Das blaue-Blumen-Kissen

Erinnert sich noch jemand an den ‚blaue‘-Blumen-Quilt? Der Patchwork hängt noch immer so an der Wand, wahrscheinlich werden wir geblendet von der weißen Wand sein, wenn ich ihn mal wieder abmache. Ich war mir damals wegen des Quiltens sehr unsicher, und bekam daraufhin viele hilfreiche Kommentare und auch eine sehr nette Email von einer stillen Leserin. Es ist immer toll, Resonanz zu bekommen, sei es als Kommentar, per E-Mail oder persönlich, vielen Dank!

Jedenfalls bin ich den Tipps gefolgt, und habe mich erstmal an einem kleineren Stück versucht. Die Cyanotypien stapeln sich hier, und der Eimer mit dem Indigo war im Sommer auch schnell griffbereit, um noch ein paar Shibori-Stücke zu ergänzen. Daraus ist dann ein passendes Kissen-Top geworden.

Und mit dem probierte ich dann ganz vorsichtig das Handquilten. Mit verschiedenen Garnen und Nadeldicken und -längen, sehr langsam und ganz sicher nicht gleichmäßig.

Ich fürchte, mir würde die Geduld fehlen, auf einen ganzen Quilt ein volles Quiltmuster mit der Hand zu nähen. Großer Respekt für alle, die das machen. Für das Kissen (und den Wandquilt) gefällt es mir ohnehin besser, nur einige Stellen mit dem Quilten zu betonen. (Wobei da sicher noch mehr geht.)

Effektvoll sind die weißen Vorstiche auf dem blauen Stoff, das Nachsticken einzelner Elemente wie den Stängeln fällt dagegen kaum auf. Auch die Stiche auf den unruhigen Shibori-Flächen gehen eher unter, da bräuchte es eine andere Garnfarbe oder dickeres Garn. Gut gefällt mir meine gestickte Blume, die passt da einfach hin.

Die Rückseite des Kissens ist ebenfalls ein Shibori-Indigo-Stoff.

Diesmal nähte ich den Reißverschluss einfach sichtbar ein, stört auch nicht.

Der Wandquilt wird wohl noch eine Weile unvollendet bleiben, jetzt stehen erstmal die Stoffspielereien am kommenden Sonntag (hier ein paar Ideen, macht mit!) und die Kleidung für die baldige Erstkommunion an, und dann wohl noch das eine oder andere für die Herbstgarderobe.

MMM: geschenkt!

Bevor der Sommer ganz zu Ende geht, muss ich noch schnell die kurze Hose zeigen, die ich meinem Mann zum Geburtstag genäht habe. Der Schnitt ist der gleiche wie vor vier Jahren, abgenommen von einer geliebten Kaufhose. Die erste Hose wurde durchaus auch gerne und oft getragen, allerdings war der Stoff nicht besonders gut und bereits nach ein paar Wäschen sehr ausgebleicht.

Am Schnitt selbst änderte ich daher nicht viel. In der Taille durfte es diesmal etwas enger werden und die Hose bekam einen richtigen Bund, das sieht, finde ich, einfach besser aus.

Ein paar Verarbeitungsrafinessen habe ich eingebaut. Da ist zum einen der Hosenschlitz. In der Rundschau 04.2019 war eine Anleitung enthalten, die zeigt, wie man auch bei dicken Stoffen wie Jeans einen sauberen Hosenschlitz näht. Sie ist übrigens auch auf der Homepage der Zeitschrift zu finden, soweit ich sehen kann, vollständig! Anfangs war ich etwas abgeschreckt, weil die Anleitung so lang ist, aber wie sich beim Nähen zeigte, liegt das nicht daran, dass es kompliziert ist, sondern weil alles superausführlich beschrieben ist. Ich finde vor allem den Untertritt clever konstruiert.

Für die Taschen habe ich die Anleitung für die Walnoot Pants verwendet, wo die Taschenbeutel so verstürzt werden, dass man keine offenen Kanten mehr hat. Einfach und clever, mache ich jetzt immer so.

Und für die seitlichen Blasebalgtaschen kam die Anleitung für eine Hose aus der burda 1/2020 zum Einsatz. Die sind gerade groß im Kommen, oder? Cargohosen scheint der neuste Trend zu sein, und ich glaube, da muss ich auch bald eine haben.

Das Nähen der Taschen war schlussendlich weniger knifflig als gedacht, nur die Form und Größe habe ich etwas angepasst, und die Klappen mit unsichtbaren Druckknöpfen versehen.

Leider scheine ich bei der Stoffwahl auch diesmal kein glückliches Händchen gehabt zu haben. Der Stoff ist ein Coupon von Karstadt, Baumwollköper mit Elasthan. Ich tue mich immer schwer, so was zu finden, daher habe ich ganz glücklich gleich einen ganzen Berg dieser Coupons gekauft, in allen möglichen Farben. Der schwarze hier ist aber etwas angeraut, und zieht deshalb jeden Staub magisch an. Insbesondere bei schwarz sehr unpraktisch.

Nun ja, der Mann ist ja nicht so kritisch wie ich, und zieht die Hose trotzdem gern und oft an. Toll, oder?

Darf das heute zum Me-Made-Mittwoch, auch wenn es nicht „for me“, sondern „for him“ ist? Ich bin einfach mal so frei.

In Kürze:
Schnitt: selbsterstellt, abgenommen von einer Kaufhose
Stoff: Baumwollköper mit Elasthan von Karstadt, 1,20m

Sugaridoo-Bernina-Quilt-Along Teil 9 und 10

Der Endspurt naht, zwei Reihen noch, bevor es ans Zusammennähen geht. Aber hier erst mal Teil 9 und 10.

Reihe 3 („Kreuzstiche“) war ein Selbstläufer, mal wieder in der von Irene von Sugaridoo so geschätzten Foundation Paper Piecing Technik, die schon bei Teil 2, Teil 4 und Teil 6 genutzt wurde. Inzwischen geht sie mir flüssig von der Hand, da gibt es nicht mehr viel zu berichten.

Für Reihe 10 („Punkt, Punkt, Punkt“) kam wieder die Reverse Appliqué-Methode zum Einsatz, wie bei den Halbkreisen von Reihe 6. Die „Kuhflecken“, die Irene genäht hat, gefielen mir zwar sehr gut, aber zu den sonst eher geometrischen Mustern mag ich gleichmäßige Kreise lieber. Damit es etwas aufgelockert ist, sind meine Kreise verschieden groß und nicht alle auf einer Linie.

Die Kreise ließen sich gut in Serie fertigen. Aufzeichnen, stecken, nähen, ausschneiden, stecken, nähen:

Das Zuschneiden der einzelnen Elemente dauerte dann aber auch noch seine Zeit. Damit die Kreise schön mittig werden, hatte ich mir dafür eine Schablone gebastelt:

Geschafft. Da fehlte nur noch das Zusammennähen.

Jetzt bin ich gespannt, welche Techniken für die beiden letzten Reihen verwendet werden. Hoffentlich noch ein bisschen Improvisieren.