Stoffspielereien: Upcycling

Die ersten Stoffspielereien im Jahr 2019 drehen sich um Upcycling. Ein Thema, mit dem ich mich sonst wenig beschäftige. Ich glaube, das liegt daran, dass ich viel zu gerne neue Stoffe kaufe und dann lieber diese vernähe. Ute von Textile Werke, unsere heutige Gastgeberin, dagegen ist Textilkünstlerin und zaubert aus Abgelegtem und Resten beeindruckende Kunstwerke, Quilts und Taschen.

Bei dem Thema bot es sich aber an, mich mal mit etwas zu beschäftigen, das schon länger auf meiner Verwertungsliste steht. Meine Mutter hat viele, viele Handtücher. Alle unbenutzt. Im Laufe der Jahre kaufte sie immer mal wieder welche, legte sie zusammen mit Duftseife in den Schrank und hatte ihre Freude daran. Benutzt haben wir weiterhin die alten Handtücher, nur ab und zu zog ein neues aus ihrem Schrank in das Badezimmer um. Die Handtücher sind meiner Mutter immer noch lieb und teuer, aber sie braucht sie einfach nicht und sie würde sie gerne an ihre Kinder verschenken, aber keiner will sie haben. Inzwischen sind sie mit ihren Farben und Mustern völlig aus der Zeit gefallen, und mit einer Größe von 48cm x 96cm auch unpraktisch klein.

Irgendwie mag ich die Handtücher auch nicht einfach wegschmeißen oder weggeben. Sie sind von einer sehr guten Qualität und der Retro-Charme hat was, auch wenn er nicht zu unserem modernen Bad passt. Ich bin durch unsere Wohnung gewandert mit der Überlegung, was mal dringend ausgetauscht werden könnte. Und nach dieser langen Vorrede kommt nun endlich das, was ich heute zu den Stoffspielereien beisteuere:

Wärmflaschenhüllen und Topflappen aus (alten neuen) Handtüchern

Die Wärmflaschenhüllen waren schnell gemacht, einfach die alten abgepaust, ausgeschnitten, und mit einem Gummizug am Hals zwecks besserem An- und Ausziehen zusammengenäht.

Bei den Topflappen nutzte ich auf eine Tutorial von Hamburger Liebe. Für jede Seite einen Kreis aus Handtuch, Thermolam und Baumwollstoff als Innenfutter zuschneiden und zusammennähen. Wobei das Zusammennähen nicht so einfach war: der dicke Handtuchstoff trägt ziemlich auf, das gab eine Dicke von 2cm Stoff. Damit ich da mit den Schrägbändern herumkam, nähte ich das Stoffpaket am Außenkreis erstmal mit Zickzack flach, schnitt dann nochmals die überstehende Nahtzugabe ab, dann ging es mit dem Einfassen mit dem Schrägband einigermaßen. Hier ein paar Bilder vom Entstehungsprozess:

Und was mache ich mit den anderen Handtüchern? (So zwei drei Kisten sind voll damit). Meine Frage auf Instagram letzte Woche brachte lustige Reaktionen und Ideen hervor: Nichts!, Abschminkpads, Lätzchen, Stofftiere, Strandkleider, Schnuffeltücher, Handtaschen. Da werde ich bestimmt die eine oder andere Idee mal aufgreifen.

Und was haben andere so gezaubert? Hier findet ihr die gesammelten Beiträge.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Die nächsten Termine:
24.02.2019: „Farbverläufe“ bei Schnitt für Schnitt
31.03.2019: „Geometrie“ bei Feuerwerk by Kaze

21 Gedanken zu „Stoffspielereien: Upcycling“

  1. Oja, liebe Christiane, diese Retro-Handtücher haben einen super Chic! Auf keinen Fall einfach so wegwerfen, das fände ich wie du viel zu schade! Als Topflappen sind sie ja auch tolle Geschenke an deine Geschwister und nützlicher als die reinen Handtücher. Auf jeden Fall hast du mit der Verwertung schon mal gut begonnen! Da kommen bestimmt noch weitere Ideen! Strandkleid finde ich auch super – das wäre doch perfekt als Hippie-artige Version! 🙂
    LG. Susanne

    1. Ich fürchte, für ein Strandkleid sind meine Hüften zu breit. Aber wegwerfen werde ich sie keinesfalls, ich denke, sie dürfen wieder auf den Dachboden und virtuell in mein Gehirnhinterstübchen ziehen. LG Christiane

  2. Liebe Christiane,
    da sind Dir ja zwei gute nützliche Ideen eingefallen. Und kannst Dir (wenn ich mir den Berg an Handtüchern vorstelle…) noch viele weitere Ideen ausdenken.
    Wir haben hier ja ein Waschbecken, an dem man sich die richtig dreckigen Hände wäscht, da haben wir die eher unbeliebten Handtücher hängen und irgendwann dürfen diese dann zu den Lumpen in die Werkstatt….
    Liebe Grüße
    Ines

    1. Ja, das ist ideal als zweites Leben für schon aussortierte Handtücher. Von denen gäbe es natürlich auch noch ein paar… LG Christiane

  3. Das sind schon mal zwei sehr einfallsreiche und zweckmäßige Verwendungen. Du hast ja auch bei deinen Werken die Muster so schön mit einbezogen. Die Zeit wird noch weitere Ideen reifen lassen.
    LG
    Siebensachen

  4. Liebe Christiane, so als Topflappen und Überzüge finde ich die Handtücher total klasse! Da sind auch die Muster toll. Vor so einem Strandkleid würde mich persönlich aber gruseln. 😉 Ich denke gerade: Vielleicht einen Bademantel à la Mondrian draus nähen? Liebe Grüße, Gabi

    1. Oh, auch eine schöne Idee! Das kann ich mir tatsächlich gut vorstellen, zumal es so ist, dass fast alle unterschiedlich sind. LG Christiane

  5. Liebe Christiane,
    Du stellst eine praktische und sinnvolle Verwertung der Handtücher vor, besonders die Topflappen sehen sehr alltagstauglich aus. Ich bin erstaunt, dass eine Nähmaschine so eine dicke Stofflage ordentlich näht.
    Sind das alles Einzelstücke? Ich würde die mit den erträglichsten Mustern und Farben mit unifarbenen Saunatüchern ergänzen und durchaus täglich benutzen.
    Einen gewissen Retro-Chic haben manche doch bestimmt und sind zum Zerschneiden zu schade. Oder vielleicht spendest
    du doch manche an ein Kinderheim oder Krankenhaus, für die Kleinen sind die Maße genau richtig.
    Es grüßt Dich
    Tyche

    1. Ja, es sind fast alles Einzelstücke. Ich muss auch mal schauen, ob man sie zusammennähen kann, damit sie eine angenehme Größe für die Verwendung bekommen.
      Die Nähmaschine war vom Füßchenhub an ihrer Grenze. Ich habe mit Hebamme und Kniehebel gearbeitet, und damit ging es dann noch einigermaßen. LG Christiane

  6. Schöne Ideen hast du hier gezeigt. Ich kann nur sagen, dass sich meine Kuscheltiere aus Frottee großer Beliebtheit erfreuen und Emil mag das auch gern als Kuschelhosen, vor allem am Strand oder du könntest auch einen Bademantel oder Saunatuch/mantel draus nähen. Liebe Grüße Ingrid

    1. Tatsächlich als Kuschelhosen? Ich glaube nicht, dass sich meiner da darauf einlassen würde. Bademantel und Saunatuch ist eine gute Idee! LG Christiane

  7. Was für Muster, was für Farben 😀 Aber super Idee, gerade die Wärmflaschenhülle finde ich prima!
    Ich hab bisher alte Handtücher nur für Stoffbinden verwendet. Patchworkbademantel könnte aber auch witzig aussehen… oder so kleine runde Stell-mich-drauf-Dinger, um nach dem Sport irgendwo zu duschen und dann trocken zu stehen (Unterseite vll wasserabweisend und oben drauf knalliges Frottee).

    Ansonsten klein schneiden, versäumen und als schicke Spüllappen verwenden – benutzen wir im Kindergarten so und ist ideal, da wir so die passende Größe für die kleinen machen konnten.

    Liebe Grüße,
    Maria

    1. Die Handtücher sind so flauschig und dick, dass eine Lage gut reicht. Ich erfreue mich echt an unseren schick gekleideten Wärmflaschen 🙂 LG Christiane

  8. Ich kann verstehen, dass du diese Handtücher nicht wegwerfen kannst! Die Retromuster sind aber auch zu hübsch, besonders das Braun-mit-Türkis hat es mir angetan. Schön, wie sie jetzt weiter verwendet werden…
    Liebe Grüße aus St. Petersburg!

    1. Nee, weggeworfen werden die nicht! Wenn sie nur nicht so klein wären. Ich muss wirklich mal schauen, ob man nicht einfach zwei zusammennähen und dann verwenden kann. Liebe Grüße zurück!

  9. Moin,
    mir selber schwebt immer noch vor irgendwann Stuhlhüllen oder eine Decke zu nähen nach der Technik, wie von „made with Blümchen“:
    Hier der Link: https://www.madewithbluemchen.at/bleiglas-patchwork-stuhlbezug/
    Und da die Handtücher so dick sind wäre das eine tolle Möglichkeit sie zusammenzunähen und dann weiter zu verarbeiten. Sei so wie sie sind, oder kleiner geschnitten, vielleicht auch in bestimmten Mustern (von Farbverlauf bis „karo“…) anzuordnen, bevor sie zu einem grossen Stück werden.
    Und aus dem grossen Stoff kann man dann schöne Badvorleger oder ähnliches nähen.
    Total abgefahren würde wohl ein Bademantel aussehen.
    Ich fange schon an zu schwelgen und überlegen, bei mir in der Verwandschaft gibt es auch so einige, die Handtücher en masse haben…
    Ohhh, ich bin infiziert. Was schöneres gibts nicht, als einen Handarbeitsvirus, vielen Dank für die Anregung.

    Viele Grüße
    Steff

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