Stoffspielereien: Denim

Heute ist der letzte Sonntag im Mai und damit wieder Stoffspielereien-Tag. Griselda von Machwerk hat zum Thema „Denim“ geladen.

Ich bin das Thema analytisch angegangen, wer mich kennt, wundert sich nicht. Also: Denim, ein Baumwollstoff in Köperbindung, die Kettfäden (die parallel zur Webkante) in blau, die Schussfäden (die quer dazu) in weiß. Das war mein Ausgangspunkt.

Weben würde ich auch zu gerne mal ausprobieren, aber da mir dafür sowohl Wissen als auch Ausstattung fehlen, habe ich mich diesmal im Flechten versucht. Blauen und weißen Jeansstoff in 1 cm breite Streifen geschnitten und diesen in Köperbindung miteinander verflochten.

Nach ein paar Reihen war klar, das wird eine hübsche, aber auch etwas …, nun ja, uninteressante Fleißarbeit. Plan leicht geändert und das Endergebnis hat nun auch ein paar blaue Schussbänder, die etwas mehr Muster erzeugen.

Das Ergebnis von vorne…

… und von hinten:

Die Streifen habe ich bewusst im Fadenlauf zugeschnitten, mit der Hoffnung, dass das allmähliche Ausfransen noch interessante Effekte ergibt. Mal schauen.

Das Ganze hat die Haptik von einem Flickenteppich. Noch bin ich am Überlegen, was daraus werden soll. Vielleicht eine Carpet Bag?

 

19 Gedanken zu „Stoffspielereien: Denim“

  1. Ach, das gefällt mir. Eigentlich ganz simpel, aber gerade die Reduktion ist ja oftmals so schwierig! Wirst du die Streifen fixieren, und wenn ja, wie? Spontan wäre mir jetzt eingefallen, längs und quer drüberzunähen, so ähnlich wie Griselda es bei ihren Chenillestreifen gemacht hat. Nur dass die offenen Seiten dann wahrscheinlich nicht so hübsch fransen wie bei ihr. Oh, in Kombination von deinem und ihrem Beitrag sehe ich jetzt ein geflochten-chenilliertes Täschchen vor mir – das ganze Monat lang hat mir die Inspiration gefehlt… lg, Gabi

    1. Ja, manchmal wollen die Ideen einfach nicht kommen. Schade, sonst gibt’s bei dir immer Interessantes zu sehen. Wenn es eine Tasche oder so werden soll, werde ich vermutlich von der Rückseite ein Vlies aufbügeln, so dass es nur von vorne ein bisschen fransen kann, ohne komplett die Struktur zu verlieren. LG Christa

  2. Das ist ein gute Idee wenn man mit den Streifen tatsächlich im Fadenlauf bleibt- durch die Verkreuzung der Streifen gibt es ja auch nach dem Waschen nicht die langen Fäden. Das ist eine prima Ausgangsbasis für alle möglichen weiteren Experimente- danke für das schöne Beispiel!

    1. Mal sehen, ob die Kreuzungen die langen Fäden begrenzen. Nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe, bin ich eigentlich zum Schluss gekommen, dass schräger Fadenlauf die bessere Alternative gewesen wäre. Aber das wird der Alterungsprozess zeigen. LG Christa

  3. Deine Idee spricht mich sofort an und das Ergebnis ist interessant. Das Gewebe überzeugt, ist sicher auch aus anderen Stoffen machbar. Ich habe etwas Vergleichbares (kleiner und breitere Streifen) zum Fixieren komplett auf Vlieseline gebügelt.
    LG
    Siebensachen

    1. Ja, ich habe auch vor, das Flechten nochmal auszuprobieren, dann wahrscheinlich mit Fertigbändern, die nicht fransen. Ripsband oder so, in verschiedenen Breiten. LG Christa

  4. Jeans, gewoben aus Jeans: dein fertiges Stück sieht sehr interessant aus und grad der dunkle Streifen alle paar Reihen zwischendurch schafft eine gute Struktur. Probierst Du aus, wie es sich beim Waschen verhält? Das könnte ich mir auch gut als Kontraststoff bei einem Kleidungssttück vorstellen ( nur dann müsste es seine Form und Struktur auch nach dem Waschen behalten). Und ansonsten: Täschchen gehen immer.
    Liebe Grüße
    Ines

    1. Ja, eine Tasche oder ein Täschchen wird es wohl werden. Waschen traue ich mich das Ganze eigentlich nicht, höchsten per Hand im Wasser schwenken… LG Christa

  5. Cool, mit der Köperbindung, die die schrägen Streifen entstehen lässt – Jeans next level. Da wird sich auch Lucy/Nahtzugabe glaube ich drüber freuen, gut geeignet für Webartenerklärung.
    So wie es da liegt könnte es auch ein Tischset oder eine Matte sein, sieht toll aus. Bin sehr gespannt, wie das nach dem Waschen aussieht.

    1. Eine Tischmatte ist auch eine gute Idee. Aber nicht für den Esstisch, häufiges Waschen wird das Ganze nicht vertragen. LG Christa

    1. Vielen Dank, Ute! Kontrastfarbig besticken fällt mir als Nächstes ein, aber ich bin keine Quilterin. Wahrscheinlich werde ich es „nur“ noch einer Funktion zuführen. LG Christa

  6. Das ist interessant. Warum läßt Du es nicht einfach so, fixierst es von links mit Vlieseline oder quiltest ein Futter drunter und nimmst es als Tischmatte. Als Täschchen – glaube ich – geht die interessante Struktur unter.
    Liebe Grüße
    Annelies

  7. Hach, wie schön, du hattest die gleiche Idee! Deine Webergebnisse schauen so schön gleichmäßig und ordentlich aus! Hast du Denimstoff zerschnitten oder alte Jeans?
    Meine Bänder sind 0,5 cm breiter aus alten Jeans und schauen gleich etwas zerfranster aus 😀
    Eine Tasche könnte ich mir auch sehr gut daraus vorstellen, habe bei mir auch ganz kurz an ein Kissen gedacht, nur dass ich ungern mit Denim kuscheln möchte…
    Wie hast du die Bänder in der Mitte fixiert, damit sie nicht verrutschen?

    Liebe Grüße,
    Maria

    1. Solche Streifenweberei ist spannend. Optisch erinnert es mich an Buntpapierflechtpackungen aus der Schulzeit, da hatte man auch Musteroptionen. Dein Muster ist mit dem Kontrast sehr schön geworden.
      Ich habe mal etwas ähnliches probiert mit etwas breiteren Streifen im Fadenlauf. Diese Fläche habe ich mit Bügelvlies fixiert und als Taschenklappe verwendet. Die Taschenklappe habe ich sicherheitshalber abgesteppt.
      LG Ute

    2. Ich habe mir den Stoff extra gekauft. Alte Jeans habe ich hier nur wenige liegen und vor allem keine weiße. Ich schätze, das Zuschneiden geht dadurch viel einfacher, weil der Stoff schön glatt liegt. Fixiert habe ich nur außen, viel verschieben können sich die Streifen bei mir nicht. Aber vermutlich ist das von Muster zu Muster unterschiedlich. Kissen kann ich mir auch nicht vorstellen, aber eine gewebte Kiste! Das steht jetzt auf meiner Ideenliste. LG Christa

  8. Wow, wirklich stark! Da bewundere ich ja Deine Geduld, dass Du sowas durchziehst. Lust hätte ich da auch, aber der Aufwand.. 😉 Echt toll geworden, bin gespannt, was daraus wird!

    1. Ach, so aufwändig fand ich das nicht. Aber man muss schon Spaß am exakten Zuschneiden haben. Oder sich das Zuschneiden sparen und fertige Bänder nehmen. Dann geht es doch recht schnell. LG Christa

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