Das war die Sommerpost der Gruppe 7

Der Sommer ist zu Ende. Astronomisch übermorgen, und meteorologisch eh schon vor drei Wochen. Die Sommerpost auch, und heute zeige ich, was die Post mir den Sommer über ins Haus gebracht hat. Blau waren die Briefe diesmal, und die Stoffe samt der schönen Karten zieren noch meine Pinnwand:

Den Anfang machte meine Dahlie, dann kam Ruths Drache (hier schon gezeigt).

Angelika von GedankenKlang schickte einen Vogel, und Anette (ohne Blog) einen SomMeer-Sonnendruck.

Uta (ohne Blog) entwarf einen Kinderkreis, die Entstehungsgeschichte hat sie hier beschrieben. Und Carmen (auch ohne Blog) hat ein tolles Mosaik mit Quadraten mit unterschiedlichsten Mustern geschaffen. Die Muster entstanden durch Mark Making auf Folie und die Strukturen wurden dann mittels Cyanotypie auf den Stoff übertragen.

Und zum Schluss hat uns Sabine alias Miss Herzfrisch noch mit einen Fisch beglückt.

Viele, viele schöne Stoffquadrate sind entstanden, die sich in der Linkliste zur Sommerpost versammeln. Ein toller Erfahrungsschatz ist das! Danke an Michaela und Tabea!

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Versuche mit Cyanotypie und Sonnendruck

Wieder freute ich mich sehr, als die Einladung von Michaela und Tabea zur neuen MailArt-Aktion eintraf: Cyanotypie! Hatte ich doch schon vor ein paar Wochen ein Set mit den Chemikalien mitbestellt, aber dann erst mal eingelagert – wie das halt mit den Mitbestellungen immer so ist.

Der perfekte Anlass, um das Päckchen wieder herauszuholen und mit dem Experimentieren sofort zu beginnen. Sofort, weil ich diesmal die Erste in der Gruppe bin und mein Beitrag schon nächste Woche auf Reisen darf.

Die Vorgabe der Sommer-MailArt ist ein Sonnendruck in Blau auf Baumwolle im Format 25cm x 25cm. Das geht außer mit Cyanotypie auch mit Sonnendruck und lichtempfindlicher Farbe.

Kurz etwas Theorie: Cyanotypie ist ein Druckverfahren, das schon 1842 entwickelt wurde. Bestimmte eisenhaltige Salzlösungen reagieren unter Einwirkung von UV-Licht und werden dabei cyanblau. Im 19. Jahrhundert wurde es genutzt, um Konstruktionspläne („Blaupausen“) und Fotografien zu vervielfältigen.

Die ersten Versuche waren noch sehr durchwachsen. Drei Fehler, die es sich zu vermeiden lohnt: Erstens: nicht an einem windigen Tag arbeiten. Zweitens: zum Abdecken stabiles Glas verwenden, nicht Plexiglas, das sich in der Sonne verformt. Drittens: die Cyanotypie-Ergebnisse sauber auswaschen – am Besten mehrere Minuten im Wasser lassen, sonst färben sich die weißen Stellen nach.

oben links: Gardinenstoff, oben rechts: Foto auf Overheadfolie (Löwenzahn+Pusteblume postiv und negativ), unten links: diverse Fotos, unten rechts: Papierschablone

Beim zweiten Mal war es dann schon deutlich besser: Versuch mit Foto, Spitzendeckchen, Papierschablonen und Mullbinde.

oben links: beim Belichten, oben rechts: nach dem Abnehmen der Motive, unten links: der gewaschene Stoff, unten rechts: das Ergebnis nach dem Trocknen

Übrigens reicht bei mir ein kleines Set für 200ml Salzlösung für einen guten Quadratmeter Stoff. Das ist nicht besonders viel. Für die eigentlich MailArt-Aktion musste ich nachkaufen.

Da ist das Sonnendruck-Verfahren deutlich günstiger.

Beim Sonnendruck wird ein feuchter Stoff mit Stofffarbe eingestrichen und mit dem Motiv zum Trocknen ausgelegt. Dort, wo der Stoff abgedeckt ist, trocknet er weniger schnell, dadurch wandert das Wasser und mit ihm der Farbstoff in die nicht abgedeckten und schon trockenen Bereiche.

Auch hier waren die ersten Versuche nach sehr zart. Oben mit trockenen Spaghetti, unten Blätter unter der UV-Lampe. Die hat den Farbstoff etwas eingebrannt, sieht aber auch ganz interessant aus. Insgesamt erinnern mich die Ergebnisse aber eher an das Turiner Grabtuch. Wenn man dran glaubt, kann man was erkennen.


Auch hier beim zweiten Mal schärfer, da die Motive flächiger aufliegen und stabiler sind.

Morgen ist viel Sonne ohne Wind angesagt, perfekt, um die Stoffe für die Sommer MailArt fertig zu stellen.

Verlinkt bei der Sommerpost-Linkliste, die sich schon mit vielen Erfahrungen zu füllen beginnt.