind nach einem halben Tag an der Nähmaschine entstanden, entsprechend verknittert ist das Kleid. Die Fotos sind im Garten von Ingrid entstanden. Vielen Dank, liebe Ingrid, für die Fotos und deine Gastfreundschaft!

Für das Kleid hatte ich den Schnitt Joy von Schnittchen Patterns ausgesucht.  Ein eher schlichtes Kleid mit einem schönen Halsausschnitt, wie ich finde. Aber besonders populär scheint der Schnitt nicht zu sein, außer den Beispielen der Designerin sind weder über Google noch über Instagram Bilder zu finden (aber #joydress ist trotzdem ein beliebter Hashtag für schöne wie auch seltsame Kleider).

So ganz ohne Erfahrungswerte heftete ich erstmal mit einiger Mehrweite und Mehrlänge, aber auf die Größentabelle ist Verlass. Den Tanktop-Ausschnitt habe ich hinten etwas entschärft, ansonsten ist alles so geblieben wie im Schnitt vorgesehen.

Das Leinen hatte ich im Schrank liegen, es ist relativ schwer und daher vielleicht einen Tick zu steif. Damit es nicht zu dick und warm wird, habe für die Belege, die nicht zu sehen sind,  einen leichten Baumwollstoff verwendet und nichts mit Einlage verstärkt. Außer den Ausschnittkanten, damit sie nicht ausleiern.

Ärmel- und Ausschnittbelege sind jeweils zu einem Schnittteil verbunden, so, als ob man ein Futter im oberen Bereich des Kleides hat. Ich habe die Belege am Armausschnitt und Halsausschnitt komplett verstürzt, bevor ich die Seitennähte und die vordere Bauchnaht geschlossen habe. Dann kann man die Vorderteile einzeln durch die Schultern ziehen und hat ruckzuck saubere Ausschnittkanten. (Die Entstehungsgeschichte des Etiketts könnt ihr hier nachlesen.)

Wie immer am ersten Mittwoch im Monat wandert der Beitrag zum Me Made Mittwoch, der wunderbaren Plattform für selbst genähte und selbst getragene Kleidung.

 

In Kürze:
Schnitt: Joy von Schnittchen Patterns, Gr. 40 (nachträglich an den Seiten noch etwas enger genäht), Hüfte 42, Länge wie bei der kurzen Variante
Stoff: schweres Leinen aus dem Stofflager, Quelle weiß ich nicht mehr