MMM: Lemming hoch drei

Ich heute also auch im Raven-Kleid.

Ich gehöre ja zu der Sorte Lemminge, die so lange zuschauen, bis alle anderen schon über die Klippe gesprungen sind. Für meine Begriffe bin ich also diesmal rasend schnell mit dem Nachmachen. Schon drei Monate, nachdem der Schnitt veröffentlicht worden war und wunderbare Beispiele in der Blogger-Gemeinde auftauchten (z.B. von hier oder hier).

Ich hatte die La Maison Victor bis dato nicht gekauft – die technischen Zeichnungen sprechen mich nicht an. Aber da es in meinem lokalen Nähladen im Dezember nach dem Raven-Hype noch ein Exemplar gab, war es also soweit. Ich komme ja in der Regel ohne Nähanleitung ganz gut klar, aber mal zur Abwechslung statt burda-Hyroglyphen eine klar beschriebene Anleitung zu haben, ist trotzdem sehr angenehm.

Auch beim Stoff folge ich den ausgetretenen Blogger-Spuren des letzten Jahres: Erstens Bio-Baumwoll-Jacquard, zweitens von lillestoff. Hatte der lokale Stoffhandel im Sonderangebot, das war doch zu verführerisch. Kombiniert mit unifarbenen Interlock-Jersey, auch lokal bezogen.

Gegen Fröstelsorgen gab es von den Stoffresten noch eine Halssocke.

Und wenn es mal ganz kalt wird, ist auch der Kopf stofflich passend bedeckt.

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch.

Werkbund-Werkstatt: Holzversuche

Kurz vor Weihnachten durften wir vom Werkstattsemester noch in die Holzwerkstatt starten. Ein sinnliches Erlebnis! Der Geruch, wenn man die Treppe runtergeht. Das weiche und glatte Holz in der Hand. Die faszinierenden Maserungen und einzigartigen Astlöcher. Ich werde nächste Woche noch ein paar Fotos vom Holz machen, um zumindest das visuelle Erleben rüberzubringen.

Wie immer ist die Zeit mit 6 Arbeitstagen viel zu kurz, um tief einzutauchen, daher beschränken wir uns auch in der Holzwerkstatt auf einfache Techniken. Die erste war handsägen. Dafür nutzten wir Japansägen, neu für mich, aber gut zu bedienen. Japanische Sägen, wie Fuchsschwanzsägen aufgebaut mit Sägeblatt und Griff, liegen leicht in der Hand und funktionieren nur auf Zug.

Die erste Aufgabe war also, Rechtecke oder Quadrate zu sägen, diese mit einem Schnitt weiter zu zerteilen und dann alle Stücke wieder als Gebilde zusammenzusetzen (und -kleben).

Und dann durften wir letzte Woche schnitzen. Zuerst zum Üben eine kleine Schale:

Und dann einen eigenen Entwurf.

Könnte man schon als abgeschlossen betrachten. Aber eigentlich möchte ich noch ein paar mehr offensichtliche Schnitzspuren hinterlassen. Zwei Tage bleiben noch.

Übrigens: die Holzwerkstatt ist eine der offenen Werkstätten im Künstlerhaus. Offen für jedermann Mittwoch und Donnerstag Abend, und auch mit großen Maschinen gut ausgestattet.

MMM: Jahresrückblick

Am ersten Me-Made-Mittwoch des Jahres wird traditionell nach dem Lieblingsstück des vergangenen Jahres gefragt. Das ist bei mir eindeutig der Hüllenmantel, der im Rahmen des Herbstjacken Sew-Alongs, organisiert von Elle Puls, entstanden ist.

Hier ist mir die perfekte Kombination aus Stoff und Schnitt gelungen. Trägt sich wunderbar bis zu Temperaturen unter 10°C.

Weniger gelungen ist mir das bei der größten Enttäuschung des Jahres. Das Jeanskleid wurde genau einmal getragen und hat sich dabei als eine sehr misslungene Kombination aus Stoff und Schnitt herausgestellt: Das Oberteil ist sehr bauschig und dafür ist der Stoff viel zu steif. Das Kleid passt, solange ich ganz still stehe. Ansonsten: bewegen, zuppeln, bewegen, zuppeln, bewegen, zuppeln, … Jetzt ist es erst mal eine Schrankleiche.

Meine Bilanz: 6 Kleider (echt?), 4 Oberteile, 2 Jacken, 2 Hosen, 2 Röcke, 1 Hose für den Gatten, mehrere Kinderklamotten. Meine genähten Klamotten gibt es hier in chronologischer Reihenfolge zu sehen, auch ältere Sachen.

Zu kurz gekommen ist das Hosen nähen, der selbst erstellte Schnitt ist da, zwei Probehosen sind auch entstanden, aber dann waren andere Dinge immer wieder spannender. Gescheitert bin ich mal wieder am Taschen nähen – die werden immer anders, als ich gerne hätte, und dann landen sie in der Ecke. Also, da haben wir doch gleich zwei Herausforderungen für das neue Jahr.

Auf in ein neues und kreatives 2017!