Stoffspielereien: Visible Mending

Für die heutigen Stoffspielereien ist kunstvolles Reparieren und Ausbessern das Thema. Vorgeschlagen von Ute von 123-Nadelei, die eine Meisterin des Visible Mending ist. Boro und Reverse Application werden dafür häufig verwendet. Boro würde ich gerne mal ausprobieren, aber  ich hatte nichts zu flicken und komplett neue Stoff dafür herzunehmen, widerstrebte mir. Und mein Mann weigerte sich beharrlich, mit kunstvoll handgearbeiteten Flicken auf seinem Hintern herumzulaufen.

Statt dessen fand ich ein Loch in einer Hose meines Sohnes, und statt wie sonst dieses möglichst unauffällig Ton in Ton zu flicken, unterlegte ich es diesmal mit einem roten Stoff und nähte den Flicken mit verschiedenen Rottönen fest. Sogar Glitzerfaden ist dabei, weil das mein Sohn so mag. Und siehe da, ihm gefällt es.

Bei meiner verzweifelten Suche nach etwas Flickbarem in unserem Haushalt fanden sich dann noch zwei zu kurze T-Shirts.

Das eine von meinem Mann ist ein Erinnerungsstück aus dem Urlaub, das durch vieles Waschen eingegangen war. Das andere von meinem Sohn ein Mitbringsel von einer Dienstreise. Letztes Jahr war es zu groß und kam in den Vorrat, dieses Jahr ist es schon fast zu klein. Beide T-Shirts verlängerte ich mit einem Jersey-Streifen um ein paar Zentimeter. Sichtbar, aber unauffällig.

Wenig Spielerei heute, eher praktisch. Bestimmt haben meine Mitspielerinnen heute Kunstvolleres geschaffen, Ute sammelt alle Beiträge hier.

Habt einen schönen Sonntag!

25 Gedanken zu „Stoffspielereien: Visible Mending“

  1. Das sind schöne genähte Reparaturen! T-Shirts so zu verlängern werde ich wohl auch mal wieder machen. Hast du dafür die ursprüngliche Covernaht aufgetrennt und mit dem angesetzten Stoff neu genäht? Liebe Grüße!

    1. Ja, genau. Wenn man eine Covermaschine hat, geht das wunderbar. Mit einer normalen Nähmaschine hätte ich vermutlich einfach über die bestehende Naht genäht.

  2. Die Hose ist nun ein echter Hingucker geworden. Und die T-Shirt-Verlängerung werde ich unbedingt in mein Repertoire aufnehmen. Ich gehöre nämlich zu Fraktion „Sitzriese“ und meine T-shirts sind oft zu klein.
    Danke für den Tipp.
    LG Ute

  3. Das mit der Shirt-Verlängerung ist ein toller Tipp. Werde ich mir merken. Danke! Den Hosenflicken finde auch toll. Leider reißen meine Hosen gern (durchs Fahrradfahren) an den unmöglichsten Stellen; da geht es mir wie Deinem Mann, da möchte ich nicht unbedingt die Aufmerksamkeit darauf haben. Liebe Grüße, Manuela

    1. Bei ihm kommt es auch vom Fahrradfahren. Die geflickten Stellen sieht man im Schritt ja oft auch gar nicht, da wäre wahrscheinlich die Zeit verschwendet, die man aufs schöne Handsticken verwendet.

  4. Die Suche nach ‚Stopfbarem‘ kann ich gut nachempfinden, deine Lösungen sind pfiffig. Das versuche ich auch mal.
    Ganz so farbig ist meine Flickerei nicht geworden, aber an die ‚Po-Flicken‘ habe ich mich getraut.
    Schöne Sonntagsgrüße, Elvira

    1. Danke! Die Idee ist ja gar nicht von mir, bei Kaufshirts sieht man ja auch oft doppelte Säume, was sich dann „double layer“ nennt, wie ich jetzt weiß.

  5. Haha,
    im Haushalt nach etwas Flickbaren suchen….
    Die Hose Deines Sohnes wurde doch ein echtes Schmuckstück, klar, er wird sie stolz tragen!
    Mein Mann würde eine Hose, die mit Poflicken versehen ist, bedenkenlos herumlaufen. Ich bitte ihn extra, solche Kleidungsstücke nur zuhause zu tragen. Er liebt seine Pullis und Hosen wirklich, bis sie in Fetzen fallen, verlängernde Bündchen, neue Halsbündchen, Ärmelbündchen habe ich schon oft genäht.
    Übrigens kam ich so zum Nähen:
    Eine Woche vor Ende der Sommerferien wurde die Kleidung für die Schule wieder vorbereitet, ich war wieder viel zu schnell gewachsen, und vieles musste geändert werden, meistens von mir selbst.
    Tshirts trugen gab es damals noch nicht, aber der Rocksaum war immer dran, und die Blusen waren auch immer zu kurz.
    Liebe Grüße
    Tyche

    1. So einen Mann habe ich eigentlich auch, bei ihm hat das aber weniger mit Liebe zu tun, sondern mit seiner Abneigung vor Klamotten kaufen. Da fällt mir ein, abgetragene Ärmelbündchen hat er auch genug…

  6. Die T-Shirt-Verlängerung finde ich ja sehr genial, das muss ich mir unbedingt merken. Es kommt doch das ein oder andere Mal vor, dass der Trockner die T-Shirt in der Länge etwas schrumpft.
    LG Mirella

    1. In den Trockner kommen die Sachen bei uns nur selten, aber schrumpfen tun sie im Laufe der Zeit manchmal doch. Die T-Shirt-Verlängerung ist schnell gemacht, noch schneller, wenn man einfach über die bestehende Saumnaht drüber näht.

  7. Die Hose ist toll geflickt! Solche hübschen Löcher produziert mein Sohn auch gern – indem er auf den Knien durch den Flur rutscht, zum Beispiel. Deine Technik merke ich mir.
    Die verlängerten T-Shirts finde ich äußerst praktisch. Wie schön, wenn Lieblingsteile dadurch noch länger getragen werden können.

    Herzliche Grüße!

    1. Danke! Langsam wächst mein Sohn aus dem auf-dem-Boden-spielen heraus, und tatsächlich werden die Knielöcher deutlich weniger.

  8. Dein Hosenblitzer gefällt mir sehr gut. Vielleicht gesellen sich irgendwann weitere dazu.
    Die T-Shirtverlängerung sieht sehr professionell aus. Ist von Vorteil wenn man sich etwas auskennt und weiß wie man eine Covernaht aufribbelt.
    LG Ute

    1. Ich weiß zwar, wie es geht, aber die Covernaht aufribbeln war wirklich das Zeitaufwändigste dabei, bei dem Männershirt war die Naht durch das viele Waschen und Tragen ziemlich verhakt.

      1. Oft funktioniert es hinten in eine Richtung wie bei Häkelkettmaschen mit etwas straff ziehen.
        Bei Overlocknähten kann man die beiden Nadelfäden stückweise raus ziehen.
        LG Ute

  9. Oh, ist der rote Stern hüüüüübsch! Da fällt mir grade ein, dass so ein ganz ähnlicher Stern auf einem gekauften Shirt einer Freundin schon von vornherein als Zierde genäht war. Könnte man als Revers-Applikation auch ganz bewusst gleich einsetzen. Hm, das merk ich mir. Ich mag Deine feinen, kleinen Reparaturen von heute sehr! Liebe Grüße, Gabi

    1. Da geht es mir wie dir, ich fand die Runde auch sehr inspirierend und habe mir vorgenommen, noch mehr zu flicken und die Flickerei als Chance für etwas Kreatives zu sehen.

  10. Ja, das rote Ding macht sich richtig gut. Wenn die Hose deinem Sohn gefällt bekommt das Loch dann beim Tragen sicher bald Gesellschaft und du kannst einen weitere Stickerei dazumachen. 🙂

    1. Noch wächst er schnell und die Chance auf weitere Löcher ist gering. Da fällt mir ein, dann könnte ich die Hose ja verlängern…

  11. Bei mir fand sich in den letzten vier Wochen auch nichts flickbares – deshalb und auch aus anderen Gründen bin ich heute nicht dabei. Zum Glück sind meine Jungs aus dem Knie-kaputt-mach-Alter raus. Ich konnte gar nicht so schnell flicken oder neu kaufen wie die Hosen hier kaputtgingen. Aber wenn Lego uninteressant wird, wird es auch mit den Hosen besser (es kommen dann die Schmierflecken vom Fahrrad oder Motor…). Dein rotes Sternlein ist sehr fein und die T-Shirt-Methode so einfach wie genial. Ich denke jetzt v.a. auch daran, dass wenn der Stoff in der Länge beim Zuschneiden nicht reichen will – einen Streifen unten ran und Problem gelöst!
    Liebe Grüße
    Ines

    1. Und ich hätte gedacht, bei dir liegt immer ein Flickenberg. Wenn man körperlich arbeitet, ist die Chance auf Reparaturen ja deutlich höher. Lego ist derzeit passé und das Fahrrad uninteressant, wir haben also eine wartungsarme Phase 🙂

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