Werkbund-Werkstatt: Metallergebnisse

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Und jetzt ist unsere Zeit in der Metallwerkstatt auch schon wieder vorbei. Ich denke, fast allen Teilnehmern ging es so, dass nach der anfänglichen Scheu vor dem Material die Lust am Experimentieren immer größer wurde. Vor allem die Oberflächenbearbeitung wurde immer spannender:  durch Ausglühen und abschließendes Abschrecken in kaltem Wasser wird vor allem die Verformbarkeit des Metalls wieder verbessert, allerdings verlieren die Metalle den schönen Glanz des Ausgangsmaterials. Durch mehr oder weniger Glühen oder durch Vorbehandlung mit Säure oder Beize kann man aber schöne Effekte bei Kupfer und Messing von rötlich bis schwarz erzeugen.

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Wir hatten Bleche aus Alu, Kupfer und Messing in Stärken von 0,5 mm bis 2 mm zur Verfügung. Ich mag Kupfer sehr gerne und habe mich dann für mein Metallwerk darauf beschränkt. Zeitlich bedingt, aber schade, weil man durch Ausprobieren und Abschauen auf so tolle Ideen kommt!

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MMM: Sarouelhose

Ich brauche Hosen. Dringend. Das Hosenfach ist ziemlich leer geworden, weil ich ein paar ungeliebte Teile entsorgt habe und dank Gummibärchendiät ein paar andere nicht mehr passen.

dsc_0491Ein paar Schnitte und Stoffe liegen schon bereit. Unter anderem habe ich mir eingebildet, dass ich gleich und sofort eine Sarouelhose (heißen die überhaupt so?) brauche, so wie diese hier, irgendwann einmal aus der Brigitte abfotografiert.

img_3699Bei meiner Suche nach einem passenden Schnitt wurde ich weder in meinem Fundus noch bei diversen Schnitteanbietern fündig, als ich dann noch etwas lustlos die Vorschau der November-Burda anklickte. Und da war genau so ein Hose drin, wie ich gesucht hatte! Schöner Zufall!

Der Stoff dafür ist eine Wollstoff unbekannter Zusammensetzung in Crash-Optik, geerbt von einer lieben Freundin, die ihre Stoffkiste ausmistete, und der auch bei mir noch eine Weile abgelagerte. Wegen der Crash-Falten wurden beim Nähen die Nähte auch immer nur vorsichtig ohne Dampf gebügelt. Ob ich die Hose jemals wasche und was dann mit den Falten passiert?

dsc_0498Die Schnittteile sehen kompliziert aus, aber das Nähen war dann wirklich sehr einfach. Da die Hose gut in der Taille sitzen muss, ist es wirklich zu empfehlen, die rückwärtige Mittelnaht samt Bund ganz zum Schluss zu nähen und dann zur Anpassung zu nutzen. Burda näht erst die Bundteile zusammen und dann den Bund an die Hose – wofür ich dann eine Mittelnaht im Bund brauche, hat sich mir nicht erschlossen, deshalb hatte ich sie dann zunächst auch weggelassen. Allerdings hatte ich in einem Anfall von Panik beim Zuschneiden noch etwas Stoff in der Taille zugegeben, der dann doch zuviel war. Deswegen schnitt ich dann doch den Bund zum enger nähen hinten durch.

dsc_0486dsc_0489 dsc_0488Dann war noch die Frage nach dem Futter. Mir ist nichts eingefallen, wie ich den Schnitt vernünftig für ein Innenfutter abwandele, deshalb habe ich jetzt beschlossen, das Futter erstmal wegzulassen. Wenn der Wollstoff dann doch zu sehr kratzt, werde ich mir eine absolut sexy Radlerunterhose nähen, die garantiert nicht auf diesem Blog gezeigt wird.

Und damit ab zum Me-Made-Mittwoch!

Werkbund-Werkstatt: Metallversuche

Inzwischen sind wir im Werkstattsemester des Werkbunds in der Metallwerkstatt gelandet. Mit diesem Material habe ich gar keine Erfahrung – außer den paar zögerlichen Schlägen, als wir unsere Trauringe gemacht haben. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass damals der Goldschmied deutlich mehr an meinem Ring gearbeitet hat als ich. Aber mein Mann hat sich dann doch für mich entschieden.

Wir durften zunächst ein paar grundlegende Techniken lernen: Treiben und schneiden. Beim Treiben verformen wir ein Stück Blech entweder durch Hämmern in eine Holzmulde (tiefziehen) oder über eine Leiste (aufziehen).img_5070

Hier ein paar Werke, die beim Üben entstanden sind:

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MMM: stylish im Regen

Es wurde Zeit, die wärmende und wasserabweisende Kleidung wieder aus der hinteren Ecke des Schrankes zu holen. Diese Woche kommt mein Softshellmantel zum Einsatz, den ich im Frühjahr genäht habe, um nicht jeden Tag, an dem der Wetterbericht Regen für möglich hält, die Funktionsjacke anziehen zu müssen.

dsc_0421Der Softshell-Stoff von Stoff&Stil verspricht Wasserdichte bis 5000mm, das passt trotz der nicht abdichtbaren Nähte, schließlich will ich mit der Jacke nicht auf Wandertour und stundenlang durch den Regen laufen. Bisher hat sie eine Fahrradfahrt zwanzig Minuten durch starken Regen gut überstanden, allerdings war der Stoff an den Oberarmen dann doch ganz schön klamm. Aber die Nähte waren kein Problem.

dsc_0402-1Beim Schnitt hatte ich mich nach langem Suchen für Cookie von Waffle Pattern entschieden, und diesen entsprechend meinen Wünschen verlängert. Der Schnitt ist gut und die Beschreibung dazu fantastisch – plotterfähige Datei, layered pdf um die nicht benötigten Größen auszublenden, anschauliche Skizzen in der Anleitung.

dsc_0381 dsc_0395 dsc_0397 dsc_0400Cookie ist eigentlich ein Blouson-Schnitt – ich habe einiges angepasst: verlängert und nach unten verbreitert, die Ärmel ohne Bündchen, dafür entsprechend verlängert, Taschen etwas vergrößert und statt mit Reißverschluss als Pattentasche gearbeitet, die vordere Kante der Kapuze angepasst, um den Reißverschluss verlängern zu können, den Reißverschluss mit einem Untertritt versehen, und die vordere und die hintere Passe zusammengelegt, so dass der Mantel keine (regenkritische) Schulternaht hat.

dsc_0422 dsc_0419Im Praxistest hat sich gezeigt, dass die Jacke leider nicht sehr fahrradtauglich ist: am Hals ist es zu eng und die Kapuze ist zu groß. Ansonsten mag ich meine Jacke aber sehr. Nur der Zwei-Wege-Reißverschluss bringt mich noch zum Wahnsinn…

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Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch, dem wunderbaren Defilée an selbstgemachter Kleidung.

Lampion-Lichterkette

Kleine Lampions aus Transparentpapier mit V-Falten, ein kleines Gastgeschenk für liebe Menschen.

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Hier noch ein paar Bilder vom Entstehungsprozess. Anleitung für Lampions dieser Art finden sich im Internet einige, z.B. hier.

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Meine eigentliche Inspiration war aber das Buch Falttechniken von Paul Jackson. Nicht nur werden alle möglichen Faltenarten ausführlich und schön anschaulich mit Skizzen und Bildern erklärt, sondern es gibt auch viele Bilder von unglaublich beeindruckenden Beispielen aus Mode, Architektur, Inneneinrichtung und Kunst. Sehr empfehlenswert

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verlinkt bei
HOT – Handmade on Tuesday
Creadienstag

MMM im Wickelkleid

Derzeit komme ich kaum zum Nähen, daher zeige ich heute ein Kleid, das schon letzten Winter fertig wurde. An den Weihnachtsfeiertagen kam es mir nämlich in den Sinn, dass ich unbedingt und gleich sofort ein Wickelkleid nähen wollte. Mein Zeitschriften-Fundus gab aber nichts Passendes her, und daher besorgte ich mir einen Download-Schnitt.

dsc_0314Also, meins ist das nicht, dieses Ausdrucken und Kleben und Ausschneiden. Das mache ich zukünftig nur noch in akuten Notlagen. Wobei… das war ja eine akute Notlage.

dsc_0308Der Stoff ist ein Viskose-Jersey vom Karstadt-Ausverkauf, der Schnitt Burda 7187 in der einfachsten Ausführung ohne Rüschen oder Volants. Die Ärmel sind pludrig weit mit einem Gummizug als Abschluss.

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Das Kleid sitzt gut und trägt sich sehr angenehm, aber wenn ich so an mir runterschaue, kommt es mir manchmal – mit den Ärmel, dem Muster und dem Bindegürtel – wie ein orientalischer Morgenmantel vor. Ich freue mich zu sehen, dass es auf den Bildern ganz normal wirkt.

Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch.

Werkbund-Werkstatt: Stempel und Muster

Vor ein paar Wochen habe ich vom Werkbund-Werkstattsemester berichtet. Wir waren fleißig in der Zwischenzeit.

Aus meiner Motivauswahl wählte ich zwei aus. Das eine, um das Rapportieren auszuprobieren. Dazu passte ich das Motiv an den Rändern an.

img_4578 img_4579Für die Stempel verwendeten wir Styrodur. Aus dem zweiten Motiv entstand sowohl ein Positiv- wie auch ein Negativ-Stempel.

img_4595img_4577 Mit dem zweiten Motiv habe ich dann fleißig gestempelt (mit einfacher schwarzer Dispersionsfarbe). Zunächst im einfachen Musternetz auf verschiedenen Materialien, dann auch in verschiedenen Mustern. Verwendet wurden z. B. Packpapier, Transparentpapier, Buchbinderleinen, Gaze. Hier ein paar Beispiele:

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Faszinierend fand ich, wie sich durch Drehen des Motivs immer wieder neue Muster ergeben. Zum Schluss zerschnitt ich daher ein paar der Musterblätter und setzte sie zu einer Kaleidoskop-Collage neu zusammen.

img_4830Und besonders toll war zu sehen, wie aus den gleichen Arbeitsschritten bei jedem der Teilnehmer sehr, sehr unterschiedliche Ergebnisse entstanden!

Jacken Sew Along, Finale

So schnell kann es gehen: da ist man schon fast fertig, liegt super in der Zeit, und dann kommt Leben 1.0 dazwischen. Ging ja nur noch um die Taschen…

Vielen Dank an alle, die mir ihre Einschätzung beim letzten Jacken Sew Along Post hinterlassen haben, ob ich meinen Reststoff als Taschen oder als Gürtel nutzen soll! Ich habe den Eindruck, die Meinungen haben sich in etwa die Waage gehalten. Ich bin jetzt doch beim Original geblieben: große aufgesetzte Taschen.

herbstjacke3-1Sie sind genau im Muster aufgesetzt, mir war wichtig, dass das Muster nicht unterbrochen wird. Ich finde, dadurch fallen sie auch nicht so auf. Und damit der reduzierte Look erhalten bleibt, sind die Taschen mit der Hand angenäht.

herbstjacke3-9herbstjacke3-4Und damit ich mit dem Mantel doch auch mal Rad fahren kann, habe ich noch einen verdeckten Druckknopf angebracht. Und ich halte mal Ausschau nach einem breiten mittelgrauen Ledergürtel, dann habe ich letztlich doch beides.

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herbstjacke3-5Zum Schnitt: ich hatte mich für den Oversize-Mantel aus der burda 09/2016 entschieden. Weil ich nicht genug Stoff hatte, habe ich den Ärmelansatz verkleinert. Den Schnitt habe ich in der Länge um 8 cm verkürzt. Ich bin zwar mit 174cm größer als das Standardmaß, aber den Mantel fand ich zu lang. Sonst habe ich nach Vorgabe genäht.

Insgesamt gefällt mir der Mantel gut, er hat zugleich was Lässiges und Elegantes. Allerdings ist der gedoppelte Schalkragen im Vergleich zum (ungefütterten) Rest sehr wärmend, ob das auf die Dauer praktisch ist, wird sich zeigen.

herbstjacke3-7herbstjacke3-2 herbstjacke3-3Es hat Spaß gemacht, beim Herbst-Jacken-Sew-Along mitzumachen! Vielen Dank, Elke, für die Organisation!

MMM: Herbst-Hoodie

Auch wenn es immer noch schönes Wetter hat, braucht man morgens und abends was zum Überziehen. Dafür passt der Hoodie aus Scuba gerade ganz gut. Der Scuba ist aus einem Sale von Stoff & Stil und leider nicht so wärmend wie gehofft. Deshalb wird der Hoodie wohl bald nur noch im Haus zum Einsatz kommen.

hoodie-4Der Schnitt aus der burda style 01/2016:
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Der Stoff ließ sich einfach verarbeiten. Ich habe Overlock und für die Kapuze die Coverlock benutzt, was nicht unbedingt notwendig ist, weil der Stoff nicht franst, aber schöner aussieht.

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Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch.

MMM: Missoni

Heute zeige ich euch eines meiner Lieblingskleider, perfekt für – wie sagt man? – gemäßigtere Temperaturen.

missoni-3Der Stoff ist von Missoni, gekauft bei Hüco in Berlin. Wirkt für sich selbst, und lässt sich mit allen möglichen Farben kombinieren, leger oder aufgebrezelt.

missoni-5Der Schnitt ein ganz einfaches Unterkleid mit möglichst wenig Nähten und Abnähern.

missoni-1Für den Saum habe ich die Original-Stoffkante genommen, leider zipfelt das Kleid dadurch an der Seite. Ich sollte den Rock noch etwas gerader nähen, um die Zipfel wegzukriegen. Wenn mir mal langweilig ist. Oder mich die Eitelkeit überkommt. Oder wenn ich mich nächstes Mal im Kaufhaus im großen Spiegel sehe….

missoni-4Verlinkt beim Me-Made-Mittwoch, die wunderbare Inspirationsquelle für Selbstgenähtes.