Kopie und Original

Mein Mann geht nicht gerne Klamotten kaufen. Soweit ich weiß, ist er damit nicht der Einzige. Als ich ihn vor Kurzem auf das Loch in seiner kurzen Hose hinwies, grinste er nur leicht verzweifelt.

Normalerweise trägt er Jeans und T-Shirt, wenn es kalt ist eine Funktionsjacke. Nichts, was mich besonders reizen würde, zu nähen. Diesmal hatte ich aber Mitleid mit ihm und beschloss, ihn mit einer Kopie seiner „superbequemen“ Hose zu versorgen.

Männerhose - 1 Männerhose - 3 Männerhose - 2 Männerhose - 4Und was soll ich sagen, er hat sich gefreut! Den Schnitt habe ich von der alten Hose abgenommen, und dann möglichst nah am Original nachgenäht: angeschnittener Bund, Seitentaschen mit Klappen, schräge Eingriffstaschen. Sieht trotzdem komplett anders aus.

Männerhose - 5 Männerhose - 7Der Stoff ist Twill von Stoff & Stil, leider habe ich erst zu Hause festgestellt, dass die Stoffbreite nur 130cm betrug. Also musste ich etwas Zuschneidetetris machen, und für Innenbund und Innentaschen den Futterstoff nutzen. Gefällt mir aber ganz gut.

Männerhose - 8Männerhose - 9Für die ca. 40m Zierstiche (abgeschätzt aus der Menge des verbrauchten Fadens) habe ich Nylonfaden (Zwibond) verwendet. Das war das Einzige in einer Stärke von ca. 50, was im örtlichen Nähladen zur Verfügung stand, der 30er Gütermann Knopflochgarn war zu dick.

Auf besonderen Wunsch gibt es noch eine separate Tasche für das Handy, versteckt in der Seitentasche.

Männerhose - 10Und jetzt freue ich mich, noch rechtzeitig für die Aktion HerrMann im August fertig geworden zu sein – das hat mich doch sehr motiviert, das gute Teil zügig durchzunähen.

Passgenaue Holzkisten (Teil 1)

Ich habe in meinem Leben schon unendlich viel Zeit in Baumärkten und Mitnahme-Möbelmärkten verbracht, um Boxen zu suchen, die möglichst genau in meine Regale und Ecken passen. Eigentlich bin ich bisher immer gescheitert.

Nach der letzten vergeblichen Suche beschloss ich daher, mir mal eben meine eigenen Boxen zu schreinern.

Mein erster Plan war, eine Multiplexplatte aus dem Baumarkt zuzuschneiden und mit Holzdübeln zu verbinden. Fand mein Bruder, der die Platten zuschneiden sollte, gar nicht gut: „des wiad nix gscheids“.

Statt dessen starteten wir also gemeinsam ein Projekt, das das Gegenteil von „mal eben“ ist: Sägeraue Holzbretter aus dem Holzlager meines Bruders waren der Ausgangspunkt. Das ist, als finge man erstmal damit an, sich seinen Stoff zu weben, weil der, den man hat, nicht passt. (Interessante Idee eigentlich…)

Ich bin, was das Schreinern angeht, eine blutige Laie, daher spare ich mir das Beschreiben der Arbeitsschritte und schlage statt dessen die Fachbegriffe in meinem Schreinerbuch nach:

Bretter mit Hilfe der Dickenhobelmaschine und Kreissäge auf die ungefähren Masse hobeln und zuschneiden, genauer Zuschnitt mit der Handkreissäge, Nut-Feder-Verbindung austüfteln, Nuten und Federn mit Hilfe der Oberfräse einfügen.

Holzkisten - 1Holzkisten - 2 Holzkisten - 3 Holzkisten - 4 Holzkisten - 5Soweit bin ich jetzt. Macht viel Spaß, aber weil ich mich kaum an die Maschinen traue, ohne dass mir mein Bruder über die Schultern schaut, also immer zwei Leute zeitgleich Zeit haben müssen, ist es jetzt schon eine ganze Weile her, seit ich mit meiner Multiplexplatte bei meinem Bruder aufgetaucht bin.

Fortsetzung folgt…

Reisegarderobe fürs iPad

Wir wollen verreisen, und das iPad darf mit. Und damit es nicht immer so nackig in der Tasche liegt und sich dabei womöglich Kratzer verletzt, habe ich ihm eine Hülle gemacht.

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Für die Hülle habe ich Wollfilz genommen (mit 10% Polyester) und zum Zuschneiden ein kleines Experiment gestartet. Damit die Schnitte möglichst exakt werden, wollte ich den Lasercutter im FabLab Nürnberg nutzen. FabLabs, für alle, die das nicht kennen, gibt es in vielen Städten, und sie sind offene Werkstätten mit Werkzeug und computergesteuerten Maschinen zur Bearbeitung aller möglichen Materialien und für elektronische Basteleien. Ein Paradies für alle Tech-Nerds.

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War mein erster Besuch dort, und die Jungs waren sehr hilfsbereit. Das Schneiden hat gut geklappt, aber erwartungsgemäß stank es ziemlich. Der Gestank ließ sich aus dem Filz durch einfaches Waschen entfernen, die braunen (verschmurgelten) Ränder sind geblieben. Zum Türkis des Filzes passt das ganz gut, deshalb soweit kein Problem, aber sollte ich das mal wieder machen wollen, müsste ich vorher etwas mehr mit den Einstellungen experimentieren. Aber vielleicht lassen sich die verschmorten Ränder beim Lasercutter bei organischen Materialien gar nicht richtig vermeiden?

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Jetzt investiere ich jedenfalls erstmal in einen ordentlichen Handcutter…

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Creadienstag

Urlaubskleid

Ich packe meinen Koffer… heißt es heute beim Me Made Mittwoch.

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Meinen ersten (kurzen) Sommerurlaub dieses Jahr habe ich schon hinter mir, und für den Strandurlaub in der Türkei wollte ich gerne ein bequemes Maxikleid haben.

Leider konnte ich in meinem Zeitschriften-Fundus so gar keinen Schnitt finden, der meinen Vorstellungen entsprach: schnell genäht, weit genug zum schnellen An- und Ausziehen am Strand, Schulter bedeckend. Letztlich fiel meine Wahl auf einen Burda plus Schnitt aus der Burda 07/2015, den ich auf Größe 40 verkleinert habe.

Die Taschen und Schlitze im Ärmel habe ich weggelassen, sollte ja schnell gehen. Und außerdem habe ich das Ganze um 20 cm gekürzt. 5cm mehr hätten dem Kleid und Tragegefühl zwar gut getan, aber mehr Stoff war nicht da.


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Ich hab’s getragen, und der Viskosestoff ist auch sehr angenehm, aber so richtig angefreundet habe ich mich nicht mit dem Kleid. Vermutlich ist einfach der Schnitt nichts für mich – zu wenig Oberweite bei mir, zu wenig Taille beim Schnitt.

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Der Urlaub im August geht in die Berge. Da wird wohl die gekaufte, praktische Outdoor-Kleidung überwiegen.

Habt einen schönen Urlaub!

Schnitt: burdastyle 07/2015, Nr. 134, auf Gr. 40 verkleinert
Stoff: Viskose gewebt von Stoffe.de
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Seifenkisten

Vom letzten Türkeiurlaub habe ich Olivenseifen mitgebracht. Etwas mickrig als Mitbringsel, deshalb habe ich beschlossen, kleine Schachteln zum Verpacken der Seifen zu machen.

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Die Grundkenntnisse dafür habe ich vor einiger Zeit in einem Kurs im Haus der Eigenarbeit HEI in München gelernt. Eine tolle Einrichtung! Wenn ich in München wohnen würde, wäre ich Stammgast.

Schachteln - 1 von 7

Schneiden, kleben, schneiden, kleben, schneiden, kleben …

Zum Überziehen habe ich drei verschiedene Papiere genommen. Das Sternenpapier ist ein relativ festes, stabiles Geschenkpapier. Lässt sich gut schneiden und bestreichen, aber schmiegt sich nicht leicht um und in die Ecken.

Schachteln - 5 von 7Schachteln - 6 von 7

Das Papier mit den grünen Girlanden ist handgeschöpft und sehr saugfähig, da musste ich sehr aufpassen beim Bestreichen mit Leim.

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Und das Dritte hat eine Struktur wie dünnes Packpapier. Die Schachteldeckel sind mit einem Innenrand versehen, so dass sie gut und sicher aufliegen.

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So, die Seifen sind in den Schachteln verstaut, bald werden sie verschenkt und dann riecht der Flurschrank wieder nach alten Schuhen.

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Creadienstag

Manche Dinge brauchen etwas länger…

…zum Beispiel das Erstellen dieses Blogs.

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Oder bis ich ein bestimmtes Schnittmuster umsetze, das schon lange in meinem Schrank lagert. Wie dieses hier, aus der Burda style 02/2011.

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burda style 02/2011

Genutzt habe ich dafür einen japanischen Baumwoll-Stoff von wunderbarer Qualität von kiseki. Etwas zu fest für diese Bluse, aber es geht.

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Etwas untypisch für mich, habe ich an diesem Schnitt außer Passformanpassung keine weiteren Änderungen vorgenommen – er durfte bleiben, wie entworfen.

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Und zufällig habe ich noch eine farblich passende Hose gefunden, so dass ich heute von oben bis unten in sonnengelb unterwegs bin.

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Und damit ab zum Me made Mittwoch – ich freue mich sehr, dass ich endlich auch aktiv dabei sein kann!