MMM im Schlupfanorak

Ich hatte vor 25 Jahren mal einen Wende-Schlupf-Anorak, in meinem ersten Nähleben. Von dem ist nichts geblieben, außer einem verschwommenen Foto und der Erinnerung, dass das eines meiner gelungensten Teile und viel getragen war. Die Zeiten vor Online-Dokumentation und allgegenwärtigen Fotos.

Jedenfalls  weckte das Schnittmuster „The Landgate“ von Merchant & Mills an diesen Anorak den Wunsch in mir, mal wieder so einen Schlupfanorak haben zu wollen. Um das Stofflager etwas abzubauen, verkniff ich mir auch, zu dem Schnittmuster einen dieser schönen oilskin-Stoffe aus beschichteter Baumwolle mitzubestellen, und nahm statt dessen einen Stoff, der aus dem René Lézard Lagerverkauf vom letzten Jahr stammt. Zweilagige Microfaser, auf der Außenseite perlt das Wasser wie Quecksilber.  Die Farbe ist auch in echt undefinierbar, irgendwo zwischen altrosa und lachs.

Nach viel Überlegen genäht in Größe S, was eine Mehrweite von 10 cm an der Hüfte bedeutet. Im Nachhinein gesehen doch etwas knapp, weil man sich ja von unten immer in das Ding hineinwinden muss, und mit einem dicken Pullover drunter wird es wohl auch etwas eng.

Irgendwie will mir heute weder viel Text noch eine gute Überschrift einfallen. Daher mache ich es kurz, und schicke den Beitrag so wie er ist rüber zum Me-Made-Mittwoch. Mal sehen, ob sonst noch jemand Herbstklamotten nähen wollte.

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: die Bilder sind im Lousiana-Museum nördlich von Kopenhagen entstanden. Der dänische Wettergott hatte ein Einsehen und uns einige Regentage beschert, an denen ich die neue Regenjacke eintragen konnte.

19 Gedanken zu „MMM im Schlupfanorak“

  1. Sehr sehr schön und perfekt für nordisches Wetter! Großes Lob für das Nähen mit Bestandstoff 😉 Ich muss mir auch schleunigst eine Herbstjacke nähen…. brauche aber etwas mit Knöpfen … Schlupfform fällt für mich aus (die Frisur, die Brille 😉 LG Kuestensocke

  2. Dein Schlupfanorak gefällt mir sehr – der Schnitt sieht wirklich geeignet aus. Und wenn der Regen abgehalten wird, umso besser. Das war leider bei meiner Schlupfjacke für den Soh nicht so: winddicht aber nicht regendicht. Da muss ich nochmals nachlegen.
    Ich habe in meinem ersten Nähleben eine weiße Jeansjacke genäht und kaum getragen, die Fareb war blöd. Aber da träume ich auch noch, das nochmals in passendem Stoff zu wiederholen.
    Liebe Grüße und eine schöne letzte Ferienwoche!
    Ines

    1. Danke! Na, so richtig im Dauerregen war sie auch noch nicht. Ganz dicht wird sie nicht sein, die Nähte sind nicht abgedichtet. Ich bin auch am Zweifeln inzwischen, ob ich das Projekt Regenjacke noch weiter verfolgen soll.

  3. Der Schnitt ist mir schon einmal über den Weg gelaufen und ich fand ihn sehr spannend! Deine Version davon ist richtig schön geworden. Jetzt hab ich richtig Lust auf das Schnittmuster 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Iris

    1. Das freut mich. Wenn ich sie nochmal nähen sollte, würde ich die Kapuze füttern. Dadurch kann man sich die französische Naht sparen, die bei meiner Jacke die Kapuze komisch steif abstehen lässt.

  4. Dein Schlupfanorak gefällt mir richtig gut. Danke für‘s Probenähen des Stoffes! War er doch nicht zu steif!? Für mich ist ein Schlupfteil auch nichts, siehe Frau Küstensockes Argumente. Aber schön sieht er aus!
    Liebe Grüße, SaSa

    1. Grenzwertig würde ich sagen. Der Anorak trägt sich besser als erwartet, aber für die Kapuze ist der Stoff zu steif. Und er riecht etwas seltsam, deiner auch? Ich habe mich nicht getraut, ihn vorher zu waschen, aber werde jetzt noch ein Stück vom Rest in die Maschine stecken.

  5. Haha, du bestellst dir für den Urlaub Regen zur autentischen Präsentation des Anoraks, : ).
    Viel Text braucht es ja auch nicht; die Bilder sprechen für sich; ein tolles Stück.
    LG von Susanne

  6. Oh, deine neue Jacke ist richtig klasse, besonders auch Kapuzenanzatz, und sie steht dir ausgesprochen gut! Nur finde ich so Sachen zum Reinschlüpfen wahnsinnig unpraktisch, gerade, wenn es dann mal wärmer wird, kann man nicht einfach mal den Reißverschluss aufmachen…
    Liebe Grüße Ulrike

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