MMM: Sarouelhose

Ich brauche Hosen. Dringend. Das Hosenfach ist ziemlich leer geworden, weil ich ein paar ungeliebte Teile entsorgt habe und dank Gummibärchendiät ein paar andere nicht mehr passen.

dsc_0491Ein paar Schnitte und Stoffe liegen schon bereit. Unter anderem habe ich mir eingebildet, dass ich gleich und sofort eine Sarouelhose (heißen die überhaupt so?) brauche, so wie diese hier, irgendwann einmal aus der Brigitte abfotografiert.

img_3699Bei meiner Suche nach einem passenden Schnitt wurde ich weder in meinem Fundus noch bei diversen Schnitteanbietern fündig, als ich dann noch etwas lustlos die Vorschau der November-Burda anklickte. Und da war genau so ein Hose drin, wie ich gesucht hatte! Schöner Zufall!

Der Stoff dafür ist eine Wollstoff unbekannter Zusammensetzung in Crash-Optik, geerbt von einer lieben Freundin, die ihre Stoffkiste ausmistete, und der auch bei mir noch eine Weile abgelagerte. Wegen der Crash-Falten wurden beim Nähen die Nähte auch immer nur vorsichtig ohne Dampf gebügelt. Ob ich die Hose jemals wasche und was dann mit den Falten passiert?

dsc_0498Die Schnittteile sehen kompliziert aus, aber das Nähen war dann wirklich sehr einfach. Da die Hose gut in der Taille sitzen muss, ist es wirklich zu empfehlen, die rückwärtige Mittelnaht samt Bund ganz zum Schluss zu nähen und dann zur Anpassung zu nutzen. Burda näht erst die Bundteile zusammen und dann den Bund an die Hose – wofür ich dann eine Mittelnaht im Bund brauche, hat sich mir nicht erschlossen, deshalb hatte ich sie dann zunächst auch weggelassen. Allerdings hatte ich in einem Anfall von Panik beim Zuschneiden noch etwas Stoff in der Taille zugegeben, der dann doch zuviel war. Deswegen schnitt ich dann doch den Bund zum enger nähen hinten durch.

dsc_0486dsc_0489 dsc_0488Dann war noch die Frage nach dem Futter. Mir ist nichts eingefallen, wie ich den Schnitt vernünftig für ein Innenfutter abwandele, deshalb habe ich jetzt beschlossen, das Futter erstmal wegzulassen. Wenn der Wollstoff dann doch zu sehr kratzt, werde ich mir eine absolut sexy Radlerunterhose nähen, die garantiert nicht auf diesem Blog gezeigt wird.

Und damit ab zum Me-Made-Mittwoch!

Kopie und Original

Mein Mann geht nicht gerne Klamotten kaufen. Soweit ich weiß, ist er damit nicht der Einzige. Als ich ihn vor Kurzem auf das Loch in seiner kurzen Hose hinwies, grinste er nur leicht verzweifelt.

Normalerweise trägt er Jeans und T-Shirt, wenn es kalt ist eine Funktionsjacke. Nichts, was mich besonders reizen würde, zu nähen. Diesmal hatte ich aber Mitleid mit ihm und beschloss, ihn mit einer Kopie seiner „superbequemen“ Hose zu versorgen.

Männerhose - 1 Männerhose - 3 Männerhose - 2 Männerhose - 4Und was soll ich sagen, er hat sich gefreut! Den Schnitt habe ich von der alten Hose abgenommen, und dann möglichst nah am Original nachgenäht: angeschnittener Bund, Seitentaschen mit Klappen, schräge Eingriffstaschen. Sieht trotzdem komplett anders aus.

Männerhose - 5 Männerhose - 7Der Stoff ist Twill von Stoff & Stil, leider habe ich erst zu Hause festgestellt, dass die Stoffbreite nur 130cm betrug. Also musste ich etwas Zuschneidetetris machen, und für Innenbund und Innentaschen den Futterstoff nutzen. Gefällt mir aber ganz gut.

Männerhose - 8Männerhose - 9Für die ca. 40m Zierstiche (abgeschätzt aus der Menge des verbrauchten Fadens) habe ich Nylonfaden (Zwibond) verwendet. Das war das Einzige in einer Stärke von ca. 50, was im örtlichen Nähladen zur Verfügung stand, der 30er Gütermann Knopflochgarn war zu dick.

Auf besonderen Wunsch gibt es noch eine separate Tasche für das Handy, versteckt in der Seitentasche.

Männerhose - 10Und jetzt freue ich mich, noch rechtzeitig für die Aktion HerrMann im August fertig geworden zu sein – das hat mich doch sehr motiviert, das gute Teil zügig durchzunähen.