Die ersten Stickstiche

Mein erstes Stickprojekt ist geschafft (hier der Link zu meinen Plänen). Der Anfang war etwas holprig, die Kettstiche der orangefarbenen Blüte habe ich bestimmt dreimal wieder aufgetrennt. Aber dank Fortbildung via YouTube verstand ich irgendwann, wie man diesen Stich in schnell und in gleichmäßig hinbekommt und dann lief es besser. Auch bei dem bullion knot der Rose (der auf deutsch, glaube ich, Raupenstich heißt) half der Blick auf Internetvideos, damit die Stiche zunehmend gleichmäßiger wurden.

Die kostenlose Vorlage stammt von sewmamasew.com

Nein, meine Wohnung werde ich mit diesem Stickbild nicht verschönern, aber als Einstieg, um verschiedene Sticharten kennen zu lernen, fand ich dieses kleine Projekt ganz nett. Und ich habe damit viele schöne Anfängerfragen gesammelt: wie bekommt man Sticktwist ohne Verknäulen auseinander?, was mache ich mit den ganzen Sticktwist-Resten?, wie legen sich die Margeritenstiche schön hin, ohne sich zu verdrehen?, wie vernähe ich Anfang und Ende?, wo ist die blöde Nadel (Schere, Anleitung) schon wieder?…

Aber trotzdem: ja, es macht Spaß! Vor allem an einem lauen Sommerabend mit einem Glas Wein auf dem Balkon. Das nächste Stickprojekt kann kommen.

Inzwischen habe ich auch die beiden Bücher von Yumiko Higuchi in Händen.

Ihre modernen Blumendesigns gefallen mir. Aus dem „Einfach Sticken mit Applikationen“ haben es mir mehrere Muster angetan, und am liebsten würde ich eines davon auf ein T-Shirt oder Oberteil sticken. Einen leichten Leinenstoff habe ich mir dafür inzwischen besorgt.

Allerdings musste ich  feststellen, dass ich weder in der Restekiste noch im Stoffstapel sonderlich viele bzw. passende einfarbige Baumwollstoffe für die Applikationen habe, und weil man davon ja nur kleinste Reste braucht, ist es unsinnig, neue Stoffe kaufen zu gehen. Ich denke, es wird also eher etwas unifarbiges werden, wie bei dem linken „Fliedergarten“.

Gleich mal die Fragen an die Expertinnen: wie bestickt man denn Bekleidung, damit sie Tragen und Waschen aushält? Legt man Verstärkung unter? Wie sticke und vernähe ich auf der Rückseite, damit lose Fäden und Knoten nicht stören?

Nächste Woche geht es in den Urlaub. Ich hoffe, ich habe mein Material bis dahin sortiert, so dass ich die Stickerei für unterwegs mitnehmen kann.

Verlinkt beim Summer Stitch Along von PeterSilie & Co.

9 Gedanken zu „Die ersten Stickstiche“

  1. Leider habe ich keine Antworten auf deine Fragen, aber ich bewundere wie schön du diese verschiedenen Stiche hinbekommen hast. Liebe Grüße Ingrid

  2. Liebe Christiane,
    da hast Du schon ein schönes Übungsteil hinbekommen und viel gelernt. Die Idee, ein T-Shirt damit zu verzieren ist toll. Leider habe ich zu Deinen Fragen auch keine Antworten.
    Wünsche Dir einen schönen Urlaub.
    Liebe Grüße
    Monika

  3. Wie schön das wir dich mit dem Stickfieber angesteckt haben. Daran wie man Stickerei am besten macht, das sie langfristig schön und pflegeleicht bin ich selber noch am austesten.
    Fäden querfeldein sind nicht zu empfehlen, die Rückseite sollte im Idealfall a bisserl ordentlicher sein, wie wenn es ein Teil für die Wand wird. Ich mache bei meinem aktuellen Projekt zum enden und starten Knoten, meine Mama vernäht alles (fünffache Umwicklung bzw drei Rückstiche)
    Bisher hat mich noch keine Stickerei aus Baumwollgarn gekitzelt, Glitzer und Plastikfäden ist da was ganz anderes. Sonstige Spezialmasssnahmen habe ich bisher nicht ergriffen.
    Bisher habe ich noch keinen meiner Stoffe mit Vlieseline verstärkt, dass würde ich zum Beispiel dann machen wenn ich mal ein Dirndl besticke, wo ich den Stoff ohnehin stabilisieren werde.
    Lg Sabine

    1. Danke für deine Erfahrungswerte, Sabine! Ich werde es mal mit den Knoten probieren, das T-Shirt, das ich besticken will, ist sehr locker, da sollte nichts scheuern.

  4. Liebe Christiane (spät aber doch komm ich hier zum Kommentieren vorbei…) Ich finde Dein Erstlingswerk gelungen, und eine Fingerübung darf ja auch Fingerübung bleiben! Zu Deinen Fragen:
    * wie bestickt man denn Bekleidung, damit sie Tragen und Waschen aushält?
    Einfach sticken 😉 Die Oberseite der Stickerei hält das Waschen normalerweise aus. Baumwolltwist ist normalerweise sogar kochecht. Wenn du dich an meine Bluse mit der Sashiko-Passe erinnerst: Die hab ich inzwischen schon häufig gewaschen, alles gut. Wenn Du Dir unsicher bist, würde ich das Kleidungsstück zum zusätzlichen Schutz zum Waschen in ein Wäschenetz geben.
    * Legt man Verstärkung unter?
    Kommt drauf an, wie lose/fest, elastisch/unelastisch der Stoff ist. Bei gekauften, maschinenbestickten Jersey-Shirts siehst du auf der Rückseite ein weißes, papierartiges Material, das beim Sticken mitgefasst wird. Z.B. „stitch ’n tear“ von Prym. Das macht, dass das Stickbild beim Sticken schön glatt bleibt. (Den Jersey beim Einspannen in den Stickrahmen nur sanft spannen, natürlich.)
    * Wie sticke und vernähe ich auf der Rückseite, damit lose Fäden und Knoten nicht stören?
    Bei der Sashiko-Bluse habe ich die vorgezeichneten Teile vor dem Zuschneiden und Zusammennähen bestickt und anschließend die Passe gedoppelt, um die Rückseite der Stickerei zu verstecken. Sieht sauberer aus. Fürs Vernähen der losen Fäden gibt es mehrere Möglichkeiten, drei fallen mir ad hoc ein: (1) 2-3 Stiche wieder zurücksticken – wird bei Vorstich bzw. Sashiko angewendet und den Faden knapp abschneiden; (2) auf der Rückseite ein paar Mal durch die Fäden dort nähen, immer von einer auf die andere Seite spiralig. Das kann ich schwer erklären, müsste ich dir mal zeigen. Ich mache das bei Kreuzstich z.B. ; (3) Man macht keinen Knoten sondern stickt am Anfang ein winzig kleines Kreuz, durch das der Faden gleich fixiert wird. Mary Corbet auf Needle’n’thread zeigt das häufig.
    Wie schön, dass Du zum Sticken gefunden hast und auch gleich Dein Erstlingswerk im Urlaub vollendet! Gratuliere! lg, Gabi

    1. Oh, Gabi, das ist aber nett, dass du so ausführlich zu meinen Fragen antwortest. Wenn ich das so lese, mache ich das schon weitgehend richtig. Und inzwischen weiß ich auch, dass die Rückseiten gar nicht so wild aussehen, wie ich befürchtet hatte. Da Seite von Mary Corbet habe ich inzwischen auch entdeckt, die ist ja großartig!
      Liebe Grüße Christiane

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