Geschafft. Mit ein wenig Verspätung reihe ich mich in das Defilee des Weihnachtskleid-Sew-Alongs 2025 auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog ein. Am vierten Adventswochenende war wirklich noch reichlich zu tun an meinem Mantel. Die vielen Handnäharbeiten dauern eben ihre Zeit. Aber er wurde rechtzeitig zu Weihnachten fertig.
Eine kleine Hürde hielt das Schnittmuster noch bereit: auf den Schnittmusterteilen für den Kragen ist der Fadenlauf / Strich falsch herum aufgezeichnet. Das fiel mir erst bei der ersten Anprobe auf. (Auf dem Lageplan in der Beschreibung ist es richtig herum gezeichnet, aber den hatte ich mir nicht angeschaut.) Ich hatte zum Glück noch ein paar Reste vom Stoff, um den Kragen nochmal zuzuschneiden.
Ich bin froh, dass ich den Mantel mit Wollwatteline gedoppelt habe. Die erste Tragerunde hat gezeigt: er ist trotzdem nicht zu warm.
Wer weiß, ob der Mantel ohne WKSA und ohne die „Deadline Weihnachten“ fertig geworden wäre. Jetzt habe ich erstmal wieder genug von aufwändigen Nähprojekten.
Innen gab es noch eine Tasche extra.
Hier ist der Link zu allen fertigen Werken auf dem MMM-Blog. Herzlichen Dank an das MMM-Team, dass ihr den Sew Along auch dieses Jahr wieder organisiert habt!
Ich wünsche euch allen ein friedliches und erholsames Weihnachtsfest!
Zusammenfassung: Schnitt: Grasser No. 633, Gr. 46, um 5 cm gekürzt Stoff: Webpelz von Fox`s Moden, 2,80m, Wollwatteline, Viskose-Futter
Hier der Link zur Projektvorstellung und hier einige Details zur Verarbeitung.
Heute gibt es auf dem MeMadeMittwoch-Blog den ersten Zwischenstand aller WKSA-Mitnäherinnen. Ich erzähle heute von all den Vorbereitungsarbeiten, die ich bislang erledigt habe, bevor überhaupt die erste Naht mit der Maschine genäht wurde.
Erst mal zum Schnittmuster, Grasser Nr. 633: das ist ja mal für einen richtigen Wintermantel gedacht: für flauschigen Webpelz mit Einlage, wärmender Innenschicht und Futter. 18 Schnittteile für Oberstoff, Einlage und Futter wollen auch erstmal ausgeschnitten sein. (Und wenn man, wie ich, 1 cm Nahtzugabe bei einem Mantel etwas spärlich findet, zeichnet man die vorher noch neu an.)
Welche Einlage die passende ist, hat bei mir für viel Grübeleien gesorgt. Da Webpelz nicht gebügelt werden kann, sieht die Nähanleitung nicht-klebende Einlage vor, die aufgenäht werden muss, und für alle möglichen Nähte, die verstärkt werden müssen, Webband, das ebenfalls aufgenäht werden muss. Außerdem wird der Futterstoff noch mit einer wärmenden Innenschicht gedoppelt. In der Anleitung gehen für diese diversen Innenschichten die Begriffe interlacing, interfacing und interlining munter durcheinander, das ist reichlich verwirrend. Aber es gibt viele Fotos, die viel zum Verständnis helfen.
Ich kann diese aufwändige Verarbeitung voll verstehen. Aber ganz so anspruchsvoll wollte ich es dann doch nicht haben. Soll kein Mantel fürs Leben werden. Und andererseits: die Webpelz-Schnitte, die ich in den Burda-Zeitschriften gefunden habe, sehen im Gegensatz dazu einfach überhaupt keine Einlage vor.
Bei einem Besuch in Berlin vor ein paar Wochen war ich bei Hüco, und hatte dabei mit Manuela nette und kompetente Begleitung (vielen Dank und herzliche Grüße!). Als wärmende Innenschicht habe ich auf ihren Rat hin Wollwatteline mitgenommen (kannte ich noch nicht) und Viskosefutter.
So, jetzt mal ein paar Worte zum Stoff. So ein handelsüblicher flauschiger „fake fur“ mit langen Haaren und gestrickter Rückseite ist er ja nicht. Kein Angorakaninchen, eher Typ Feldhase mit kurzen Haaren und eindeutiger Strichrichtung. Wahrscheinlich ist Wollflausch die richtigere Bezeichnung. Der Stoff ließ sich problemlos mit der Schere zuschneiden! Und die Probe an einem Reststück ergab: er lässt sich sogar bügeln, ohne platt zu werden! Und eine weitere Probe ergab: man kann sogar G785 aufbügeln! Das ist zwar eine ganz leichte Einlage, aber der Unterschied ist spürbar.
Damit war dann endlich das Einlagen-Problem gelöst: die Wollwatteline ist so weich, diese alleine hätte nicht für Stand gesorgt. Eine weitere nicht-bügelbare Einlage einnähen hatte ich keine Lust. Die G785 sorgt für etwas Stand im Bereich des Kragens und des Vorderteils, perfekt aus meiner Sicht. Und ich musste nicht 10 Meter ‚twill tape‘ aufnähen, sondern konnte klebendes Schrägband für die entsprechenden Stellen an Schultern, Taschen und vorderer Mitte nehmen. Yeah!
Die Wollwatteline allerdings muss aufgenäht werden. Da mir der Mantelstoff nicht allzu wärmend erscheint, habe ich alle Teile des Außenstoffs auch aus Watteline zugeschnitten, Watteline und Außenstoff dann kurzerhand mit Sprühkleber miteinander verbunden und dann alles miteinander vernäht (weil ich denke, dass der Kleber nicht dauerhaft hält). Und zur Sicherheit habe ich mir vorgenommen, alle Nahtzugaben mit Hexenstich flach zu nähen, das fixiert auch die Watteline zusätzlich.
Soweit also mein Stand: Erst einen Probemantel genäht, dann alle Teile zugeschnitten, die Einlagen aufgebügelt und aufgenäht und die ersten Nähte genäht. (Nein, ich hatte nicht die ganze Woche frei, ich arbeite seit Anfang November an dem guten Stück.)
Macht das alles Sinn, was ich hier mache? Wer von euch hat Erfahrung mit Näheinlage und Wollwatteline?
Heute habe ich die besondere Freude, meinen Wintermantel vorzustellen, den ich vor einem Jahr genäht habe. Ganz unbescheiden kann ich sagen, dass er mir gut gelungen ist, weil er sehr gut sitzt und die Schnittveränderungen, die ich so gerne mache, mal ausnahmsweise alle gelungen sind.
Der Ausgang war ein toller Mantel in einer Modezeitschrift, mit dem der Military-Look zu dem Trend des kommenden Winters ausgerufen wurde. Kam sofort in der langen Nähliste in die Top Ten und blieb dort ausdauernd stehen.
Als Schnittvorlage diente mir Burda 12/2012, Nr. 104 in Gr. 40. Neben den üblichen Änderungen (alles verlängern, Hüfte weiter) wollte ich unbedingt einen „integrierten“ Gürtel oder eine Hüftpassé oder wie man das halt nennt. Siehe Fotos. Schulterriegel wurden verlängert, Ärmelriegel statt Schlitzen und die Nahttaschen sind von der Seitennaht in die vorderen Teilungsnähte gewandert – dadurch etwas kleiner, aber deutlich bequemer!
Der Wollstoff und das Acetatfutter sind von Hüco Stoffe, Berlin. Die Knöpfe vom Stoffmarkt, aber fast so teuer wie der Stoff, über 40 Euro! Apropos Knöpfe: ich hatte mich so darauf gefreut, meine Nähmaschine endlich mal Augenknopflöcher nähen zu lassen, musste dann aber feststellen, dass die Knöpfe dafür zu groß waren. Nach viel Herumprobieren sind sie jetzt als Zierde aufgenäht, und darunter genähte Druckknöpfe versteckt. Gibt wenigstens keine ausgeleierten Knopflöcher.
Übrigens fiel mir letztens eine Brigitte von 2012 in die Hände. Da wurde als einer der angesagten Herbst-/Winter-Trends der Military-Look ausgerufen… Und nach kurzer Recherche lässt sich sagen, dass auch 2013, 2014, und ja, auch 2016 Military total angesagt ist. Schon gemerkt?
Und wie immer mittwochs gibt es tolle selbstgenähte Mode für die Frau beim Me-Made-Mittwoch.